Chance od sinnlos?
Letztes Jahr auf ner Silvester-Party ... Ich war mit meinem besten Freund dort, der älter ist als ich. Ich erwartete eine der vielleicht langweiligsten Silvester-Abende mit lauter Pärchen über 30. Aber gerade wenn frau nicht daran denkt – passiert’s.
Ich sah SIE – sie mich. Es war ein Blick, der alles verändern sollte - alles in uns und um uns herum. Wir lernten uns kennen. Wir lernten uns lieben. Wir liebten uns bis ans Ende der Welt. Ich lebte damals noch 500km von daheim weg (Stuttgart) – sie hier im heimatlichen Chemnitz.
Wir besuchten uns so oft wir konnten, taten alles für unsere Liebe, die für immer halten sollte. Wie oft denke ich an den Moment, als wir unsere Handflächen aneinander legten und diese wie die Hand vom jeweils eigenen Körper zusammenpassten, worauf sie sagte: „Wir gehören zusammen.“
Sie erzählte mir auch Schlimme Dinge, dass ihre Familie sie verstoßen hatte, sie keinen Kontakt mehr zu ihr hat. Dass sie auf der Strasse lebte, so ziemlich alles an Drogen konsumiert hat und auch damit gehandelt hat. Dass sie seit paar Monaten ihre 3. Ausbildung begonnen hat. Das hörte sich hart an, aber dennoch war ich vom Wesen dieser Frau, die bisher um Vieles gekämpft hat und doch so fröhlich und locker schien, begeistert.
Ich war glücklich wie nie zuvor. Erlebte mit ihr die schönsten Dinge, die man sich vorstellen kann. Ich erlebte Momente, die ich vorher nie so erlebt hatte. Ich lebte eine Liebe, von der ich mir sicher bin, dass es sie kein zweites Mal gibt. Ja, sie war die Frau, mit der ich alt werden wollte. Und sie empfand genauso.
Bei allem halfen wir uns gegenseitig. Sie nahm keine Drogen mehr, kam gut mit ihrer Ausbildung zurecht. Sie freute sich, in meiner Familie gut aufgehoben zu sein, da sie selbst keine hatte. Ich hatte durch sie Mut, weit weg von der heimatlichen Umgebung trotz Heimweh durchzuhalten. Bekam von ihr Kraft für meine oft anstrengende Arbeit (wo sie sich sogar mit dran beteiligte). Wir standen hinter dem anderen.
Als ich mit ihr im Urlaub war, kam DER Anruf, bei dem unser Glück gipfelte... Ich hatte eine Stelle bekommen – daheim – da wo sie auch wohnt. Wir hatten uns so gefreut. Endlich würden wir viel näher beieinander sein. Das Warten darauf, den anderen wiederzusehen, die quälende Sehnsucht sollte ein Ende haben.
Ich bin heim gezogen. Sie richtete meine Wohnung mit ein. Wir planten unser Zusammenziehen.
Dann passierte es.... Zu ihrem Geburtstag war sie so frustriert, weil keiner aus der Familie sich meldete, weil eingeladene „Freunde“ nicht kamen, dass sie sich voll die Kante gab. Das Problem „Alkohol“ gab es öfter, wir stritten deswegen – vor allem weil sie dann aggressiv wurde. Es ging soweit, dass sie die Party im Haus meines Bruders abbrach und ausrastete. Sie beschädigte Möbel, ging später auf mich los, weil ich wollte, dass sie heim fährt. Sie schupste mich, schlug auf mich ein, sie hatte dann einen Nervenzusammenbruch im Auto einer Freundin, die sie heim fuhr.
Ein paar Tage später kann der Anruf, dass sie „hinter Gitter“ muß – Ersatzfreiheitsstrafe für 4 Wochen (eine seit Jahren nicht bezahlte Geldstrafe). Als ich mit einer Betreuerin ihrer Ausbildungsmaßnahme telefonierte, stelle sich noch heraus, dass sie von der Ausbildung gekündigt wurde schon seit Wochen. Davon sagte sie mir nichts. Ich war geschockt. Die Beziehung war für mich zunächst zerbrochen. Sie war am Ende. Sie schrieb mir, sie hat eingesehen Fehler gemacht zu haben, will’s wieder gut machen, ihr Leben auf die Reihe bekommen. Ich bot mich als „normale Freundin“ an, dass ich zunächst einfach für sie da bin. Eine Beziehung kann ich mir grad nicht vorstellen. Daraufhin schrieb sie mir einen eiskalten Brief, sie wird es mit oder ohne mich schaffen. Bla bla bla...
