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Forum » Die Lounge » ThreadEin Hoch auf alle funktionierenden...
27.11.2008 02:48
HiddenNickname
0 Wachmaschinen! Habt ihe eine funktionierende Wachmaschine? ja? dann seid froh, das meine ich echt so. Es war am helligen Tag, als ich nichts ahnend mit einem Korb zu waschender Wäche die Waschküche betrat. Der faulige Gestank von getragenen Socken lag in der Luft, was mich eigentlich schon hätte warnen sollen, doch ich ahnte nichts. Da stand sie, vollkommen still und unauffällig im trüben Licht einer Ein-Birnen-Keller-Funzel: die Waschmaschine. Weiß wie immer und weiß wie die Unschuld sah sie aus, doch der Schein war trügerisch. Es sollte noch eine Weile dauern, bis ich das Grauen entdeckte, als unbekümmert die Dreckwäsche in ihre Trommel legte, voll lebendiger Hoffnung und naiver Schicksalgläubigkeit, dass ich bald schon wieder saubere Wäsche haben wollte. Doch des Schicksals Fügungen sahen die Dinge anders. Hätte ich es doch nur geaht, was mich erwarten würde... 1 Uhr Nachts. Stunden des ungeduldigen Wartens waren vergangen, als ich den Ort der Schande erneut betreten sollte, um jenen Moment zu erleben, den ich nie vergessen werde. Mit einem leisen "Klack" öffnete ich langsam die Türe. Doch was ich dann sah, ließ mich erschaudern: Nässe, vermengt mit einem weißen Schnee, der wohl einmal Wachpulver war lag über den Kleidungsstücken verteilt. Was, was nur war geschehen? Ungläubig, begann ich, halb in Trance, ernuet die Waschmaschine mit den von ihr benötigten Flüssigkeit zu bestücken, in der bangen Hoffnung, dass nur ein Fehler passiert war, ja, dass sich alles schon wieder richten würde. Wie sehr ersehnte ich das Rauschen des Wassers, das das Waschmittelfach leerte und das Klatschen pitschnasser Kleidung gegen die Metalltrommel. Doch nichts passierte. Stille. Kein Rauschen, kein Drehen, noch ein äußerst kaputt klingendes klack-klack-klack. Aufgebracht in heller Panik suchte ich nach einer Seele, dir mir in dieser dunklen Nacht, in dieser Misere helfen konnte. ich eilte die Treppen hinauf und hin zum Zimmer, in dem jener alte Mann nächtigte, der mit der alten Frau verheiratet war, die selig nebem ihm schlief und in längst vergangenen, schönen Zeiten, einmal mich zur Welt gebracht hatte. Gemeinsam schritten wir hinab in Höhle des Grauens und schon bald betrachtete mein Retter sich das Untgetüm, das meine Wäche ruinierte. Nicht lange und ein Schwall von Wasser entfuhr dem Biest, das die bleichen Fließen hinablief, um im tiefen Loch namens sinkkasten zu verschwinden. "ich hab die gestern schon mal geleer", sagte der Herr, der an meiner Existenz mit schuld trägt, "vielleicht ist die Pumpe kaputt" und verschwand alsbald wieder hinauf zu seiner Gattin in die wärmende Dunkelheit des Schlafzimmers. Doch ach, ich arme Kreatur, oh weh, was sollte aus mir werden. Nichts blieb mir, außer eingeweichten, dreckigen Kleidungsstücken in meiner ärmlichen Existenz. Alles Jammern konnte doch wohl nicht, die alte Vertraute wiedererwecken, um mir in treuen Diensten meine Socken und Hosen, meine Oberteile und Unterwäsche und das Larp-Cape und den übertieben posigen Samtmantel und die Spitzenkorsagen und Rüschenhemdchen und die Regenbogenmütze und das T-shirt mit der Aufschrift "lesbisch" und überhaupt, zu reigen. Nein, oh, wehe mir, ich war alleine, alleine mit einem Haufen feuchter Wäche. Es blieb mir wohl nichts anderes übrig, dachte ich, als ich mit nassen Socken in der letzten Waschmittel-Weischspüler-Wasse r-Calgon- Wächedesinfektions-Lauge stand, als das Wasser rinnen zu lassen und meine Sachen mit bloßen Händen in einer alten Wäscheschüssel zu waschen. Wie froren meine Füße während der einstüdigen Arbeit, oh wie sehr wünschte ich mich nur einen Tropfen Hancreme für meine geschundenen Hände, doch ich fand keine Erlösung. Die Natur wird mir sicherlich meine inflationäre Verwendung von Waschpulver und Wächedesinfektionsmittel verzeihen, das heißt, sollte sie es überlegen. Doch ob meine Wäsche es mir ebenso verzeiht, dass statt 30 Grad zuerst versehentlich kochendheißes Wasser in die Schüssel fließen ließ? Wie erlösend war es jedenfalls, als das letzte Stück in einem weiten Wurf in der alten Schleuder landete, die jener ähnlich sieht, die ich einst bei meiner Oma als Kind interessiert betrachtete, wenn sie in Betrieb war. Wie neugierig und aufgeregt ich damals war, als der phallusartige Auslauf Wasser in einen Eimer pinkelte. Die Begriffe wohl wusste ich damals nicht, wohl aber waren meine Phantasien sicher nicht weniger versaut als heute. So denn startete ich das Gerät, machte es mir auf seinem Deckel gemütlich und betrachtete die Schleuder bei ihrer Tätigkeit, während ich in leisen Erinnerungen an damals gedachte und allmählich verstand, warum es Witze über Frauen gibt, die gerne auf Schleudern sitzen. Doch auch wenn jene Minutan schön waren, so bin ich froh, dass sie ihr Ende fanden, meine Wäsche halbwegs trocken den Weg auf die Leine fand und ich so endlich dazu komme, euch hier, meine Lieben, die Geschichte meines traurigen Schicksals zu erzählen. Also seid gewarnt: Waschmaschinen leben länger mit Calgon - aber sie sind auch nicht unsterblich
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