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Sexismus II

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27.03.2019 13:51
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 12:13:

Gegen Femisnimus (und Gender) zu sein - als Frau - hat seltenst etwas mit mangelnder politischer Bildung zu tun.
Es ist ein politischer Reflex: Gegen das linksgrünversiffte Dasein in allen seinen Erscheiungsformungen und Themen.
Der Feminismus (und so auch die Definition dessen, was sexistisch ist) in Deutschland ist eng vebunden mit eingen Dingen, die viele Deutsche der 1960er und ‘70er Jahre verschreckten bis abstießen, Häme provozierten, etwa das Phänomen Alice Schwarzer oder die „Wir haben abgetrieben“-Kampagne des „Stern“.
Diese Dinge haben nichts von ihrer Strahlkraft verloren und evozieren punktgenau die üblichen Reflexe:

Stellt euch doch nicht so an.
Man kann es aber auch übertreiben.
Herrjeh, da ist aber jemand empfindlich.
Die gehen doch alle zum Lachen in den Keller.

Selbst eine Politikerin in der Stellung Kramp-Karrenbauers darf heute wieder einfach mal witzig sein. Und wenn die das darf, muss es doch ok sein?
Schluss mit den Überempfindlichkeiten.
Es darf wieder gelacht und geklatscht werden.
Und so ein paar lecker Mädsche in Unterwäsche auf einem Plakat, wer kann denn da was gegen haben? Doch nur so ein paar lustfeindliche Emanzen.
Karussell der Reflexe.


Ein Beitrag, der mir sehr gefällt.
Welcome, hömma

27.03.2019 14:25
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 13:51:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 12:13:

Gegen Femisnimus (und Gender) zu sein - als Frau - hat seltenst etwas mit mangelnder politischer Bildung zu tun.
Es ist ein politischer Reflex: Gegen das linksgrünversiffte Dasein in allen seinen Erscheiungsformungen und Themen.
Der Feminismus (und so auch die Definition dessen, was sexistisch ist) in Deutschland ist eng vebunden mit eingen Dingen, die viele Deutsche der 1960er und ‘70er Jahre verschreckten bis abstießen, Häme provozierten, etwa das Phänomen Alice Schwarzer oder die „Wir haben abgetrieben“-Kampagne des „Stern“.
Diese Dinge haben nichts von ihrer Strahlkraft verloren und evozieren punktgenau die üblichen Reflexe:

Stellt euch doch nicht so an.
Man kann es aber auch übertreiben.
Herrjeh, da ist aber jemand empfindlich.
Die gehen doch alle zum Lachen in den Keller.

Selbst eine Politikerin in der Stellung Kramp-Karrenbauers darf heute wieder einfach mal witzig sein. Und wenn die das darf, muss es doch ok sein?
Schluss mit den Überempfindlichkeiten.
Es darf wieder gelacht und geklatscht werden.
Und so ein paar lecker Mädsche in Unterwäsche auf einem Plakat, wer kann denn da was gegen haben? Doch nur so ein paar lustfeindliche Emanzen.
Karussell der Reflexe.


Ein Beitrag, der mir sehr gefällt.
Welcome, hömma

Danke Dir!
(Jetzt bin ich an der „Kasse Dich Furz“-Thematik aber mehrdimensional gescheitert, nehme ich an...)

27.03.2019 15:51
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Könnten es nich 2 aufeinanderliegende Punkte sein die sich hier treffen? Ich stell mir das grad so vor. Edit:3 punkte

Zum einen die Wahrnehmung die sensibilisiert werden könnte für die Person die diese Information nun erhält, "das ist sexistisch" , als ein möglicher Wendepunkt in der Wahrnehmung . diese Wahrnehmung muss ja auch eingeordnet werden für die Betroffene selbst.. Das kann bisweilen schmerzhaft für einen selbst sein also in wievern war ich betroffen, hab das gefördert, war dem unterlegen ohne es zu merken... Etc.

