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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadDer ganz normale Wahnsinn beim Jobcenter
14.11.2008 08:40
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0 Leider ist dies keine Satire: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing Renée-Maike, Nürtingen Dieser gute alte Spruch müsste ja im Prinzip auch für mich, die ich durch den Staat durch ALG 2 (umgangssprachlich Hartz 4 genannt) alimentiert werde auch gelten. Was ich jedoch nunmehr seit Anfang September mit einem Bediensteten dieses Staates, des Jobcenters hier in Nürtingen erlebe, lässt mir das Brot recht hart werden und das mir „Lied“ dieses Staates sehr schwer von den Lippen kommen. Es begann eigentlich alles ganz harmlos. Als ich nach über 9-monatiger Krankheit genesen ende August wieder Arbeiten durfte, begann ich mit der Suche nach einer neuen Chance und fand diese in Form einer Weiterbildung zur FallKonfliktManagerin bei der ZeitWerkBeratung in Stuttgart. Diese Weiterbildung mit der Perspektive nach erfolgreichem Beenden der Maßnahme bei der ZeitWerkBeratung Menschen aus der Schuldenfalle helfen zu können, eine echte Chance. Müsste man meinen. Nun kommt aber ab 5.9.08 die ARGE Jobcenter ins Spiel. An diesem Freitag sprach ich zum 1. Mal in der Sache bei meinem Arbeitsvermittler vor. Ein freundlich verlaufendes Gespräch mit einer Terminvereinbarung auf den 12.9. An diesem Tag, der eigentlich ja das Ende meiner Arbeitssuche einleiten sollte war der Beginn einer Entwicklung, die jedem Menschen, der sie nicht erlebt hat, wahrlich unglaublich Erscheinen muss. Denn statt des von mir erhofften Bildungsgutscheines wurde mir zunächst von meinem Arbeitsvermittler erklärt, dass wir ja keine Eile hätten, da ende Oktober ein weiterer Lehrgang beginne. Auf meine deutliche Forderung in dem nun startenden Lehrgang beginnen zu wollen und dabei auf meine Eingliederungsvereinbarung pochend, holte mein Arbeitsvermittler seinen Vorgesetzten hinzu. Der erklärte mir dann seine Sicht der Dinge und einiges über die ZeitWerkBeratung, dass durchaus einer üblen Nachrede gleichkommt. Zu guter Letzt kamen wir jedoch überein, dass ich bei Vorlage der Zertifizierung der Maßnahme und der Übernahmezusage den Bildungsgutschein erwarten könne. Für mich waren jedoch die ganzen Vorgänge so wichtig, dass ich Sie dem hiesigen, direkt gewählten Bundestagsabgeordneten berichtete. Dieser bot mir dann auch umgehend seine Hilfe an. Eine Hilfe, die jedoch beim Jobcenter ganz andere Prozesse auslöste, denn plötzlich war die Förderung meiner Maßnahme an eine psychologische Begutachtung geknüpft. Erstaunlicherweise eben erst nach dem sich der Abgeordnete eingeschaltet hatte. -Es liegt mir fern, darin eine Schikane erkennen zu wollen - Wir, also ZeitWerkBeratung und ich, versuchten, ja gleichzeitig eine Förderung über das Programm „WeGeBAU“ zu erreichen. Für dieses Programm bin ich aber leider zum Einen zu jung, zum Anderen zu qualifiziert. Also wieder zu jenem Arbeitsvermittler, erneut mit der Bitte um den Bildungsgutschein. Erneut schien mir der Herr sehr freundlich und aufgeschlossen, telefonierte umgehend mit dem Geschäftsführer der ZeitWerkBeratung und sagte diesem auch den Bildungsgutschein zu ohne weitere Bedingungen, ich solle nur an folgenden Tag wieder vorbeikommen. An diesem Tag, kam der werte Herr vom Jobcenter dann wie Kai aus der Kiste wieder mit der Forderung nach einer Begutachtung. Ein unglaublicher Vorgang! In mir kam das Gefühl auf, dass mich dieser Herr am ausgestreckten Arm verhungern lassen will, dies im Übrigen nicht nur im übertragenen sondern im ganz realen Sinn. Ich nehme derzeit an der Weiterbildung auf eigenes Risiko und auf meine eigenen Fahrkosten teil, eine Belastung, die bei den Bezügen von ALG2 ohne die Hilfe engagierter Freunde gar nicht tragbar wäre. Mag die Leserschaft dieser Zeitung nun meinen, dass der Vorgang nun zu einem glücklichen Ende gefunden hätte, so muss ich sie leider enttäuschen. Der Wahnsinn geht weiter! Zum Termin der Begutachtung war auch ich Opfer der Erkältungswelle und ich musste den psychologischen Dienst in Esslingen um eine Terminverschiebung bitten. Dies ging seinen geordneten Weg, ich bekam nun eine Einladung zur Begutachtung am 12.11. Mein Arbeitsvermittler sieht jedoch darin ein Terminversäumnis, das er mit einer Leistungskürzung ahnden will! Warum berichte ich nun der Leserschaft so ausführlich über diese Vorgänge? Es ist mir einfach ein Anliegen der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es eben nicht immer die angeblich „arbeitsscheuen“ Arbeitssuchenden sind, die ja keine Arbeit wollen, sondern es auch seitens der Jobcenter unmögliche Hürden aufgebaut werden. Wo bleibt denn bei solchen Vorgängen der von Dr. Peter Hartz so plakativ geprägte Grundsatz von fördern und fordern?
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21.11.2008 12:52
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17.11.2008 09:52
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