Als sie ausm Knast kam, war sie wieder auf der Strasse, weil sie keinen Wohnungsschlüssel hatte (den hatte ne „Drogen-Bekannte“ von ihr). Für paare Tage kam sie zu mir, damit sie nicht „draußen“ sein musste. Wir spürten immer noch, dass wir uns liebten, aber sie hatte sich verändert. Im Knast war sie für alle wiedermal der Sonnenschein mit ihrer Art und das gab ihr soviel Bestätigung, dass sie meine anscheinend nicht mehr brauchte. Sie pfiff darauf, ihr Leben für uns in Ordnung zu bringen, mir etwas beweisen zu müssen ( was sie sich lt Brief erst vorgenommen hatte). Sie war so arrogant, stand über allem. Die Leute im Knast hätten ihr die Augen geöffnet. Wir wären vielleicht zu verschieden (ja, ich jemand, ders zu was gebracht hat – sie hat gerade erst angefangen...). Klar hatte ich auch Fehler. Verändern wollte aber sie sich, um ein sinnvolles Leben führen zu können und ich unterstützte sie dabei. Sie wollte für mich perfekt sein. Für mich allerdings ist es ein grundlegendes Ziel, einer geregelten Arbeit nachzugehen, eine bezahlbare Wohnung zu haben, genug Geld zu haben, um sich die Brötchen verdienen zu können, keine Drogen zu nehmen, nicht fremde Leute auf der Strasse zu belabern (wg. Zigaretten betteln oder aus Eifersucht) und mgl. nicht soviel zu trinken, dass man jedes Mal aggressiv wird. Das ist für mich alles normal und dorthin wollte ich sie auch bringen und dachte das wär für sie ok und ja auch irgendwo erstrebenswert.
Dann ist sie gegangen und ich dachte mir, das wars jetzt. Solange sie keinen Willen zeigt, ihr Leben in den Griff zu bekommen (Arbeit, Schulden, Alkohol, Wohnung), stehe ich nicht mehr hinter ihr und der Beziehung.
Seitdem herrscht Funkstille. Sie hat sich gemeldet, will mit mir reden, evtl von vorn beginnen. Ich frag mich, wie sie das machen will. Habe versucht mit ihr zu sprechen. Kritisiere ich sie, fühlt sie sich angegriffen, wird aggressiv. Habe versucht zu helfen. Sie „scheißt auf meine Hilfe“. Will es allein schaffen. Habe ihr so oft geholfen, hätte ihr sogar alles verziehen. Sie sieht ihre Fehler aber nicht ein, steht nach wie vor über allem.
Ich weiß nicht mehr, wie ich reagieren soll. Hab den Eindruck selbst im Knast hat sie nichts Positives gelernt, das war kein Denkzettel – im Gegenteil. Ich wollte einfach, dass sie zu ihrem ersten Brief steht, indem sie schrieb, Fehler eingesehen zu haben und für uns kämpfen zu wollen, ihr Leben in den Griff bekommen zu wollen.
Ich empfinde nach wie vor viel für sie, doch mein Verstand sagt, ich soll mir keine Hoffnung mehr machen. Wie eine Freundin sagt, sie wird es nie schaffen, mit ihr gibt es nur Probleme.
Trotzdem, sie ist die Liebe meines Lebens. Kann nicht mehr so lieben. Komm nicht drüber weg.
Ich bin jeden Tag am Grübeln. Kaum denke ich, ich schaff das schon - bin ich ein paar Stunden später wieder im Nichts. Bin oft depressiv, lese Briefe von ihr aus glücklichen Zeiten. Ich verstehs nicht. Sie schrieb von ewiger Liebe, davon dass sie kämpfen will noch vor paar Wochen und jetzt...
Gibt es eine Frau, die Ähnliches erlebt hat und wie ist es ausgegangen? Was sollte ich tun? Sollte ich ihr eine Chance geben oder meine Kraft lieber woanders investieren? Glaubt ihr, sie bekommt ihr Leben auf die Reihe und will mich zurück? Oder sollte ich die Hoffnung für immer aufgeben? Ich liebe sie noch immer, meint ihr es gibt vielleicht irgendwann eine Chance für uns?
