GLÜCK
Meine 1. Kurzgeschichte in meinem Leben
Thema: GLÜCK
Glück
An einem verregneten Herbsttag lief ich durch den Park. Ich roch das Gras, das sich begann neu zu entfalten. Dieses Gefühl das mich durchströmte, wie der Regen die Luft, ist schwer zu beschreiben. Ich sah die Blätter, die sich von mir verabschiedeten, als würden sie nie wieder kommen und doch wusste ich, sie kommen wieder. Ich hörte wie der Regen in den Pfützen aufprallte und fragte mich, ob es den Regentropfen wehtun würde!? Ein Gefühl von Frieden, welches dem Paradies gleicht. Plötzlich hörte ich in einem Gebüsch ein leises röcheln. Ein Röcheln dass ich bisher nur aus einem Horrorfilm kannte, wo das Böse Wesen versuchte das Gute zu töten. Mein Gang verlangsamte sich, meine Schritte wurden leiser und mein Atem stockte. Ich wollte wissen, was sich in dem Gebüsch befindet, doch auch die Angst die mich begleitete wurde größer und größer.
Meine Neugier wurde größer und in mir entfachte ein Gefühl das dem des Mutes entspricht. Meine Schritte wurden von einer Macht beherrscht, die ich nicht selbst unter Kontrolle hatte. Langsam streckten sich meine Arme in die Sträucher. Mein Schweiß vereinte sich mit den Regentropfen auf meiner Stirn. Das Röcheln, das noch so fern war, spürte ich jetzt direkt an meinem Ohr und plötzlich hörte es auf zu regnen. Eine Wärme schoss mir entgegen wie an einem heißen Sommertag. Ein Moment als stehe ich vor dem Himmelstor mit der Aufforderung hinein zu treten. Ich tat es und was ich sah war alles andere als der Himmel.
Ein alter Mann in einem verwahrlosten Zustand. Sein Anzug mit Löchern, anstatt Mustern verziert. Ein Geruch der so penetrant war, dass der Duft des Grases nur noch in meiner Vergangenheit existierte. Seine Augen voller Furcht und Panik. Ich spürte seine Angst, sein Zittern am Leibe, durchdrang mich. Ohne zu überlegen was ich tat, setze ich mich zu ihm um den Kreis der Angst zu unterbrechen. Ich versuchte mich ihm gleichzustellen, wie ein kleines Tier das aus Instinkt Angst vor der Größe des Menschen hat. Ich suchte nach Sätzen, nach einzelnen Wörtern, doch ich verstummte und schaute ihn nur an. Was machte ein alter Mann, völlig verwahrlost und durchnässt in einem Gebüsch? Hat die Gesellschaft ihn aufgegeben? Wie konnte er hier liegen ohne das ein Mensch ihn bemerkte? Dieser Park ist immer gut besucht, hätte er nicht von irgendeinem entdeckt werden müssen oder haben sie weggeschaut aus Angst beschmutzt zu werden? Umso mehr ich darüber nachdachte umso stärker wurde meine Wut gegen diese Menschen. Ein zerbrechlicher Mensch aus Fleisch und Blut saß mir gegenüber, kraftlos, orientierungslos, verwirrt. Er tat mir sehr Leid und ich beschloss nicht wegzuschauen und einfach weiterzugehen. Nein! Ich werde ihm helfen. Ich streckte vorsichtig und zaghaft meine Hand in seine Richtung. Sein Blick wurde nervös, aber auch mein Herz klopfte mit seinem um die Wette. Seine Mimik veränderte sich und ich konnte erkennen, dass sich seine Mundwinkel nach oben gebogen hatten. Er nahm meine Hand und in diesem Moment gehörte die Welt uns Beiden. Die Angst, die ich zuvor hatte verschwand aus heiterem Himmel. Die Sonne, die im Urlaub war, kam von ihrer Reise um uns ihre Wärme zu schenken. Ich wurde mutiger und fragte ihn, warum er hier im Gebüsch sitzt. Keine Antwort von ihm. Nur seine braunen Kulleraugen, die immer noch verwirrt in seinem Gesicht kreisten. Ich sah eine Parkbank und fragte ihn, ob er nicht mit mir kommen wolle, da es dort bequemer sei zu sitzen. Wieder keine Antwort von ihm. Ich beschloss zur Parkbank zu gehen, in der Hoffnung er würde auch kommen. Es vergingen einige Minuten und plötzlich hörte ich hinter mir wie sich das Gras durch Schritte zu Boden drückte. Mir fuhr es eiskalt den Rücken hinunter jedoch hatte ich wieder das unbeschreibliche Gefühl in mir, dass mich innerlich erwärmen ließ. Wackelig setzte er sich neben mich und rührte sich nicht. „Sind sie glücklich alter Mann?