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14.02.2008 16:04
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0 Nach der Steuerrazzia in seinen Privat- und Büroräumen wird Postchef Klaus Zumwinkel nun in Bochum vom Staatsanwalt vernommen. Gut fünf Stunden nach Beginn der Durchsuchungen war Zumwinkel zu Hause in Köln von einem Polizeiwagen abgeholt worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, er gehe davon aus, dass Zumwinkel freiwillig mitgekommen sei. Wenige Minuten später trugen Ermittler Kisten mit Unterlagen aus der Villa, die sie anschließend in die Kofferräume ihrer Autos verstauten. Am Nachmittag will die Staatsanwaltschaft sich zu den Ermittlungen äußern. Den Fiskus um zehn Millionen geprellt? Medienberichten zufolge durchsuchte die Polizei am Morgen sowohl das Privathaus als auch das Büro von Zumwinkel. Gegen den Manager soll ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vorliegen. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob Zumwinkel über zehn Millionen Euro am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geschleust habe. Die auf Steuerdelikte spezialisierten Bochumer Ermittler bestätigten bisher lediglich Durchsuchungen in Bonn und Köln "wegen eines Steuerstrafverfahrens", wollen sich jedoch im Laufe des Tages äußern. Unter strengster Geheimhaltung ermittelt Nach Informationen von "Spiegel Online" soll Zumwinkel mit Hilfe einer Stiftung Steuern hinterzogen haben. Gegen einen Familienangehörigen Zumwinkels werde bereits seit Sommer vergangenen Jahres wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Aus umfangreichen Aufzeichnungen eines Liechtensteiner Geldinstituts gehe hervor, dass der Post-Chef auch überlegt habe, sein Vermögen nach Asien oder auf die Cayman-Inseln zu verlagern. Übernimmt Appel vorübergehend die Post-Führung? Derweil geht die Spekulation über die Zumwinkel-Nachfolge los. Medienberichten zufolge übernimmt Vorstandsmitglied Frank Appel vorerst die Führung des Konzerns. Appel gilt als designierter Nachfolger Zumwinkels. Eine Sprecherin der Deutschen Post wollte sich zu Berichten nicht äußern. Appel ist seit 2002 Vorstandsmitglied und verantwortet das Logistik-Geschäft und das internationale Briefgeschäft. Auf den Börsenkurs haben sich die Ermittlungen bisher nicht negativ ausgewirkt. Im Gegenteil: Die Aktie der Post war mit einem Plus von mehr als drei Prozent der Börsengewinner. Einige Marktteilnehmer hofften möglicherweise auf "frischen Wind" nach einem Weggang Zumwinkels, so die Begründung eines Börsianers. Einer der profiliertesten deutschen Unternehmensführer Zumwinkel gilt als einer der profiliertesten deutschen Unternehmensführer. Seit 18 Jahren führt er die Post und ist damit länger als jeder andere Chef eines deutschen DAX-Unternehmens. Sein Vertrag läuft Ende 2008 aus. Der 64-Jährige hatte mehrfach angekündigt, sich im Sommer zu seiner beruflichen Zukunft äußern zu wollen. Als sein Nachfolger wird seit langem Vorstandsmitglied Frank Appel gehandelt. Aus Branchenkreisen hieß es bislang, Zumwinkel wolle dann an die Spitze des Post-Aufsichtsrates rücken. Daneben sitzt er in den Aufsichtsräten der Post-Tochter Postbank, bei der Deutschen Lufthansa, dem Reise- und Kaufhauskonzern Arcandor sowie als Vorsitzender bei der Deutschen Telekom. Das Spitzenamt bei der Telekom läuft allerdings in Kürze aus. Der mehrfach ausgezeichnete Manager war zuletzt im Dezember wegen des Verkaufs eigener Postaktien in die Kritik geraten. Kurz nach der Einigung über den von ihm maßgeblich geforderten Mindestlohn in der Postbranche nutzte er den Kursanstieg der Post-Aktie und erlöste aus 200.000 Aktienoptionen rund 2,24 Millionen Euro. http://www.tagesschau.de/ [...] el4.html
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