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In Berlin wird das Geld zum Fenster rausgewor


22.08.2011 15:53
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408 Millionen Euro hat Berlin im vergangenen Jahr allein für „Hilfen zu Erziehung“ ausgegeben.

Wie so was, eigentlich eine gute Idee, aussieht, hat der Tagesspiegel in Einzelheiten dargestellt.

Der Familienhelfer ist in der Regel sechs Stunden pro Woche mit der Familie zusammen. Indikation für eine Familienhilfe ist eine tief greifende Störung der Eltern-Kind-Beziehung, die genau erkannt und beschrieben werden soll. Das Problem soll auch von der Familie anerkannt werden, und ein Hilfeplan soll gemeinsam mit der Familie erarbeitet werden.

Gerufen vom Jugendamt, werden dann die Mitarbeiter freier Träger tätig.

Und das ist offensichtlich in Berlin die Lizenz zum Gelddrucken.

So beginnt der Familienhelfer seine Arbeit in der Familie erst mal ohne Plan. Nach acht Wochen sollte ein weiteres Gespräch mit dem Jugendamtsmitarbeiter stattfinden, auch das wird nicht immer eingehalten. Vor Ablauf der sechsmonatigen Maßnahme muss der Familienhelfer einen Bericht abgeben. Dann wird über eine Verlängerung entschieden. Eineinhalb bis zwei Jahre dauert die ganze Maßnahme in der Regel, in schwierigen Fällen auch länger.

Die Familienhelfer werden inzwischen ausschließlich von freien Trägern beschäftigt, diese wiederum sind Dienstleister für das Jugendamt. Der Familienhelfer hat von dem freien Träger, bei dem er angestellt ist, die oft sogar ausgesprochene Anweisung, Maßnahmen „so lange wie möglich am Laufen zu halten“. Schließlich verdient der Träger daran. Da der Familienhelfer sowieso ohne Plan und nicht im Austausch mit dem Jugendamt agiert, kann er ganz nach seinem eigenen Gusto handeln und die Problembearbeitung auf die lange Bank schieben, beziehungsweise, sie gar nicht erst angehen.
Das ist auch im Sinne der meisten Familien, die ihre Probleme in den seltensten Fällen wirklich bearbeiten wollen. So entpuppt sich der Familienhelfer, von den Familien gerne so angenommen, als eine Art kostenloser Babysitter. Er verbringt die Zeit ausschließlich mit den Kindern, tummelt sich mit ihnen auf Spielplätzen, in Schwimmbädern oder Museen, um damit die sechs veranschlagten Stunden herumzubringen. So kann er am Ende zu Recht behaupten, noch immer habe die Familie die gleichen Probleme, die nur auf lange Sicht zu beheben seien.

Wird ein Familienhelfer tatsächlich mal unbequem, beschwert sich die Familie beim Jugendamt und der freie Träger verliert die Maßnahme.

Vielleicht häufen sich gerade deshalb die Todesfälle von Kindern in solchen Familien, die dem Jugendamt bereits bekannt waren. Dass das Jugendamt seine Pflichten längst an einen boomenden Markt von freien Trägern abgegeben hat und die fachliche Intervention dabei auf der Strecke bleibt, scheint niemanden zu interessieren. In keinem anderen wirtschaftlichen Bereich kommt eine Arbeit ohne Qualitätskontrollen aus, nur hier.




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25.08.2011 13:53
23.08.2011 22:24
editiert am 23.08.2011 22:31 melden kommentieren
23.08.2011 10:29
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22.08.2011 15:58
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