Und dann kommt noch das Ding der politischen Reflexe als 2 gegenmechanismus wie du beschrieben hattest....kumma.

Edit: und drittens
Wie wird die message rubergebracht, für die Person die etwas verstehen soll, in politischer kampfsprache, auf akademisch zu abstrakt, in persönlicher Wut? Oder in zu naiver Sprache? Das könnten doch auch Punkte sein wo die zu er reichende Person oder das Publikum anspricht oder nicht anspricht.

Ich geh so drauf ein... Weil mir genau das passiert ist aber auf eine andere Kategorie. Also der erste Punkt.... War halt ein shock Gefühl und unangenehm mehrere Tage lang , ich hab dann aber nicht diesen Reflex genutzt dass man net übertreiben soll.

Wäre das möglich?

editiert am 27.03.2019 17:33 Beitrag melden Zitatantwort
27.03.2019 18:06
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 08:22:
{...}
da mag man mir noch so viele beiträge präsentieren - ich finde es übertrieben, darin mal wieder sexismus zu sehen und darüber heiss zu diskutieren. wenn man sich schon über solche bilder aufregt, dann frage ich mich, wie prüde wir noch werden sollen.
{...}


Du stellst hier zwei völlig unterschiedliche Dinge gegenüber. Sexismus bzw. dessen Aufzeigen und Prüderie sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Allein die Vermischung dieser zwei Ebenen ist total am Thema vorbei und trieft gradezu vor (ggf.) internalisiertem Patriarchat bzw. Androzentrismus. Und wenn Frau es ganz genau nimmt, ist diese Gegenüberstellung sogar selbst sexistisch vor allem, mit Blick auf die mitteleuropäische Geschichte.
Auf den Punkt gebracht: Mimimimitoo!

27.03.2019 23:47
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 18:06:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 08:22:
{...}
da mag man mir noch so viele beiträge präsentieren - ich finde es übertrieben, darin mal wieder sexismus zu sehen und darüber heiss zu diskutieren. wenn man sich schon über solche bilder aufregt, dann frage ich mich, wie prüde wir noch werden sollen.
{...}


Du stellst hier zwei völlig unterschiedliche Dinge gegenüber. Sexismus bzw. dessen Aufzeigen und Prüderie sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Allein die Vermischung dieser zwei Ebenen ist total am Thema vorbei und trieft gradezu vor (ggf.) internalisiertem Patriarchat bzw. Androzentrismus. Und wenn Frau es ganz genau nimmt, ist diese Gegenüberstellung sogar selbst sexistisch vor allem, mit Blick auf die mitteleuropäische Geschichte.
Auf den Punkt gebracht: Mimimimitoo!


@quilma: kannst du das noch etwas aufdröseln was du meinst mit: genau dass die Gegenüberstellung bzw. Gleichsetzung von Sexismuskritik = Prüderie mit welchem Blick auf die mitteleuropäische Geschichte? Ist das nur mitteleuropa?

Kannst du das etwas konkreter plastischer erklären?

28.03.2019 08:16
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@Tortugaya

Die Frage ist doch, warum jemand als prüde bezeichnet wird, nur weil man Sexismuskritik übt? Spontan kommt mir die Idee des Versuchs einer Abwertung der Person oder der Kritik, anstatt zu argumentieren. Und das ist das typische Verhalten aus dem Patriarchat - das so seit ca. 2000 Jahren hier rum geistert (Anmerkung - das Patriarchat u. patriarchaische Strukturen begannen nat. viel früher - seit Beginn Übergang zur seßhaften Gesellschaft. Aber gerade die Begrifflichkeit der "Prüderie" und somit einer moralischen Wertung und Kontrolle der Frau und ihrer Sexualität, hat die Kirche stark vorangetrieben und legitimiert.) Die Frau soll Heilige und Hure zugleich sein - und wann sie etwas ist, bestimmt nicht sie, sondern jemand anderes. Um es mal überspitzt zu formulieren - "Wenn jemand nicht die Bluse aufknöpfen will, oder die *Piep* breit machen will, dann sei man prüde." Typisches Gesülze von übergriffigen Menschen. Sexismuskritik und/oder der Feminismus wird als lustfeindlich abgestempelt, wohlmöglich aus Angst, dass Frauen und Männer selbstbestimmt lustvoll sein könnten.

