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Forum » Beziehung, Erotik & Liebe » ThreadWillst du meine Mama sein?
14.06.2012 22:01
HiddenNickname
0 Ich habe schon einige psychologische Theorien gelesen. Überzeugt hat mich das alles nicht besonders. Aber kürzlich stolperte ich über ein Buch von Jean Liedloff: "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück". Sie wollte im Urwald von Venezuela eigentlich Diamanten suchen. Dabei fiel ihr die offensichtliche Glücklichkeit der Ureinwohnerinnen auf. (Yequana-Indianer) Sie blieb zweieinhalb Jahre dort, auf der Suche zuerst mal, nach diesem Gefühl der "Richtigkeit", das sie dort empfand. Besonders auffallend erschien ihr, wie Kinder dort behandelt werden. Im ersten Lebensjahr werden sie unablässig am Körper getragen, während ihre Mutter, oder wer sonst es trägt, mit all dem beschäftigt ist, was Erwachsenen tun. Kanu fahren, feiern, sich mit Erwachsenen unterhalten, im Garten arbeiten, ... Dann beginnt die Phase, wo das Kind seine Fähigkeiten proben will und zuerst nur kurz und dann immer länger Abstand sucht von der Mutter. Ihr fiel auf, dass diese Kinder dann keine Aufmerksamkeit mehr fordern. Die Mutter oder andere Bezugspersonen sind aber immer erreichbar, wenn es sie doch mal braucht. Sie vergleicht nun den Zustand in dem wir in unserem Kulturkreis aufwachsen. Anstatt Abenteuer auf den Armen von vertrauten Menschen, befinden wir uns als Babys meist in einer gähnenden Lehre. Da ist nur toter Stoff um uns herum und das nagende unbefriedigte Bedürfnis nach Körperkontakt schafft ein Grundgefühl der Unzufriedenheit, das unbearbeitet zum "normalen" Grundgefühl des gesamten Lebens werden kann. Das was entbehrt wurde, wird immer weiter gesucht. Während wir einerseits das Bedürfnis haben, genau wie ein Yequana Kind, unsere Fähigkeiten zu erproben, ist da immer ein Teil von uns, der sich nach dem Zustand sehnt, getragen zu werden, bemuttert zu werden. Sie schreibt, dass viele in ihren Partnerschaften einen heimlichen Pakt schließen: "Willst du meine Mutter sein, so bin ich deine." Darin sieht sie aber auch die Chance, im Erwachsenenleben tatsächlich noch das zu bekommen, was als Kind entbehrt wurde. Kuscheln, kuscheln kuscheln eben und sich hier und da auch tragen, kindische Ausbrüche tolerieren, etc.. Im Gegensatz dazu suchen viele das Vermisste im Kaufrausch, Drogen, Ruhm. Diese Wege führen zu kurzfristiger Erleichterung aber nie zur Befriedigung. Meines Empfindens nach hat sie Recht. auch wenn sie ein Kind ihrer Zeit war und zB Homosexualität noch als Krankheit gesehen hat. In vielem hat sie sich geirrt, aber ihre Grundthese ist sehr nachvollziehbar. Diese 2 Ebenen von Beziehungen zu verstehen, finde ich sehr hilfreich. Die eine Ebene, die naturgemäß zum Erwachsenenleben gehört, in der Sexualität und Partnerschaftlichkeit eine Rolle spielt und die andere Ebene, in der das verhungerte Kind in uns nach dem verlangt, was es braucht um erwachsen werden zu können. Erinnert mich Katzen die zu früh von der Mutter getrennt wurden. Sie machen auf dem Arm von Menschen oft Jahrelang den Milchtritt. Aber so ca. nach 4 Jahren hören sie damit auf. Dann ist das was fehlte offensichtlich erfüllt worden. Hatten Katzen aber keinen Menschen der dies tolerierte, so tun sie es auch später noch, wenn dann endlich eine da ist.... Mit dem Post mache ich mich wahrscheinlich in den Augen viele wieder so angreifbar.... Na mal schauen ob ich überhaupt Zeit habe den Thread zu lesen.
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