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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadImpfung gegen Gebärmutterhalskrebs
04.02.2008 17:28
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0 Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist ins Zwielicht geraten. Eine 17-jährige Deutsche war vergangenes Jahr einen Tag nach der HPV-Impfung gestorben, eine 19-jährige Österreicherin erlitt drei Wochen nach der Injektion einen plötzlichen Herzstillstand. In beiden Fällen ist die Todesursache ungeklärt. Dieser plötzliche ungeklärte Tod (SADS für Sudden Syndrome) ist sehr selten. Laut Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes hat es 2006 in Deutschland in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen 58 solcher Todesfälle gegeben, davon 22 Mädchen. Da die Todesfälle der beiden Mädchen in einem zeitlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung stehen, aber medizinisch derweil keine Verbindung geknüpft werden kann, zweifeln viele Patientinnen an der Sicherheit der Impfseren. Das verstorbene deutsche Mädchen hatte die zweite Impfdosis des Serums "Gardasil" erhalten. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Institutes hat es bisher 189 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach Impfungen mit diesem Medikament gegeben. Dabei soll es sich in den meisten Fällen um harmlose Reaktionen, wie sie nach Impfungen vorkommen können, gehandelt haben. Hierzu gehören Schmerzen an der Injektionsstelle, Brennen oder allgemeine Körperreaktionen auf die Impfung. Laut Hersteller sind seit Markteinführung im Oktober 2006 mehr als 2,2 Millionen Dosen des Präparates in Österreich und Deutschland verkauft worden. Seit Mitte Oktober 2007 ist in Deutschland auch der zweite HPV-Impfstoff "Cervarix" zugelassen, für den bislang beim Paul-Ehrlich-Institut keine Nebenwirkungen bekannt sind. Viele Mediziner sehen keinen Zusammenhang zwischen plötzlichen Todesfällen und Impfung. Einige Experten wie etwa der Bremer Professor für Arzneimittelforschung, Gerd Glaeske, halten jedoch die Zulassung der Gebärmutterhalskrebsimpfung für möglicherweise übereilt. Zudem war die HPV-Impfung, die vor dem ersten ualkontakt durchgeführt werden muss, aufgrund eines zweifelhaften Kosten-Nutzenverhältnisses bereits vor Monaten in die Kritik geraten. Mit der rund 500 Euro teuren, von der Krankenkassen übernommenen Immunisierung sind die jungen Frauen gegen 95 Prozent der Gebärmutterkrebs auslösenden HP-Viren geschützt, die bei uellem Kontakt übertragen werden. Fünf Prozent der Virenarten werden allerdings nicht von der Impfung aufgehalten. Eine regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung verhindere nach Meinung der Kritiker den Gebärmutterhalskrebs ebenso zuverlässig wie die Impfung, sei jedoch wesentlich kostengünstiger. Hochgerechnet auf 2,5 Millionen Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren in Deutschland summieren sich die Impfkosten auf 1,2 Milliarden Euro. Geld, das aus Sicht einiger Frauenärztinnen anderswo sinnvoller angelegt wäre. Rolf Rosenbrock, Leiter der Forschungsgruppe Public Health am Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, hatte darauf hingewiesen, dass Gebärmutterhalstumore dank wesentlich günstigerer Früherkennung bereits sehr selten geworden seien. Jährlich erkranken in Deutschland nach Angaben der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister und des Robert Koch-Instituts schätzungsweise 6 500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Ärzte und Ämter haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die Impfung die Vorsorgeuntersuchung nicht ersetzt.
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