Weißt du, ...
...
Ich frage mich, wann die Dinge anfangen sich zu verändern.
Gerade noch, sitze ich mitten in meinem Leben, alles läuft so dahin, wie immer.. einfach falsch halt, da ich ein Pessimist bin, immer unzufrieden.
Jedenfalls verpasse ich den Moment, die Sekunde, in der sich alles dreht.
In der mein schönes, blödes Leben aus den Schranken rennt. Einfach so. Denn ich merke es nicht.
Ich sehe plötzlich –viel später- erst, wie ich gegen die Wand renne.
Sekunden später finde ich mich wieder. Ich sitze unter meinem Tisch, ich höre Musik. Eigentlich höre ich sie nicht, sie läuft bloß im Hintergrund. Meine Nachbarn hören sie aber.
Und ich kratze Sätze auf ein Blatt Papier.
Nach wenigen Stunden ist es nicht mehr weiß und sauber. Nirgends mehr. Meine Seele hat sich auf das Papier gekotzt.
Und wegen den Tränen in meinen Augen, bemerke ich nicht, dass der Stift nicht mehr schreibt und so kratze ich, ohne Großes zu hinterlassen, einfach weiter auf dem nun sehr von der Tinte gefärbten Papier...
So stehe ich dann neben mir und betrachte mich. Betrachte mich aber nicht wirklich.
Will mir aber sagen, dass der Stift längst nicht mehr schreibt. Aber die Musik, die ich ja gar nicht höre, ist viel zu laut und so höre ich meine Stimme nicht. Also sehe ich mir zu. Bemerke nicht, wie die Zeit verfliegt. Nehme dieses ungemütliche Leben unter dem Tisch an. Ich bin ein Pessimist und ohnehin nie zufrieden. Also, was soll’s.
Ich werde müde. So zwinkere ich kurz.
Und plötzlich bin ich weg. Ich bücke mich, schaue genau hin. Gucke in die dunklen Ecken unter dem Tisch. Sehe, ich sollte saugen. Ach, würde ich mich doch hören, dann könnte ich mir sagen, dass ich mal saugen muss. Aber, na ja.. wo bin ich denn eigentlich hin?
Und dann plötzlich, aus dem Nichts, höre ich meine Stimme. Ich höre, wie ich Lache und sehe, wie ich auf der Couch sitze.
Kaffee und Zigarette in der Hand. Mein Leben hat sich wieder gedreht. Und ich habe doch eben erst akzeptiert, dass ich unter dem Tisch wohne. Wieder habe ich die Veränderung nicht bemerkt. Mein schönes, blödes Leben hat das Schild gesehen, auf dem stand „Da geht’s lang!“ und ich habe es wieder nicht bemerkt.
Nun ja, so höre ich auf, mir zuzugucken. Gehe zurück, wo ich herkam. Und versuche dem Weg zu folgen, während ich auf die nächste Wand warte, gegen die ich sicher jeden Moment –ganz plötzlich- renne, weil ich die Veränderung einfach nicht bemerke...