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25.02.2006 00:44
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0 Herzkranke Frauen medizinisch schlechter versorgt Berlin (dpa) - Frauen mit Herzproblemen werden nach Ansicht der Berliner Charité-Professorin Vera Regitz-Zagrosek medizinisch schlechter versorgt als Männer. Grund dafür sei auch mangelndes Wissen bei Europas Ärzten, sagte Regitz-Zagrosek in Berlin. Ein Herzinfarkt schickt meist Alarmsignale voraus. © dpa "Bei gleicher Herzerkrankung werden Frauen nicht gleich gut behandelt", betonte Regitz-Zagrosek, Leiterin des interdisziplinären Charité-Zentrums für Geschlechterforschung in der Medizin anlässlich des ersten Weltkongresses zu Geschlechterunterschieden in der Medizin. So sei beispielsweise nicht ausreichend bekannt, dass Männer und Frauen bei Herzerkrankungen unterschiedliche Symptome und Verläufe zeigten, ergänzte Regitz-Zagrosek. Um das Bewusstsein für eine gezieltere medizinische Behandlung von Frauen zu wecken, tagen etwa 300 Mediziner aus der ganzen Welt vom 24.2. bis zum 26.2. in Berlin. Eine schlechtere medizinische Versorgung von Frauen sei jüngst durch die erste große europäische Erhebung zu Herzkrankheiten (Euro Heart Survey) bewiesen worden, erläuterte Regitz-Zagrosek. Für diese Studie wurden 2002/2003 die Daten von rund 2200 Männern und 1500 Frauen mit Herzbeschwerden von der Europäischen Kardiologengesellschaft ausgewertet. Durchschnittlich waren die Frauen 62 und die Männer 60 Jahre alt. "Im Ergebnis wurden die Frauen weniger sorgfältig untersucht, weniger intensiv mit Medikamenten behandelt und auch seltener operiert", sagte die Charité-Forscherin. Ähnliche Resultate zeige im kleinerem Rahmen auch das Berliner Herzinfarkt-Register. "Die Forschung über Geschlechterunterschiede in der Medizin steckt noch in den Kinderschuhen", berichtete die Professorin. Bereits bekannte Fakten würden von Ärzten aber auch noch zu selten berücksichtigt. "Bei einer Frau hat ein Herzinfarkt zum Beispiel häufig andere Symptome", erläuterte Regitz-Zagrosek. "Statt Schmerzen in der linken Brust und einem Ausstrahlen der Schmerzen in den Oberarm haben Frauen eher Rücken- und Bauchschmerzen, Atembeschwerden und leiden unter Übelkeit". "Manchmal gibt es bei Ärzten und Patientinnen auch den diffusen Glauben, dass Herzbeschwerden bei Frauen nicht so ernst zu nehmen sind", kritisierte Regitz-Zagrosek. Das sei ein großer Irrtum. Vermutlich seien Frauen bis zur Menopause durch Hormone oder auch einen weniger stressigen Lebensstil besser gegen Herzkrankheiten geschützt. "Ältere Frauen haben aber ein ähnlich hohes Risiko wie Männer." Die Medizin taste sich erst langsam an dieses Problem heran. Auf dem Kongress werden Herzprobleme eine große Rolle spielen. Es geht jedoch auch um Schmerzempfinden, Stoffwechsel-, Lungen- oder Nierenprobleme. "Wir hoffen, dass das Wissen dann auch in die Praxis der niedergelassenen Mediziner und der Krankenhausärzte Eingang findet", ergänzte die Charité-Ärztin. www.gendermedicine.com
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