“ fragte ich ihn. „Glücklich?“ antwortete er mit einer schwachen aber doch starken Stimme. „Ja.“ Antwortete ich. Seine Falten im Gesicht krümmten sich zusammen, wie ein kleines Baby dass soeben das Licht der Welt erblickte. Ob ich wohl lieber nicht gefragt hätte? „Ich war mal glücklich“, erwiderte er mir. „Und warum sind sie es jetzt nicht mehr?“ „Weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wann wie und wo ich glücklich war.“ Was war dem alten Mann wohl widerfahren, dass er so daher sprach? „Gibt es denn nicht einmal einen kurzen Moment der sie glücklich stimmen lässt?“ „Ich weiß es nicht.“ „Woher kommen sie alter Mann? Wo wohnen sie? Haben sie Kinder, Ehefrau, ein Zuhause? Auch wenn ich die Antwort schon wusste, musste ich ihn dennoch fragen, aber auch bei dieser Frage antwortete er: „ich weiß es nicht.“ „Ich möchte ihnen helfen alter Mann, “ sagte ich zu ihm. „Gehen Sie mit mir spazieren alter Mann?“. Er stand auf und folgte mir, ohne Widerstand. Ich legte seinen Arm in meinen und wir machten uns auf den Weg. Er zitterte immer noch und ich legte meine Jacke um ihn.
Immer noch nicht kann ich glauben, dass gerade ich, mit einem wildfremden Menschen spazieren gehe. Es löste in mir ein Gefühl aus, dass sich mit Glück vergleichen lässt. Ich war der festen Überzeugung, dass ich dieser Engel auf Erden war, der dem alten Menschen helfen sollte, doch wusste ich nicht wie. Wir liefen fast um den ganzen Park. Menschen kamen uns entgegen. Verliebte junge Paare, Eltern mit Kindern, Menschen mit ihren Hunden und ich mit dem alten Mann. Wir liefen und liefen und sprachen kein Wort miteinander und dennoch fühlte ich mich frei und glücklich. Ob sich so der alte Mann auch fühlte? Die Sonne ging langsam unter, man konnte sehen, wie sie mit ihren Strahlen uns zuwinkte. Wir kamen wieder zu unserer Parkbank und langsam wurde es auch Zeit für mich zu gehen, doch wie nur kann ich dies dem alten Mann sagen? Plötzlich streckte der alte Mann die Hand zu mir. Ich nahm sie in meine. „Ich möchte mich nun von ihnen verabschieden, „ sagte er. „Es wird nun Zeit für mich zu gehen.“ „Wo gehen sie hin?“ fragte ich ihn. „Das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass ich ihnen begegnet bin, “ sagte er. „Sie sind mein Glück. Sie sind der einzigste Mensch gewesen, der nicht an mir vorbeigelaufen ist, sondern zu mir gekommen ist um mir zu helfen. Ich kann ihnen nicht sagen, was mir das bedeutet und wie viel Glück und Freude ich in dieser Zeit mit ihnen verspürt habe, auch wenn ich verstummt war, habe ich sie genossen. Ich danke ihnen und wünschen ihnen, einem besonderen Menschen, alles Glück der Welt.“ Ich bekam keinen Ton heraus, schaute ihn nur an und ich spürte, wie Tränen über meine Wangen kullerten. Ich war glücklich, dass ich einem fremdem Menschen wenigstens zu ein bisschen Glück verholfen habe. Der alte Mann lief weiter. Ich setzte mich noch auf die Bank mit einem Lächeln und dachte noch mal über die Begegnung mit dem alten Mann nach, dann ging auch ich nach Hause. Am nächsten Morgen, als ich aufstand las ich die Zeitung und trank meinen Ritualkaffee. Plötzlich fiel mir die Tasse auf den Boden, nachdem ich folgende Schlagzeile las: ALTER MANN ENDLICH WIEDER ZURÜCK. Ich konnte es nicht glauben. In dem Artikel stand, dass ein alter Mann schon 2 Monate vermisst wurde. Er war aus einem Altersheim, gleich hier um die Ecke. Ich legte die Zeitung zurück, ging auf meinen Balkon.
Die Sonne strahlte in mein Gesicht. War ich sein Glück gestern?
