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Die Unsterblichen

passiflora
HiddenNickname
offline
11.02.2003 22:59
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Immer wieder aus der Erde Tälern
Dampft zu uns empor des Lebens Drang:
Wilde Not,berauschter Überschwang,
Blutiger Rauch von tausend Henkersmählern,
Krampf der Lust,Begierde ohne Ende,
Mörderhände,Beterhände.
Angst-,und lustgepeitschter Menschenschwarm
Dünstet schwül und faulig,roh und warm,
Atmet Seligkeit und wilde Brünste
Frißt sich selbst und speit sich wieder aus,
Brütet Kriege aus und holde Künste
Schmückt mit Wahn das brennende Freudenhaus,
Schlingt und zehrt sich durch die grellen Jahrmarktsfreuden seiner Kinderwelt,
Hebt für jeden neu sich aus den Wellen,
Wie sie jedem einst zu Kot zerfällt.

Wir dagegen haben uns gefunden
In des Äthers sterndurchglänzdem Eis,
Kennen keine Tage,keine Stunden,
Sind nicht Mann,noch Weib,nicht jung noch Greis.
Eure Sünden sind und Eure Ängste,
Euer Mord und Eure geilen Wonnen
Schauspiel uns gleich wie die kreisende Sonne,
Jeder einzige Tag ist uns der längste.
Still zu Eurem zuckendem Leben nickend,
Still in die sich drehenden Sterne blickend,
Atmen wir des Weltraums Winter ein,
Sind befreundet mit dem Himmelsdrachen,
Kühl und wandellos ist unser ewiges Sein,
Kühl und sternhell unser ewiges Lachen.

H.Hesse

...ist das nicht wunderschön?
Gute Nacht und schöne Träume