Tatsächlich herrscht eine Püderie in Teilen der Gesellschaft, die meist aus einer moralischen Wertung, sogar Überhöhung besteht. Besonders plastisch an den USA zu sehen - an sich ziemlich prüde Gesellschaft an der Oberfläche - Frauen sollen doch bloß kein nacktes Bein zeigen, sondern Strumpfhosen anhaben, selbst im heißesten Sommer. Hollywoodstreifen unterliegen einer strengen Kontrolle, wieviel Haut gezeigt werden soll. Dabei wabbern unter der Oberfläche Menschen á la Weinstein, einer der härtesten Pornoindustrien und eine Kultmachung schöner Körper plus Schönheitsindustrie, damit Frauen und Männer möglichst "fuckable" sind und das bis ins höchste Alter. Und wehe, es erscheinen Feministinnen mit nackten Brüsten in der Öffentlichkeit - da schreit die ganze Nation "wie kann man nur" Einen Trump muss ich wohl nicht erwähnen.

Habe hier einen alten Artikel rausgekramt - passt nicht 1:1, aber finde ihn lesenswert, da er doch das Dilemma beschreibt, in dem Frauen immer noch stecken. Nicht alle, es geht nur um die gesellschaftliche Betrachtung der Frau und ihrer Sexualität - und damit Frau ihrer Sexualität (ungefährdet) selbstbestimmt leben kann, muss unter anderem der Sexismus verschwinden.

https://www.derstandard.d [...] -knochen

Weibliche Sexualität
"Die Scham sitzt Frauen in den Knochen"
"Heute scheinen Frauen beim Sex zwar alles zu dürfen, dafür müssen sie aber auch alles mitmachen, sagt die Psychologin und Autorin Sandra Konrad"



editiert am 28.03.2019 09:30 Beitrag melden Zitatantwort
28.03.2019 09:40
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Hier noch ein Zitat aus obigem Artikel, der sehr gut erläutert, warum Sexismuskritik einfach ein Must ist

ZitatIch glaube übrigens, dass die Selbstbestimmung der Frau gar nicht in so weiter Ferne liegt, wenn Frauen sich endlich ihrer Kraft und Macht bewusst werden und sie auch nutzen. Wenn Frauen anfangen, an den öffentlichen Drehbüchern und auch an den intimen Drehbüchern mitzuschreiben. Wenn sie Normen und Regeln nicht einfach so hinnehmen, sondern kritisch hinterfragen und individuelle Entscheidungen treffen. Dafür braucht es viel Mut, und es braucht auch weiterhin Solidarität, Empathie und Respekt, und all das braucht es geschlechterübergreifend
.

28.03.2019 15:50
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 28.03.2019 um 09:40:

Hier noch ein Zitat aus obigem Artikel, der sehr gut erläutert, warum Sexismuskritik einfach ein Must ist

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieben.

Das wäre ein erster Schritt um überhaupt sich annähern zu können. Wenn es denn überhaupt gewollt ist.

Geht es hier um Information, Diskussion, Wissensaustausch oder Kampf? ...
Oder wem geht es hier um was?

