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Miriam Makeba...


11.11.2008 16:10
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...Zum Tod von Miriam Makeba
Persona non grata und „Mamma Africa“
Von Dieter Bartetzko

Miriam Makeba auf ihrem letzten Konzert am Sonntagabend
10. November 2008 Miriam, wer? So dürfte die Antwort vieler amerikanischer Bürger auf die Nachricht vom Tod der Sängerin Miriam Makeba lauten. Das Land, in dem die geborene Südafrikanerin lange Zeit im Exil lebte, nahm nur gelegentlich dank Hitparaden Notiz von ihr. Und wenn sie politisch unliebsam auffiel: als Miriam Makeba, die zuvor als Tourneepartnerin Harry Belafontes die Studenten der Vereinigten Staaten und Kanadas begeistert hatte und zur schwarzen Königin des Folk aufgestiegen war, 1968 den Black-Power Aktivisten Stokely Carmichael heiratete, mußte sie das Land verlassen.

Da Südafrika, ihre Heimat, sie 1960 wegen ihres Auftritts in dem Film „Come back Africa“ ausgebürgert hatte, konzentrierte Miriam Makeba sich auf Frankreich, das Land, wo ihre musikalische Weltkarriere 1967 begonnen hatte. Hier war ihr Welthit „Pata Pata“, heute wechselnd als Klassiker des Folkjazz oder Ethnopop gelobt, zuerst in die Hitparade aufgestiegen, hier feierte man die Sängerin im Pariser Olympia und goutierte ihre aus afrikanischer Folklore, Jazz, Blues und bald auch Chanson gemischte Musik.

Wie Josephine Baker

Viele Franzosen empfanden die Künstlerin als eine Art neue, zeitgemäße Josephine Baker. Denn auch die „Schwarze Venus“ war erst in Paris zum Weltstar geworden, und blieb in ihrer Heimat Amerika, wo man von der Anfängerin keine Notiz genommen hatte, zeitlebens umstritten. Erst Recht, als sie sich während Tourneen durch die amerikanischen Großstädte in den fünfziger Jahren energisch gegen jede Art von Rassendiskriminierung wehrte.

Was Josephine Baker 1957 ihre international verbreitete Rede „Gegen Nationalismus und Rassenwahn“ in der Frankfurter Paulskirche war, wurde Miriam Makeba der Boykottaufruf gegen das südafrikanische Apartheitsregime, den sie 1963 bei einem Vortrag vor der Uno in New York formulierte. Auch ihr amerikanisches Comeback als Sängerin ist mit einem politischen Ereignis verbunden: Im Herbst 1974 trat Miriam Makeba gemeinsam mit B.B.King, James Brown und den Crusaders beim weltweit übertragenen Boxkampf zwischen George Foreman und Muhammad Ali in Kinshasa auf. Das Ereignis, als Sternstunde der Black Power gefeiert, brachte Neuaufnahmen ihrer Erfolge „Pata Pata“, „The Click Song“ und „Malaisha“ in die internationalen Hitparaden zurück.

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