Thema: GLÜCK
Glück
An einem verregneten Herbsttag lief ich durch den Park. Ich roch das Gras, das sich begann neu zu entfalten. Dieses Gefühl das mich durchströmte, wie der Regen die Luft, ist schwer zu beschreiben. Ich sah die Blätter, die sich von mir verabschiedeten, als würden sie nie wieder kommen und doch wusste ich, sie kommen wieder. Ich hörte wie der Regen in den Pfützen aufprallte und fragte mich, ob es den Regentropfen wehtun würde!? Ein Gefühl von Frieden, welches dem Paradies gleicht. Plötzlich hörte ich in einem Gebüsch ein leises röcheln. Ein Röcheln dass ich bisher nur aus einem Horrorfilm kannte, wo das Böse Wesen versuchte das Gute zu töten. Mein Gang verlangsamte sich, meine Schritte wurden leiser und mein Atem stockte. Ich wollte wissen, was sich in dem Gebüsch befindet, doch auch die Angst die mich begleitete wurde größer und größer.
Meine Neugier wurde größer und in mir entfachte ein Gefühl das dem des Mutes entspricht. Meine Schritte wurden von einer Macht beherrscht, die ich nicht selbst unter Kontrolle hatte. Langsam streckten sich meine Arme in die Sträucher. Mein Schweiß vereinte sich mit den Regentropfen auf meiner Stirn. Das Röcheln, das noch so fern war, spürte ich jetzt direkt an meinem Ohr und plötzlich hörte es auf zu regnen. Eine Wärme schoss mir entgegen wie an einem heißen Sommertag. Ein Moment als stehe ich vor dem Himmelstor mit der Aufforderung hinein zu treten. Ich tat es und was ich sah war alles andere als der Himmel.
Ein alter Mann in einem verwahrlosten Zustand. Sein Anzug mit Löchern, anstatt Mustern verziert. Ein Geruch der so penetrant war, dass der Duft des Grases nur noch in meiner Vergangenheit existierte. Seine Augen voller Furcht und Panik. Ich spürte seine Angst, sein Zittern am Leibe, durchdrang mich. Ohne zu überlegen was ich tat, setze ich mich zu ihm um den Kreis der Angst zu unterbrechen. Ich versuchte mich ihm gleichzustellen, wie ein kleines Tier das aus Instinkt Angst vor der Größe des Menschen hat. Ich suchte nach Sätzen, nach einzelnen Wörtern, doch ich verstummte und schaute ihn nur an. Was machte ein alter Mann, völlig verwahrlost und durchnässt in einem Gebüsch? Hat die Gesellschaft ihn aufgegeben? Wie konnte er hier liegen ohne das ein Mensch ihn bemerkte? Dieser Park ist immer gut besucht, hätte er nicht von irgendeinem entdeckt werden müssen oder haben sie weggeschaut aus Angst beschmutzt zu werden? Umso mehr ich darüber nachdachte umso stärker wurde meine Wut gegen diese Menschen. Ein zerbrechlicher Mensch aus Fleisch und Blut saß mir gegenüber, kraftlos, orientierungslos, verwirrt. Er tat mir sehr Leid und ich beschloss nicht wegzuschauen und einfach weiterzugehen. Nein! Ich werde ihm helfen. Ich streckte vorsichtig und zaghaft meine Hand in seine Richtung. Sein Blick wurde nervös, aber auch mein Herz klopfte mit seinem um die Wette. Seine Mimik veränderte sich und ich konnte erkennen, dass sich seine Mundwinkel nach oben gebogen hatten. Er nahm meine Hand und in diesem Moment gehörte die Welt uns Beiden. Die Angst, die ich zuvor hatte verschwand aus heiterem Himmel. Die Sonne, die im Urlaub war, kam von ihrer Reise um uns ihre Wärme zu schenken. Ich wurde mutiger und fragte ihn, warum er hier im Gebüsch sitzt. Keine Antwort von ihm. Nur seine braunen Kulleraugen, die immer noch verwirrt in seinem Gesicht kreisten. Ich sah eine Parkbank und fragte ihn, ob er nicht mit mir kommen wolle, da es dort bequemer sei zu sitzen. Wieder keine Antwort von ihm. Ich beschloss zur Parkbank zu gehen, in der Hoffnung er würde auch kommen. Es vergingen einige Minuten und plötzlich hörte ich hinter mir wie sich das Gras durch Schritte zu Boden drückte. Mir fuhr es eiskalt den Rücken hinunter jedoch hatte ich wieder das unbeschreibliche Gefühl in mir, dass mich innerlich erwärmen ließ. Wackelig setzte er sich neben mich und rührte sich nicht. „Sind sie glücklich alter Mann?