@Charoon, hast Du jetzt diese Information für Dich bewertet, deine Meinung gesagt, dein Ei gelegt und fertig? Hast Du wirklich angst, dass wenn man so eine Werbung kritisiert, dass wir alle eh schon Prüde sind und noch Prüder werden und die ganze gesellschaft mit feministischer Prüderie anstecken werden? Dein ernst? Ok, Ei abgelegt, weitergehn. Hab meins wiedermal abgelegt...bis nächstes mal



editiert am 28.03.2019 16:07 Beitrag melden Zitatantwort
28.03.2019 18:33
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 23:47:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 18:06:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 27.03.2019 um 08:22:
{...}
da mag man mir noch so viele beiträge präsentieren - ich finde es übertrieben, darin mal wieder sexismus zu sehen und darüber heiss zu diskutieren. wenn man sich schon über solche bilder aufregt, dann frage ich mich, wie prüde wir noch werden sollen.
{...}


Du stellst hier zwei völlig unterschiedliche Dinge gegenüber. Sexismus bzw. dessen Aufzeigen und Prüderie sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Allein die Vermischung dieser zwei Ebenen ist total am Thema vorbei und trieft gradezu vor (ggf.) internalisiertem Patriarchat bzw. Androzentrismus. Und wenn Frau es ganz genau nimmt, ist diese Gegenüberstellung sogar selbst sexistisch vor allem, mit Blick auf die mitteleuropäische Geschichte.
Auf den Punkt gebracht: Mimimimitoo!


@quilma: kannst du das noch etwas aufdröseln was du meinst mit: genau dass die Gegenüberstellung bzw. Gleichsetzung von Sexismuskritik = Prüderie mit welchem Blick auf die mitteleuropäische Geschichte? Ist das nur mitteleuropa?

Kannst du das etwas konkreter plastischer erklären?


Keine Ahnung, ob das nur Mitteleuropa ist, über Mitteleuropa habe ich gelesen, weshalb ich meine Aussage auf die Region beschränkte.

Ich versuche es mal mit konkret und plastisch erklären:
Prüderie verstärkte sich in der Neuzeit. Dem lagen zwei Einstellungen zugrunde: Zum einen misstraute man dem menschlichen Körper aufgrund seiner Sterblichkeit und seinen Begierden und zum anderen war Nacktheit und Schönheit angesagt (vor allem in der Kunst). (jetzt kommt der sexistische Teil) "Frauen wurden {...} mit ihrem Körper gleichgesetzt" (Grieco 1994, 61). Der Ursprung von Geisteskrankheiten wie Hysterie, etc. wurde im Uterus von Frauen vermutet, der auch noch mit dem Satan im Bunde gewesen sei und Männer verführen sollte. Auch heterosexuelle Prostitution wurde in der Zeit als "kriminell" eingestuft, wobei sie zuvor noch als Mittel gegen männliche Homosexualität angesehen war. D.h. also, Frauen wurden aufgrund ihres Geschlechts kriminalisiert.

Wenn sich demnach heute Frauen gegen Sexismus wehren/laut werden, was auch bedeutet sich für eine selbstbestimmte und freie Sexualität stark zu machen, dann hat das nichts mit Prüderie zu tun.
Prüderie ist ein Konstrukt, um nach neuzeitlicher medizinischer, staatlicher und religiöser Sicht Menschenmassen zu ordnen bzw. an dieses Konstrukt anzupassen.
Vllt. kennt ja jemand den Film "Das Mädchen mit dem Perlenohring" mit Scarlett Johansson, da gibt es einige Szenen, in denen diese Thematik vorkommt. Scarlett spielt die Figur einer Magd, die in Gesellschaftschichtenübergreifende Tächtelmächtel (mit einem Künstler) verwickelt wird und bekommt dadurch einige Probleme...auf das oben Beschriebene bezogen bedeutet das, daß sie eben nicht in das "prüde", nach außen gezeigte Bild der gehobeneren Gesellschaft passt. Außerdem laufen in dem Film "angepasste" Frauen rum, entsprechend zugeknüpft gekleidet.

Wer also meint, daß Frauen*, welche sich gegen Sexismus äußern seien prüde, hält an neuzeitlichen Konstrukten fest, steht nicht für freie Sexualität und Liebe und bedient als Sahnehaube oben drauf sogar noch Homophobie.

