Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Messages werden geladen
Postfach öffnen

Sehnsucht nach Nähe , Verstehen und Wärme

BEngel1074
HiddenNickname
offline
20.07.2004 19:40
0
Der in den USA lebende Sozialpsychologe Tobias Brocher war gebeten worden, auf dem Evangelischen Kirchentag in Frankfurt zum Thema "In Ängsten - und siehe wir Leben" zu sprechen. Er konnte leider nicht selbst kommen, aber er hatte ein Manuskript geschickt, das dann verlesen wurde. Borchert meinte, daß hinter der Fassade des "täglichen Geschwätzes" und "kalter intellektueller Abstraktion" heute mehr Sehnsucht nach Nähe, Verstehen und Wärme vorhanden sei, als wir oft anzunehmen bereit seien. In diesem Zusammenhang erzählte er von einem "jungen bärtigem Mann mit Brille", der ihm einmal einen Zetel auf das Rednerpult mit den Worten legte, "Das werden Sie vielleicht einmal brauchen!", und dann unerkannt verschwand. Auf diesem Zettel standen folgende Worte:

"Bitte höre, was ich nicht sage! Laß dich nicht von mir narren. Laß dich nicht durch mein Gesicht täuschen. Denn ich trage tausend Masken-,Masken die ich fürchte abzulegen. Und keine davon bin ich. So zu tun als ob, ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde, Aber laß Dich um Gottes Willen dadurch nicht täuschen. Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen. Als sei mein Wesen Vertrauen und Kühle, so als könne ich über alles bestimmen und brauchte niemanden.-Aber glaub mir nicht. Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter ist nichts entsprechendes. Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: Verwirrt, in Angst und alleine. Aber ich verberge das, weil ich nicht möchte, daß es irgend jemand merkt. Beim bloßen gedanken an meine schwächen bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelte Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen-die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre gerade dieser Blick meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden, mit Liebe. Dsa würde mir die Sicherheit geben, die ich mir selbst nicht geben kann-, die Sicherheit, daß ich etwas Wert bin. Aber das sage ich dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst, daß dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, du wirst gering von mir denke und über mich lachen, und dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, daß ich tief drinnen in mir selbst nichts bin und daß Du das siehst und mich abweisen wirst. So spiele ich mein verzweifeltes Spiel: Eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen. Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle dir alles, das in Wirklichkeit nichtssagend ist und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit.
Deshalb laß dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit daherrede. Höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage,- was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens Willen rede und was ich nicht sagen kann.
Ich hasse Versteckspielen. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche spiel, das ich da aufführe-ein schlechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können- einfach ich selbst, aber Du mußt mir helfen. Du mußt Deine Hand ausstrecken, selbst, wenn es gerade das Letzte zu sein scheint, das ich mir wünsche. Jedesmal, wenn Du freundlich bist und mir Mut machst, wenn Du mich zu verstehen suchst, weil Du dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel- sehr kleine, brüchige Schwingen-, aber Flügel. Dein Mitgefühl und die Kraft Deines Verstehens machen mich lebendig. Ich möchte, daß Du das weißt, wie wichtig Du für mich bist, wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin- wenn du willst. -Ich wünschte, Du wolltest es. Du alleine kannst die Wand niederreißen, hinter der ich mich ängstige. Du alleine kannst mir die Maske abnehmen und mich aus meiner Schattenwelt befreien, aus Angst und Unsichetheit, aus meiner Einsamkeit. Übersieh mich nicht- bitte, übergeh´ mich nicht. Es wird nicht leicht für Dich sein. Die lang andauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Schutzmauern. Je näher Du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich mich schreie. Meine Hoffnung liegt darin, daß Liebe stärker ist als jeder Schutzwall. Versuche diese Mauern einzureißen, mit sichern, behutsamen Händen- das Kind in mir ist verletzlich. wer ich bin fragst Du? Ich bin jemand den Du sehr gut kennst. Ich bin jederman den du triffst- jeder Mann und jede Frau, die Dir begegnen."
Auch der, den Du im Spiegel siehst!!!
bandita
HiddenNickname
mobile
20.07.2004 20:53
0
melden
pebble
HiddenNickname
offline
20.07.2004 20:36
0
melden
smart625
HiddenNickname
offline
20.07.2004 20:15
0
melden
Lady_Oscar
HiddenNickname
offline
20.07.2004 20:11
0
melden
Lady_Oscar
HiddenNickname
offline
20.07.2004 19:50
0
melden