“ fragte ich ihn. „Glücklich?“ antwortete er mit einer schwachen aber doch starken Stimme. „Ja.“ Antwortete ich. Seine Falten im Gesicht krümmten sich zusammen, wie ein kleines Baby dass soeben das Licht der Welt erblickte. Ob ich wohl lieber nicht gefragt hätte? „Ich war mal glücklich“, erwiderte er mir. „Und warum sind sie es jetzt nicht mehr?“ „Weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wann wie und wo ich glücklich war.“ Was war dem alten Mann wohl widerfahren, dass er so daher sprach? „Gibt es denn nicht einmal einen kurzen Moment der sie glücklich stimmen lässt?“ „Ich weiß es nicht.“ „Woher kommen sie alter Mann? Wo wohnen sie? Haben sie Kinder, Ehefrau, ein Zuhause? Auch wenn ich die Antwort schon wusste, musste ich ihn dennoch fragen, aber auch bei dieser Frage antwortete er: „ich weiß es nicht.“ „Ich möchte ihnen helfen alter Mann, “ sagte ich zu ihm. „Gehen Sie mit mir spazieren alter Mann?“. Er stand auf und folgte mir, ohne Widerstand. Ich legte seinen Arm in meinen und wir machten uns auf den Weg. Er zitterte immer noch und ich legte meine Jacke um ihn.
Immer noch nicht kann ich glauben, dass gerade ich, mit einem wildfremden Menschen spazieren gehe. Es löste in mir ein Gefühl aus, dass sich mit Glück vergleichen lässt. Ich war der festen Überzeugung, dass ich dieser Engel auf Erden war, der dem alten Menschen helfen sollte, doch wusste ich nicht wie. Wir liefen fast um den ganzen Park. Menschen kamen uns entgegen. Verliebte junge Paare, Eltern mit Kindern, Menschen mit ihren Hunden und ich mit dem alten Mann. Wir liefen und liefen und sprachen kein Wort miteinander und dennoch fühlte ich mich frei und glücklich. Ob sich so der alte Mann auch fühlte? Die Sonne ging langsam unter, man konnte sehen, wie sie mit ihren Strahlen uns zuwinkte. Wir kamen wieder zu unserer Parkbank und langsam wurde es auch Zeit für mich zu gehen, doch wie nur kann ich dies dem alten Mann sagen? Plötzlich streckte der alte Mann die Hand zu mir. Ich nahm sie in meine. „Ich möchte mich nun von ihnen verabschieden, „ sagte er. „Es wird nun Zeit für mich zu gehen.“ „Wo gehen sie hin?“ fragte ich ihn. „Das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass ich ihnen begegnet bin, “ sagte er. „Sie sind mein Glück. Sie sind der einzigste Mensch gewesen, der nicht an mir vorbeigelaufen ist, sondern zu mir gekommen ist um mir zu helfen. Ich kann ihnen nicht sagen, was mir das bedeutet und wie viel Glück und Freude ich in dieser Zeit mit ihnen verspürt habe, auch wenn ich verstummt war, habe ich sie genossen. Ich danke ihnen und wünschen ihnen, einem besonderen Menschen, alles Glück der Welt.“ Ich bekam keinen Ton heraus, schaute ihn nur an und ich spürte, wie Tränen über meine Wangen kullerten. Ich war glücklich, dass ich einem fremdem Menschen wenigstens zu ein bisschen Glück verholfen habe. Der alte Mann lief weiter. Ich setzte mich noch auf die Bank mit einem Lächeln und dachte noch mal über die Begegnung mit dem alten Mann nach, dann ging auch ich nach Hause. Am nächsten Morgen, als ich aufstand las ich die Zeitung und trank meinen Ritualkaffee. Plötzlich fiel mir die Tasse auf den Boden, nachdem ich folgende Schlagzeile las: ALTER MANN ENDLICH WIEDER ZURÜCK. Ich konnte es nicht glauben. In dem Artikel stand, dass ein alter Mann schon 2 Monate vermisst wurde. Er war aus einem Altersheim, gleich hier um die Ecke. Ich legte die Zeitung zurück, ging auf meinen Balkon.
Die Sonne strahlte in mein Gesicht. War ich sein Glück gestern?