Und noch eine Quelle reingeworfen, die oben erwähnt ist und auch recht gut zugänglich sein dürfte:
Grieco, F. S. M.: Körper, äußere Erscheinung und Sexualität. In: Farge, A./Davis, N. Z. [Hrsg.]:Frühe Neuzeit. Frankfurt/Main 1994

___________
edit hat die Sache mit der Kunst noch eingefügt, wegen weil noch plastischer so...den Film gucken lohnt sich.
[/Hrsg.]

editiert am 28.03.2019 18:42 Beitrag melden Zitatantwort
28.03.2019 19:50
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Das nenne ich konsequent! Wähle die Piratenpartei sowieso nicht und habe den Vorfall gar nicht mitgekriegt, aber - Hut ab!

https://youtu.be/q2qS56P-7kA
Warum die Piraten zur Europawahl unwählbar sind: Kandidat Gilles Bordelais
Julia Reda
#GehtWaehlen ist die richtige Antwort auf die #Artikel13-Abstimmung. Leider bin ich jedoch überzeugt, dass die Piratenpartei bei der Europawahl 2019 nicht wählbar ist. Über Gilles Bordelais, der auf Listenplatz 2 kandidiert, hat der „Beratende Ausschuss Mobbing und Mobbingpräventation am Arbeitsplatz“ des Europaparlaments festgestellt, dass „Aspekte seines Verhaltens sexuelle Belästigung darstellen“. So jemand darf nicht gewählt werden!

https://www.zeit.de/polit [...] ecktritt
Julia Reda verlässt die Piratenpartei
Die Europaabgeordnete hat ihren Austritt aus der Piratenpartei erklärt. Als Grund nennt sie Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen ihren ehemaligen Büroleiter.


28.03.2019 20:01
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irgendwie muß ich soeben an den Doppeldildo denken

28.03.2019 22:12
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Werbung geht auch ohne Sexismus.

Ich finde die hier ziemlich toll

https://www.youtube.com/w [...] QBjWYDTs

https://www.youtube.com/w [...] 3l1gCz2E

28.03.2019 23:08
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 28.03.2019 um 20:01:

irgendwie muß ich soeben an den Doppeldildo denken



Tatsache: das ist auch ein konstrukt

Aber ich glaube Doppeldildos sind Konstrukte die gut tun?...naja und je nachdem ...dem Klima vielleicht nicht so gut tun. Also wird hier in dem Fall für die Lust, die Umwelt geopfert?...sehr kritisch zu betrachten. Ein bißchen ernst ein bißchen Spaß?



28.03.2019 23:17
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@quilma: kannst du das noch etwas aufdröseln was du meinst mit: genau dass die Gegenüberstellung bzw. Gleichsetzung von Sexismuskritik = Prüderie mit welchem Blick auf die mitteleuropäische Geschichte? Ist das nur mitteleuropa?

Kannst du das etwas konkreter plastischer erklären?
Zitat


Keine Ahnung, ob das nur Mitteleuropa ist, über Mitteleuropa habe ich gelesen, weshalb ich meine Aussage auf die Region beschränkte.

Ich versuche es mal mit konkret und plastisch erklären:
Prüderie verstärkte sich in der Neuzeit. Dem lagen zwei Einstellungen zugrunde: Zum einen misstraute man dem menschlichen Körper aufgrund seiner Sterblichkeit und seinen Begierden und zum anderen war Nacktheit und Schönheit angesagt (vor allem in der Kunst). (jetzt kommt der sexistische Teil) "Frauen wurden {...} mit ihrem Körper gleichgesetzt" (Grieco 1994, 61). Der Ursprung von Geisteskrankheiten wie Hysterie, etc. wurde im Uterus von Frauen vermutet, der auch noch mit dem Satan im Bunde gewesen sei und Männer verführen sollte. Auch heterosexuelle Prostitution wurde in der Zeit als "kriminell" eingestuft, wobei sie zuvor noch als Mittel gegen männliche Homosexualität angesehen war. D.h. also, Frauen wurden aufgrund ihres Geschlechts kriminalisiert.

