Pornographie
Du möchtest, dass ich für dich strippe. Du willst Pornographie? Hier hast du Pornographie. Nächtelanges Durchgerede. Geleerte Weinflaschen, die sich in der Küche stapeln. Seelenpornographie. Ich lege den Lippenstift ab um frei reden zu können. Ungeschminkt, ungeschönt. Lass uns die Lichter löschen. Lass uns zusammen baden gehen, bis Wasser die Lungen füllt. Lass uns Mauern einreißen und offen reden. Lass uns wachbleiben, bis zum Rand der Halluzinationen. Lass uns Blumenblätter zählen, „ich sag’s ihr, ich sag’s ihr nicht“. Ich zieh mich vor dir aus, schau mich an, du kannst meine Seele sehen. Du wolltest Pornographie? Du magst nicht, was du siehst? Was hast du erwartet? Rosatöne meines Fleisches, wenn ich mich im Rhythmus der Musik skalpiere? Zärtlichkeiten, wenn ich dich mit blutenden Fingerkuppen berühre? Ein Jungfernhäutchen, wenn du mich kopfmäßig fickst? Hast du wirklich geglaubt, die ganze Sache hier würde etwas Positives ans Licht bringen? Hast du wirklich geglaubt, ich hätte so etwas nie zuvor getan? Mein hysterisches Lachen verwirrt dich? Nein, vergraulen wollte ich dich wirklich nicht, aber vergiss dein Weltbild nicht, wenn du gehst, und würdest du bitte die Tür leise schließen? Du weißt schon…wegen den Nachbarn. Nein, ich habe kein Problem damit mich zu öffnen, ich habe nur ein Problem damit dich danach gehen zu sehen, aber kein Thema, du wärst schließlich nicht die erste. Oh, ich wünschte, ich hätte Fotos gemacht um dir ihre Schönheit zu zeigen. Oh, ich wünschte, ich hätte sichtbare Narben um dir ihre Stärke zu zeigen.