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04.11.2002 23:01
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0 SCHON GEWUSST? Greetz, SOMEDAY Der 25. November ist der Internationale Gedenktag "NEIN zu Gewalt an Frauen!". Dieser Gedenktag geht zurück auf den Tod der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich in diesem Zusammenhang an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt. Auf einem Treffen von lateinamerikanischen und karibischen Feministinnen 1981 in Bogotá, Kolumbien, gedachten die Teilnehmerinnen dieser Frauen und riefen den 25. November als internationalen Gedenktag an die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus. Die Veranstaltungen für 2002 Gewalt an Frauen und Mädchen und ihre Diskriminierung ist ein stets aktuelles Thema. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vom Juni 2000 wird mindestens jede fünfte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer sexueller Gewalt. Die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher. Der Sexismus in Werbung und Medien schürt die Degradierung der Frau auf ein Objekt. Jährlich fliehen 40 000 Frauen in Deutschland vor ihren gewalttätigen Männern ins Frauenhaus. 75 % der Vergewaltigungen werden von Tätern aus dem sozialen Umfeld begangen. Davon werden nur 10 – 30% der Polizei gemeldet. In vielen Ländern sind die Zustände noch bedenklicher. In Bangladesch sterben jedes Jahr 20.000 Frauen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder einer Geburt, da sie keinen Zugang zu ausreichender Gesundheitsfürsorge haben. Jährlich werden weltweit zwei Millionen Mädchen zwischen 5 und 15 Jahren in den kommerziellen Sexmarkt eingeschleust. Diese Zahlen zeigen einmal mehr, dass wir diesen Zustand nicht hinnehmen dürfen und dass noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Die Fahnenaktion „Frei leben – ohne Gewalt“ geht weiter Die anlässlich des 25. November entwickelte Fahnenaktion von TERRE DES FEMMES wurde 2001 erstmals bundesweit von zahlreichen Frauenbeauftragten, Frauenhäusern, Ministerien, Universitäten und vielen anderen Verbänden, namentlich dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), gerne aufgegriffen und mit getragen. Die Kooperation war so erfolgreich, dass TERRE DES FEMMES diese Vernetzung und Aktionsform unbedingt ausbauen will. So sollen zu den über 1200 Fahnen vom Vorjahr noch einmal ebenso viele Fahnen hinzukommen. Rund um den 25. November 2001 fanden im gesamten Bundesgebiet zahlreiche Veranstaltungen statt. Die Vielfalt dieser Veranstaltungen war grossartig und zeugt vom umfangreichen kreativen Potential der Beteiligten: neben Informationsabenden und Vorträgen zum Thema "NEIN zu Gewalt an Frauen" fanden zahlreiche (Benefiz-) Konzerte, Lesungen und Theatervorstellungen statt. Viele Organisator/-innen konnten Prominente vor Ort für eine medienträchtige Fahnenhissung vor ihrem Rathaus oder anderen öffentlichen Gebäuden gewinnen. Beeindruckt hat vor allem auch die Planung der Aktionen. Oft bildeten sich durch die Vernetzung und den Zusammenschluss vieler einzelner Institutionen und Kommunen lokale und regionale Bündnisse, womit einem regen Erfahrungsaustausch und eventuellen weiteren Projekten der Boden bereitet war. Fahnen – nicht Flaggen! – als neues Medium der Öffentlichkeitsarbeit, eingesetzt für die Anliegen von Frauen, sind für uns wichtig und eine gute Ergänzung zu den bewährten Infoständen in Fussgängerzonen. Unser Ziel, mit der 3 m langen und 1,2 m breiten Bannerfahne bundesweit ein Zeichen zu setzen, ein neues Symbol zu schaffen und mehr Kontinuität in der Kampagnenarbeit für den 25. November zu entwickeln, sehen wir bestätigt. Das Fahnensymbol "frei leben – ohne Gewalt" soll von nun an jedes Jahr einen neuen thematischen Schwerpunkt begleiten. Fahnenaktion 2002 Zwangsheirat ist Gewalt an Frauen und Mädchen Im Jahr 2002 möchte sich TERRE DES FEMMES der Zwangsverheiratung von Frauen und Mädchen widmen. Tabuisierung und die daraus entstehenden Informationsdefizite verhinderten bislang, dass Zwangsheirat als Problem anerkannt, die Ursachen bekämpft und vorbeugende Massnahmen getroffen wurden. Deshalb sind empirisch fundierte Aussagen über das Ausmaß von Zwangsehen schwierig zu treffen, es gibt kaum verlässliche Daten. Dennoch wird aus zahlreichen Berichten von Frauenhäusern und Beratungsstellen deutlich: Es sind nicht nur Frauen und Mädchen aus (meist islamischen) Gesellschaften bzw. aus dem Ausland betroffen, sondern auch hier in Deutschland Geborene bzw. Lebende. Die schwierige psychische Verfassung und die Furcht vor Racheakten bis hin zu Ermordungen wegen Verletzung der Familienehre hält viele betroffene Frauen und Mädchen davon ab, sich zu wehren und in die Öffentlichkeit zu treten. Der oftmals unsichere Aufenthaltsstatus von Immigrantinnen, Sprachbarrieren und die Unwissenheit über existierende Gesetze kommen erschwerend hinzu. Ausserdem fehlen meist die finanziellen Mittel, um ohne Unterstützung der Familie zu überleben. Zwangsverheiratung schränkt Frauen und Mädchen in ihrem Selbstbestimmungsrecht ein, sie ist eine Form von Gewalt und ein Mittel der Unterdrückung von Frauen und Mädchen. Kooperation Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sind in dieser Aktion unsere wichtigsten Ansprechpartnerinnen. Nachdem die Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund und vielen Frauenhäusern im letzten Jahr einen guten Anfang nahm, hoffen wir auch dieses Jahr wieder auf ihre Unterstützung. Zusätzlich sollen noch weitere bundesweit tätige Verbände die Fahnenaktion 2002 unterstützen. Aber auch jede Privatperson ist herzlich eingeladen, an dieser Aktion mitzuwirken und entsprechende Materialien zu bestellen. Die TERRE DES FEMMES Zentralveranstaltung wird dieses Jahr in Stuttgart stattfinden. Unter dem Motto "frei leben – ohne Gewalt" werden zahlreiche Künstler/innen in einer Benefiz-Gala auftreten.
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