Wenn sich demnach heute Frauen gegen Sexismus wehren/laut werden, was auch bedeutet sich für eine selbstbestimmte und freie Sexualität stark zu machen, dann hat das nichts mit Prüderie zu tun.
Prüderie ist ein Konstrukt, um nach neuzeitlicher medizinischer, staatlicher und religiöser Sicht Menschenmassen zu ordnen bzw. an dieses Konstrukt anzupassen.
Vllt. kennt ja jemand den Film "Das Mädchen mit dem Perlenohring" mit Scarlett Johansson, da gibt es einige Szenen, in denen diese Thematik vorkommt. Scarlett spielt die Figur einer Magd, die in Gesellschaftschichtenübergreifende Tächtelmächtel (mit einem Künstler) verwickelt wird und bekommt dadurch einige Probleme...auf das oben Beschriebene bezogen bedeutet das, daß sie eben nicht in das "prüde", nach außen gezeigte Bild der gehobeneren Gesellschaft passt. Außerdem laufen in dem Film "angepasste" Frauen rum, entsprechend zugeknüpft gekleidet.

Wer also meint, daß Frauen*, welche sich gegen Sexismus äußern seien prüde, hält an neuzeitlichen Konstrukten fest, steht nicht für freie Sexualität und Liebe und bedient als Sahnehaube oben drauf sogar noch Homophobie.

Und noch eine Quelle reingeworfen, die oben erwähnt ist und auch recht gut zugänglich sein dürfte:
Grieco, F. S. M.: Körper, äußere Erscheinung und Sexualität. In: Farge, A./Davis, N. Z. [Hrsg.]:Frühe Neuzeit. Frankfurt/Main 1994

___________
edit hat die Sache mit der Kunst noch eingefügt, wegen weil noch plastischer so...den Film gucken lohnt sich.
Zitat


Wow!!!!!! Danke, ein batzen historisch politischer Bildung gratis on sis Platform Danke Quilma

Ja ich kennen diesen Film, und irgendwer den ich kenne hatte früher dieses Bild sogar zuhause hängen, und als ich dann den Film vor Jahren sah, hab ich ihn natürlich angeschaut...... und ich werde ihn mir unter diesem aspekt versuchen nochmal anzuschauen. Leute was für ein Input hier....wahnsinn!!!!

Noch ne Frage, wo kommt denn die Sahnehaube mit der Homophobie jetzt auf einmal her?[/Hrsg.]

editiert am 29.03.2019 02:13 Beitrag melden Zitatantwort
29.03.2019 03:19
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 28.03.2019 um 23:17:
{...}
Wow!!!!!! Danke, ein batzen historisch politischer Bildung gratis on sis Platform Danke Quilma

{...} Leute was für ein Input hier....wahnsinn!!!!

Noch ne Frage, wo kommt denn die Sahnehaube mit der Homophobie jetzt auf einmal her?


Als vorweg-Info, ich glaube nicht an deine rethorisch übertriebene Begeisterung.

Die Frage beantwortet sich indem in Zusammenhängen gedacht wird. Minderheiten, wurden und werden bewegt, um Gesellschaftskonstrukte zu formen, "Randgruppen".
Wie oben beschrieben wurden heterosexuelle Prostitution und männliche Homosexualität als Go oder NoGo bewertet, um gesellschaftliche Ideale zu formen.
Das passiert nicht durch eine höhere Macht, sondern (neben Wirtschaftssystem, etc.) vor allem dadurch, daß sich Menschen davon nicht frei machen (z.B. anstatt gewonnene Vielfalt zu schätzen wird sie instrumentalisiert, um Menschen abzuwerten die sie leben). Klar (bzw. aufgrund fehlender Selbstverantwortung) werden Regeln schließlich festgelegt und durch Gewalten eingehalten.

