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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » Threadein Stückchen text
25.01.2009 15:05
HiddenNickname
0 Erwartungen Ein Blatt, ein Stift, eine Vorlesung aber vor allem ein leerer Akku und kein Internet. Die Suche nach Ablenkung. Wie viele Definitionen kann man beim Thema Geschäftsprozessmodellierung durchnehmen? Als Mathematiker anscheinend sehr viele. „motivierte Mitarbeiter“ ein schönes Schlagwort. Wieso schafft es ein Dozent eine Vorlesung, die sich interessant anhört doch langweilig und uninteressant zu gestalten? Wenigstens redet er mit einem wunderbaren schwäbischen Akzent und angenehmer Stimme. Auch die Anekdoten sind toll, aber der Rest? Oder ist es mal wieder die zu hohe Erwartung. Immer zu hohe Erwartungen, die eh nicht erfüllt werden können? Wie sollen auch drei Stunden Vortrag interessant sein? Erwartungen. Ein Wort aus eins-zwei-drei-vier-fünf-sechs -sieben-acht-neun-zehn-elf Buchstaben. Das ist eine Menge aber irgendwie keine magische Zahl. Weder in der globalen Sichtweise noch in meiner persönlichen. Hm okay sechs, neun oder zwölf, das wäre was mit mir. Aber kann ich sagen zwölf minus eins ist ja auch elf. Nein das wäre gemogelt. Das ist definitiv kein guter Einstieg zu Erwartungen. Okay ein neuer Versuch. Erwartungen. Was sind Erwartungen? Wo ich gerade mit so vielen Definitionen bombardiert werde hier meine Definition zu Erwartungen. „Erwartungen sind Ansprüche ans ich und seine Umwelt bestimmte Dinge in einer gewissen Qualität bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen.“ Schön neutral gelungen, fast wie aus dem Lehrbuch. Also das wichtigste an mich selbst und an meine Umwelt. Wie gerade an meinen Dozenten eine interessante Vorlesung zu machen. Das ist einfach, er wird dafür bezahlt und muss mir was bieten. Okay, das war ein Eigentor (ich sollte Torwart werden und nicht Stürmer sein). Dumm, dass ich auch dafür bezahlt werde, dass ich hier bin. 841€ dafür, dass ich hier her komme und mir hier alles anhöre. Ich erwarte ja auch, dass ich hier zuhöre, ich versuche es sogar auch und weil ich so Multitaskingfähig bin, schaffe ich es natürlich auch. Gut, genug des Eigenlobs. „Zeitpunkt“ ist einfacher. 12:45 also in einer Stunde ist diese Vorlesung erst einmal vorbei. Bis dahin ist die Erwartung von allen hier im Raum einfach mal diese Vorlesung zu machen und in der Mehrheit einfach zuzuhören. Gut, was ist zum Schlagwort „Qualität“ zu sagen? Vielmehr „gewisse Qualität“. Erst mal ist ja Qualität für jeden etwas anderes. Während ich mich langweile ist es ja vielleicht für jemand anderen total interessant. Ist es meine Unfähigkeit nichts interessant zu finden? Ablenkung zu genießen? Sich nicht auf eins konzentrieren zu können? Ist das eine Folge meines Aufwachsens in der Spiel und Spaß Gesellschaft? Nein ich glaube nicht, denn wenn ich so darüber nachdenke, hat sich diese Unruhe erst mit meinem Studium eingestellt. Immer das Gefühl zu haben noch etwas tun zu müssen. Angst zu haben etwas zu vergessen oder etwas nicht rechtzeitig fertig zu bekommen. Angst vor den Konsequenzen. Aber jedes Mal es doch alles zu schaffen, sich dann aber nicht darüber freuen zu können, weil ich mich ja wieder wegen dem nächsten Zeug stresse…. Unruhe verbunden mit Stress. Vorausschauen anstatt das hier und jetzt zu genießen… Sachen genau dann zu vergessen, wenn man sie machen könne (ich meine mich, diese Verallgemeinerung ist hier fehl am Platz) also den Aufwand zu erhöhen, weil man es irgendwie an der falschen Stelle macht und alles auf einmal und parallel…. Sogar während ich das schreibe bin ich rastlos… Kann keinen klaren Gedanken fassen… Wieso hat mein Tag zu wenig Stunden? Wieso sind die Ressourcen so knapp? Doch was hat das mit Erwartungen zu tun? Sehr viel, denn wie soll ich Erwartungen und wie sollen meine Erwartungen je erfüllt werden, wenn ich selbst nicht klar denken kann was ich will und was realistisch ist? Meinungen ? Anregungen ? Fragen ?
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