Bin unendlich dankbar für jeden Ratschlag.
Ich sah SIE – sie mich. Es war ein Blick, der alles verändern sollte - alles in uns und um uns herum. Wir lernten uns kennen. Wir lernten uns lieben. Wir liebten uns bis ans Ende der Welt. Ich lebte damals noch 500km von daheim weg (Stuttgart) – sie hier im heimatlichen Chemnitz.
Wir besuchten uns so oft wir konnten, taten alles für unsere Liebe, die für immer halten sollte. Wie oft denke ich an den Moment, als wir unsere Handflächen aneinander legten und diese wie die Hand vom jeweils eigenen Körper zusammenpassten, worauf sie sagte: „Wir gehören zusammen.“
Sie erzählte mir auch Schlimme Dinge, dass ihre Familie sie verstoßen hatte, sie keinen Kontakt mehr zu ihr hat. Dass sie auf der Strasse lebte, so ziemlich alles an Drogen konsumiert hat und auch damit gehandelt hat. Dass sie seit paar Monaten ihre 3. Ausbildung begonnen hat. Das hörte sich hart an, aber dennoch war ich vom Wesen dieser Frau, die bisher um Vieles gekämpft hat und doch so fröhlich und locker schien, begeistert.
Ich war glücklich wie nie zuvor. Erlebte mit ihr die schönsten Dinge, die man sich vorstellen kann. Ich erlebte Momente, die ich vorher nie so erlebt hatte. Ich lebte eine Liebe, von der ich mir sicher bin, dass es sie kein zweites Mal gibt. Ja, sie war die Frau, mit der ich alt werden wollte. Und sie empfand genauso.
Bei allem halfen wir uns gegenseitig. Sie nahm keine Drogen mehr, kam gut mit ihrer Ausbildung zurecht. Sie freute sich, in meiner Familie gut aufgehoben zu sein, da sie selbst keine hatte. Ich hatte durch sie Mut, weit weg von der heimatlichen Umgebung trotz Heimweh durchzuhalten. Bekam von ihr Kraft für meine oft anstrengende Arbeit (wo sie sich sogar mit dran beteiligte). Wir standen hinter dem anderen.
Als ich mit ihr im Urlaub war, kam DER Anruf, bei dem unser Glück gipfelte... Ich hatte eine Stelle bekommen – daheim – da wo sie auch wohnt. Wir hatten uns so gefreut. Endlich würden wir viel näher beieinander sein. Das Warten darauf, den anderen wiederzusehen, die quälende Sehnsucht sollte ein Ende haben.
Ich bin heim gezogen. Sie richtete meine Wohnung mit ein. Wir planten unser Zusammenziehen.
Dann passierte es.... Zu ihrem Geburtstag war sie so frustriert, weil keiner aus der Familie sich meldete, weil eingeladene „Freunde“ nicht kamen, dass sie sich voll die Kante gab. Das Problem „Alkohol“ gab es öfter, wir stritten deswegen – vor allem weil sie dann aggressiv wurde. Es ging soweit, dass sie die Party im Haus meines Bruders abbrach und ausrastete. Sie beschädigte Möbel, ging später auf mich los, weil ich wollte, dass sie heim fährt. Sie schupste mich, schlug auf mich ein, sie hatte dann einen Nervenzusammenbruch im Auto einer Freundin, die sie heim fuhr.
Ein paar Tage später kann der Anruf, dass sie „hinter Gitter“ muß – Ersatzfreiheitsstrafe für 4 Wochen (eine seit Jahren nicht bezahlte Geldstrafe). Als ich mit einer Betreuerin ihrer Ausbildungsmaßnahme telefonierte, stelle sich noch heraus, dass sie von der Ausbildung gekündigt wurde schon seit Wochen. Davon sagte sie mir nichts. Ich war geschockt. Die Beziehung war für mich zunächst zerbrochen. Sie war am Ende. Sie schrieb mir, sie hat eingesehen Fehler gemacht zu haben, will’s wieder gut machen, ihr Leben auf die Reihe bekommen. Ich bot mich als „normale Freundin“ an, dass ich zunächst einfach für sie da bin. Eine Beziehung kann ich mir grad nicht vorstellen. Daraufhin schrieb sie mir einen eiskalten Brief, sie wird es mit oder ohne mich schaffen. Bla bla bla...