Wer also ein "Prüderie-Konstrukt" der u.a. Neuzeit auf Befreiungsversuche in der Gegenwart (Sexismuskritik) überträgt... hat u.a. Homophobie internalisiert.



29.03.2019 06:41
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 29.03.2019 um 03:19:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 28.03.2019 um 23:17:
{...}
Wow!!!!!! Danke, ein batzen historisch politischer Bildung gratis on sis Platform Danke Quilma

{...} Leute was für ein Input hier....wahnsinn!!!!

Noch ne Frage, wo kommt denn die Sahnehaube mit der Homophobie jetzt auf einmal her?


Als vorweg-Info, ich glaube nicht an deine rethorisch übertriebene Begeisterung.

Wer also ein "Prüderie-Konstrukt" der u.a. Neuzeit auf Befreiungsversuche in der Gegenwart (Sexismuskritik) überträgt... hat u.a. Homophobie internalisiert.



OK @ Quilma. Vorab zurück zu dem, dass Du mir diese meine Begeisterung in meiner dargestellten Ausdrucksform so nicht abnimmst, weiß ich gerade noch nicht wie ich deine Bewertung auffassen kann soll möchte, sollte, aber, registriert habe ich dein Statement dazu schon einmal.

Zum anderen nochmal Danke für Deine Mühe, ich bin da jetzt nochmal durchgegangen, habe den Punkt gefunden, den ich nicht mehr dazugedacht oder verknüpft habe war dass die Prostituierten ja auch in allem Überdruss zum einen Kriminalisiert wurden und dann gleichzeitig als Waffe gg Homosexuelle Männer genutzt wurden. Also wie so ein medizinisches Gegenmittel wenn ich das richtig verstehe als Heilmittel gegen Homosexualität benutzt und dennoch verteufelt wurden. Heiliges- Gift...

29.03.2019 08:42
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 28.03.2019 um 18:33:

(...)
Wer also meint, daß Frauen*, welche sich gegen Sexismus äußern seien prüde, hält an neuzeitlichen Konstrukten fest, steht nicht für freie Sexualität und Liebe und bedient als Sahnehaube oben drauf sogar noch Homophobie.

(...)




29.03.2019 10:31
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Ich weiß nicht, ob es zur diskussion passt. Frühre hätte ich gewusst, wo ich es einstelle. Je nun...

Beim Girls Day bei der Demag Wetter Mitbringsel anfertigen

..........................................

In der Zerspanungs-Abteilung entstanden Metall-Behältnisse für Nagellack und Lippenstift. All das konnten die Tagesbesucherinnen, die aus Wetter, Herdecke, Hagen, Witten und Sprockhövel kamen, mitnehmen.

https://kurzelinks.de/9yzi

Na, dann haben die Mädels ja das Wichtigste gelernt.

Ein Junge war auch dabei. Ob auch er den Vorschlag bekam, ein Döschen für seinen Lippenstift zu schmieden, wird leider nicht erwähnt.
Ich hoffe, ich habe das alles nur einfach falsch verstanden...



editiert am 29.03.2019 10:36 Beitrag melden Zitatantwort
29.03.2019 12:05
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wahnsinn....ehrlich gesagt habe ich nicht alles geschriebene hier gelesen, weil ich gar nicht daran interessiert bin, so sehr bei diesem werbeplakat in die tiefe zu gehen. meine meinung dazu hat sich auch nicht geändert. ich bin da sehr gerne seeehr oberflächlich und entscheide ganz allein für mich, was ich als sexistisch wahrnehme und was nicht. diese werbung gehört definitiv nicht dazu 😊



editiert am 29.03.2019 12:11 Beitrag melden Zitatantwort
29.03.2019 12:21
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 29.03.2019 um 10:31:

(...)
Ich hoffe, ich habe das alles nur einfach falsch verstanden...



Manchmal könnte man echt glauben, dass manche noch auf den Bäumen hocken. Das ist noch viel Arbeit, Arbeit, Arbeit nötig.


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