Zum wiederholten Male verschiebt lesarion einen Thread in das Politikforum, in dem es um Gewalt gegen Frauen geht.
Wer Lust hat, kann hier Lieder posten - um Protest, Solidarität und eigene Gefühle zum Thema zum Ausdruck zu bringen.
https://youtu.be/Bp-KeVBNz0A
Pussy Riot - Straight Outta Vagina (feat. Desi Mo & Leikeli47)
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http://frauengegendigitalegewalt.de/
#NetzohneGewalt
Gegen den Rollback im Netz – Digitale Gewalt geht uns alle an!
Zitat Tehejekuetrheed
schrieben. Wir begrüßen das! Doch jetzt ist es dringend an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen:
Digitale Gewalt und Hate Speech sind gesamtgesellschaftliche Probleme, deswegen müssen wir die Bekämpfung dieser Gewalt gegen Frauen zum Anliegen aller machen!
Als Expert_innen ist uns bewusst, dass digitale Gewalt und Hate Speech komplexe Problemfelder sind. Unsere folgenden Forderungen sind insofern noch lange nicht vollständig, aber sie sind ein Anfang und ein Aufruf, endlich aktiv etwas zu ändern!
Wir fordern:
1. Problembewusstsein schaffen!
Wir fordern eine öffentliche Debatte, die die geschlechtsspezifischen Aspekte von digitaler Gewalt und Hate Speech zum Schwerpunkt hat und die Verwobenheit mit anderen Diskriminierungsformen wie z.B. Rassismus, Antisemitismus oder Behindertenfeindlichkeit klar benennt
Dazu braucht es reichweitenstarke Awarenesskampagnen durch öffentliche Institutionen und politische Entscheidungsträger_innen, die digitale Gewalt und Hate Speech immer in bestehende Gewaltformen und Machtverhältnisse einbetten
Die Kampagnen sollen für die verschiedenen Formen digitaler Gewalt sensibilisieren, Betroffenen vermitteln, wo sie Hilfe erhalten und Nicht-Betroffenen erklären, wie sie unterstützen können
2. Strukturen schaffen, um Strafverfolgung durchzusetzen!
Wir fordern die Einrichtung von Schwerpunkstaatsanwaltschaften zu digitaler Gewalt und Hate Speech
Strafverfolgungsbehörden und Gerichte müssen personell und technisch so ausgestattet und ausgebildet werden, dass sie Strafrechtsverstöße im Netz den Bedürfnissen der Betroffenen angemessen und zeitnah bearbeiten können
Dafür müssen auch die Anzeigemöglichkeiten und zivilrechtlichen Schritte für Betroffene bekannter gemacht werden, sowie die Hürden der Rechtsdurchsetzung in den Blick genommen und abgebaut werden
Polizei und Justiz müssen außerdem über die Angebote der Informations- und Beratungsstellen zu digitaler Gewalt und Hate Speech informiert sein, um an diese verweisen zu können
3. Bestehende Informations- und Beratungsstellen fördern und ausbauen!
Es besteht bereits ein breites Netz an Informations- und Beratungsstellen, die zu geschlechtsspezifischer Gewalt arbeiten und dabei auch Betroffenen von digitaler Gewalt und Hate Speech helfen
Diese Stellen müssen unabhängig arbeiten können und Betroffenen kosten- und barrierefrei zur Verfügung stehen
Hierfür muss die Finanzierung der Informations- und Beratungsstellen langfristig und nachhaltig gewährleistet sein
Die zuständigen Berater_innen müssen zu den verschiedenen Formen digitaler Gewalt und ihrer Konsequenzen aus- und weitergebildet werden sowie die Möglichkeit haben, sich technisch fortzubilden
Social-Media-Dienstanbieter müssen noch stärker in die Pflicht genommen werden, indem sie auch Kosten für das umfassende Beratungsangebot tragen und gleichzeitig die Unabhängigkeit der Informations- und Beratungsstellen respektieren
4. Forschung zu geschlechtsspezifischer Gewalt aktualisieren und ausweiten!
Beratungsstellen sehen bereits im Praxisalltag das wachsende Ausmaß von digitaler Gewalt und Hate Speech
Um Betroffene noch besser zu unterstützen sowie präventive Aufklärungsmaßnahmen entwickeln zu können, muss die Arbeit der Beratungsstellen und zivilgesellschaftlicher Initiativen unbedingt durch konkrete Daten aus Deutschland zu Häufigkeit, Betroffenheit, unterschiedlichen Gewaltformen etc. unterfüttert werden
Wir brauchen hierzu z.B. ein dringendes Update der repräsentativen Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland aus dem Jahr 2004, denn der Studie fehlen wichtige Informationen über geschlechtsspezifische digitale Gewalt
Außerdem soll die Polizei geschlechtsspezifische Statistiken zu digitaler Gewalt führen
Die Unterzeichner_innen:
Renate Künast, MdB Bündnis 90 / Die Grünen
Anne Wizorek, Autorin, Aktivistin, #aufschrei
Sawsan Chebli, SPD, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales
Christina Dinar, Center for Internet and Human Rights (CIHR)
Dr. Nadine Dinig, Anwältin
Barbara Djassi & Hanna Gleiß, Das NETTZ – Vernetzungsstelle gegen Hate Speech
Anke Domscheit-Berg, MdB Die Linke, netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag
Dr. Laura Dornheim, Sprecherin AG Digitales und Netzpolitik B90 / Die Grünen Berlin
Kübra Gümüsay, Autorin und Aktivistin
Katja Grieger & Anna Hartmann, Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Frauen gegen Gewalt e.V.
Anna-Lena von Hodenberg, HateAid
Sina Laubenstein, No Hate Speech Movement
Petra Pau, MdB Die Linke, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Anne Roth, Netz-Aktivistin und Referentin für Netzpolitik der Fraktion Die Linke im Bundestag
Claudia Roth, MdB Bündnis 90 / Die Grünen, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Francesca Schmidt, Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie der Heinrich-Böll-Stiftung
Jasna Strick, Autorin, Aktivistin, #aufschrei
Konstantina Vassiliou-Enz, Neue deutsche Medienmacher*innen
Prof. Dr. Maria Wersig, Hochschullehrerin, Präsidentin Deutscher Juristinnenbund e.V.
Amina Yousaf, stellvertretenden SPD-Bezirksvorsitzende Hannover
Aufruf unterstützen
Die beste Möglichkeit den Aufruf gegen digitale Gewalt zu unterstützen ist, ihn selbst weiter zu verbreiten!
In den sozialen Medien könnt ihr dazu den Hashtag #NetzohneGewalt verwenden.