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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadEunuch
12.10.2002 08:29
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0 Nicht wirklich zu beneiden: Trotz bester Gesellschaft im Serail konnten Eunuchen auch im Harem nicht so, wie sie noch vor ihrer Kastration wollten. Die Eunuchen der osmanischen Harems sind noch weniger zu beneiden als Frauenärzte. Tag ein Tag aus sahen sie, wie sich die schönsten Frauen des osmanischen Reichs vor ihren Augen auszogen, parfümierten und einölten. Doch sie selbst durften und konnten diesen Versuchungen nicht erliegen. Meistens jedenfalls. Denn obwohl Kastraten nach landläufigem Glauben keine Wollust verspüren, gab es immer wieder "Ausfälle". Und das, obwohl die Serail-Ärzte die Harems-Sklaven einer eingehenden Potenz-Untersuchung unterzogen. Das Eunuchen-Wesen war bereits weit vor dem Mittelalter in China verbreitet. Der Han-Kaiser Wu Di (140-87 v.Chr.) hielt sich neben Lustknaben zahlreiche Eunuchen. Dieses kaiserliche Privileg führte schließlich dazu, dass am Hofe bis zu tausend kastrierte Männer lebten. In der arabischen Welt arbeiteten Eunuchen hauptsächlich in Mekka und Medina als "Kirchendiener" in den Moscheen. Auch in Griechenland und Byzanz traf man sie vorwiegend in religiösen Kontexten. Eine Verweltlichung der Eunuchenrolle fand erst im Osmanischen Reich statt. Fast alle wohlhabenden Familien stellten Eunuchen in ihre Dienste. Die bekannteste Aufgabe der Eunuchen war indes die Bewachung des Harems des Sultans. Da der Islam aber Kastrationen verbietet, mussten die "Kräfte" importiert werden. Bis ins 15. Jahrhundert verschleppte man die Männer daher aus christlich geprägten Ländern wie Georgien, Armenien oder dem Kaukasus. Ab dem 16. Jahrhundert importierten die Sultane ihre Eunuchen dann aus Afrika. Die Osmanen fanden, dass Schwarzafrikaner "noch hässlicher als weiße Sklaven waren", was ihre potentielle Gefahr für den Frauenbestand weiter verringerte. Zudem sagte man ihnen nach, dass sie den Kastrationseingriff besser verkrafteten. Dass der überhaupt überlebt wurde, ist ein kleines Wunder. Islamischen Ärzten war der Eingriff nämlich verboten. Und so wurden den Sklaven von ungeschultem Personal entweder die Hoden zerquetscht oder abgeschnitten. Einigen amputierte man "zur Sicherheit" obendrein den Penis, so dass die Opfer nur noch mit Hilfe einer Kanüle urinieren konnten. Die Wundfläche wurde dabei oftmals mit heißem Öl verätzt. Im Volksglauben gelten Eunuchen als dickbäuchige, glatzköpfige Wesen mit Fistelstimme. Doch bereits Mozart wusste es besser. Sein Haremswächter in der "Entführung aus dem Serail" ist als Bass-Stimme angelegt. Die Kastration eines erwachsenen Mannes wirkt sich zwar oft auf Haarwuchs und Stimmlage aus - allerdings nicht so deutlich wie meist geglaubt wird. Bei der Kastration von Knaben vor der Pubertät ist das anders. Findet der Eingriff vor der Absenkung der Hoden statt, so führt er im Regelfall zu einer Androgynisierung von Körperbau und Physiognomie. Im italienischen Barock und auch bis in die Klassik hinein war es nicht ungewöhnlich, dass Eltern ihre Söhne vor der Pubertät kastrierten, um ihnen dadurch eine Sängerkarriere zu ermöglichen. Für die wenigen Kastraten, denen dadurch tatsächlich eine besondere Stimme beschert wurde, bot die Opera Seria zahlreiche Falsett-Parts, die einen Knaben zum Star machen konnten. Der italienische Sänger Karlos Broschi (1705-1782) - bekannt als Farinelli aus dem gleichnamigen Kinofilm - ist ein beeindruckendes Beispiel dafür. Er war zu Lebzeiten bereits ein weit größerer Star als etwa Mozart - eher vergleichbar mit Michael Jackson. In Deutschland sind Kastrationen selbst bei Sexualverbrechern nur mit ausdrücklicher Einwilligung des Betroffenen erlaubt. Die für Kastraten geschriebenen Opern können daher nur noch mit weiblicher Besetzung aufgeführt werden. Aber so tragisch ist das vielleicht nicht. also das ist ja unfassbar...eigentlich was es nciht alles gibt...und auch noch interessant... Lg Sly-e obwohl der harem so gar net so schlecht ist...
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13.10.2002 16:34
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13.10.2002 08:54
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13.10.2002 01:56
13.10.2002 01:28
12.10.2002 10:06
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