Als sie ausm Knast kam, war sie wieder auf der Strasse, weil sie keinen Wohnungsschlüssel hatte (den hatte ne „Drogen-Bekannte“ von ihr). Für paare Tage kam sie zu mir, damit sie nicht „draußen“ sein musste. Wir spürten immer noch, dass wir uns liebten, aber sie hatte sich verändert. Im Knast war sie für alle wiedermal der Sonnenschein mit ihrer Art und das gab ihr soviel Bestätigung, dass sie meine anscheinend nicht mehr brauchte. Sie pfiff darauf, ihr Leben für uns in Ordnung zu bringen, mir etwas beweisen zu müssen ( was sie sich lt Brief erst vorgenommen hatte). Sie war so arrogant, stand über allem. Die Leute im Knast hätten ihr die Augen geöffnet. Wir wären vielleicht zu verschieden (ja, ich jemand, ders zu was gebracht hat – sie hat gerade erst angefangen...). Klar hatte ich auch Fehler. Verändern wollte aber sie sich, um ein sinnvolles Leben führen zu können und ich unterstützte sie dabei. Sie wollte für mich perfekt sein. Für mich allerdings ist es ein grundlegendes Ziel, einer geregelten Arbeit nachzugehen, eine bezahlbare Wohnung zu haben, genug Geld zu haben, um sich die Brötchen verdienen zu können, keine Drogen zu nehmen, nicht fremde Leute auf der Strasse zu belabern (wg. Zigaretten betteln oder aus Eifersucht) und mgl. nicht soviel zu trinken, dass man jedes Mal aggressiv wird. Das ist für mich alles normal und dorthin wollte ich sie auch bringen und dachte das wär für sie ok und ja auch irgendwo erstrebenswert.
Dann ist sie gegangen und ich dachte mir, das wars jetzt. Solange sie keinen Willen zeigt, ihr Leben in den Griff zu bekommen (Arbeit, Schulden, Alkohol, Wohnung), stehe ich nicht mehr hinter ihr und der Beziehung.
Seitdem herrscht Funkstille. Sie hat sich gemeldet, will mit mir reden, evtl von vorn beginnen. Ich frag mich, wie sie das machen will. Habe versucht mit ihr zu sprechen. Kritisiere ich sie, fühlt sie sich angegriffen, wird aggressiv. Habe versucht zu helfen. Sie „scheißt auf meine Hilfe“. Will es allein schaffen. Habe ihr so oft geholfen, hätte ihr sogar alles verziehen. Sie sieht ihre Fehler aber nicht ein, steht nach wie vor über allem.
Ich weiß nicht mehr, wie ich reagieren soll. Hab den Eindruck selbst im Knast hat sie nichts Positives gelernt, das war kein Denkzettel – im Gegenteil. Ich wollte einfach, dass sie zu ihrem ersten Brief steht, indem sie schrieb, Fehler eingesehen zu haben und für uns kämpfen zu wollen, ihr Leben in den Griff bekommen zu wollen.
Ich empfinde nach wie vor viel für sie, doch mein Verstand sagt, ich soll mir keine Hoffnung mehr machen. Wie eine Freundin sagt, sie wird es nie schaffen, mit ihr gibt es nur Probleme.
Trotzdem, sie ist die Liebe meines Lebens. Kann nicht mehr so lieben. Komm nicht drüber weg.
Ich bin jeden Tag am Grübeln. Kaum denke ich, ich schaff das schon - bin ich ein paar Stunden später wieder im Nichts. Bin oft depressiv, lese Briefe von ihr aus glücklichen Zeiten. Ich verstehs nicht. Sie schrieb von ewiger Liebe, davon dass sie kämpfen will noch vor paar Wochen und jetzt...
Gibt es eine Frau, die Ähnliches erlebt hat und wie ist es ausgegangen? Was sollte ich tun? Sollte ich ihr eine Chance geben oder meine Kraft lieber woanders investieren? Glaubt ihr, sie bekommt ihr Leben auf die Reihe und will mich zurück? Oder sollte ich die Hoffnung für immer aufgeben? Ich liebe sie noch immer, meint ihr es gibt vielleicht irgendwann eine Chance für uns?
Bin unendlich dankbar für jeden Ratschlag.