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Neuer Häuserkampf in Frankfurt?


22.10.2011 15:18
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Wohnraumsituation in Frankfurt
Die Wohnraumsituation in Frankfurt ist schlichtweg beschissen. Es werden zwar neue Viertel (Europaviertel, Riedberg) erschlossen, deren Zielgruppe aber aus Besserverdienenden mit Familie besteht und dementsprechend fallen die Preise für Mieten und Eigentumswohnungen aus. Künstliche Wohnraumverknappung durch Leerstand in Höhe von 2 Millionen Quadratmetern im Stadtgebiet führt zusätzlich dazu, dass Frankfurt die Stadt mit den teuersten Mieten (nach München) in der BRD ist. Durchschnittlich 12€/m² muss hier für eine Wohnung geblecht werden - Kaltmiete! Wie so z.B. lediglich auf 400 €-Basis Beschäftigte noch Geld für Nahrung haben, bleibt ein Geheimnis. Die Stadtteile Frankfurts mit niedrigeren Mieten (6 €/m² aufwärts - was dem bundesdeutschen Durchschnitt aller Mieten entspricht) haben sich zu sozialen Brennpunkten entwickelt durch Ghettoisierung, während durch Gentrifizierung der Innenstadt (Konstablerwache, Bockenheim, Ostend) Geringverdienende und kulturelle Projekte ohne Profitorientierung vertrieben werden.
Verursacher dieser Krise ist nicht die nette Oma von nebenan, die durch Erbschaft etc. ein oder zwei Häuser besitzt. Zu groß wäre für sie das finanzielle Risiko des Leerstands. Sondern Verursacher sind Immobilienspekulanten - sowohl in privater wie auch in öffentlicher Hand -, die Dutzende bis Hunderte Gebäude in Frankfurt besitzen und es sich leisten können, darunter auch ein paar leerstehende Objekte zu haben, um in den genutzten Objekten höhere Mieten wegen des Mangels an Raum verlangen zu können.

Um einen kleinen Eindruck zu bekommen, wo was leersteht: http://leerstand-frankfurt.de/ . Die Webseite ist arg unvollständig!

Wohnlage für Studierende
Auch für Studierende ist die Wohnungslage ein großes Problem. Durch den Wegfall der Wehrpflicht und dem doppelten Abiturjahrgang wurden diesen Herbst bundesweit Hochschulen von einer Bewerber_innenwelle überschwemmt. An der Uni Frankfurt etwa sind nun 3000 mehr Studierende eingeschrieben als noch im Sommersemester - und das, obwohl nicht nur die desolate Wohnraumsituation der Uni bekannt ist, sondern auch die untragbaren Zustände an der Hochschule selbst, wo viele Studierende nicht mehr in ihre Vorlesungsräume reinkommen, so groß ist die Platznot. Gleichzeitig vermietet die Uni Frankfurt Hörsäle in repräsentativen Gebäuden an Unternehmen, um dort Konferenzen, interne Schulungen etc. abzuhalten - Hintergrund für die Besetzung des Casinos im Dezember 2009, die auf Anweisung des Unipräsidenten von der Polizei äußerst brutal (viele Verletzte, viele Schlagstockeinsätze, Bedrohung Demonstrierender durch Schusswaffen) nach zwei Tagen beendet wurde.
Nicht alle Studis haben zu Semesterbeginn eine Bleibe gefunden. So bietet der AStA der Uni Frankfurt ein Matratzenlager im Studierendenhaus an, das aktuell von über 20 Personen genutzt wird.

Hausbesetzung und Räumung
Am 20.10.2011 gab es eine studentische Vollversammlung mit anschließender Besetzung der Schumannstraße 58 und 60 (gegen 16:00). Anwohner_innen spendeten Lebensmittel und Mobiliar, um ihre Solidarität zu bekunden. Die Schumannstraße spielte bereits im früheren Frankfurter Häuserkampf eine Rolle, viele Besetzungen wurden damals durch Abschluss von Mietverträgen legalisiert. Die Gebäude Schumannstr. 58 und 60 wurden früher als Institute der Uni genutzt, befinden sich jetzt im Besitz des Immobilienmanagements des Landes Hessen und stehen seit drei Jahren leer. Eine Haushälfte, die Schumannstr. 58, ist bereits verkauft - als die Besetzer_innen davon erfahren haben, haben sie die entsprechenden Räumlichkeiten freiwillig verlassen und nicht mehr betreten. Was aus der Schumannstr. 60 werden soll, weiß offenbar nicht einmal das Land Hessen selbst - es steht zum Verkauf.
Mit den Besetzer_innen wurde von Seiten des Hessischen Immobilienmanagements nicht direkt, sondern nur über die Polizei verhandelt. So versicherte die Polizei noch um 22:00, dass heute nicht mehr geräumt wurde - eine Viertelstunde später waren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei vor Ort, forderten die Besetzer_innen zum Verlassen des Gebäudes auf (dem kamen etwa 40 Personen nach) und verschafften sich anschließend gewaltsam Zugang zum besetzten Haus. Vor dem Haus wurden Schlagstöcke eingesetzt gegen Menschen, die gegen die Räumung protestierten. Um etwa 23:00 erreichte die Polizei das erste Obergeschoss, in dem sich noch etwa 80 Personen befanden. Sie begrüßten die Polizei mit Jubel und Singen des Liedes "Always look on the bright side of life". Auf diese offensichtliche Gewaltbereitschaft hin sah sich die Polizei gezwungen, teilweise mit Einsatz von Faustschlägen, die Besetzer_innen rauszutragen und festzunehmen. Dabei offenbarte die Polizei auch zahlreiche Mängel in ihrem Auftreten, hier dokumentiert: http://akrecht.co.cc/erst [...] eigewalt
Zu keinem Zeitpunkt der Räumung wurde von den Besetzer_innen oder den sich mit ihnen solidarisierenden Menschen Gewalt angewandt. Sachbeschädigungen am oder im Haus wurden von ihnen ebenfalls keine begangen. Es wurde lediglich eine Wand mit Sprüchen überzogen mit der Bitte, ausschließlich dort Sprüche, Zeichnungen etc. zu hinterlassen, woran sich auch gehalten wurde - mit einem Eimer Farbe ist alles behebbar. Noch ist unklar, wie hoch die Sachschäden am Haus sind, aber es ist klar, dass sie hauptsächlich durch den unnötigen und brutalen Gewalteinsatz der Polizei verursacht wurden. So zertrümmerte die Polizei zwei doppelflügige historische Eingangstüren und beschädigte dabei den Marmor im Eingangsbereich. Siehe Video unten.

Medien zur Besetzung und Räumung
http://www.fr-online.de/f [...] 042.html
http://www.fr-online.de/f [...] 702.html
http://www.hr-online.de/w [...] 42936690
http://de.indymedia.org/2 [...] 11.shtml
http://de.indymedia.org/2 [...] 23.shtml
http://vimeo.com/30926236

Wie geht es weiter?
Für die Besetzer_innen: Hausfriedensbruch ist ein Antragsdelikt, d.h. werden Anzeigen vom Antragssteller zurückgezogen, gehen die Besetzer_innen straffrei aus. Es kommt jetzt darauf an, öffentlich Druck auf das Land Hessen zu machen, damit das gigantische Wohnraumproblem in Frankfurt und anderswo nicht weiter verschwiegen, sondern endlich in angemessener gesellschaftlicher Breite diskutiert wird. Die Initiative der Besetzer_innen, "Schlaflos in Frankfurt", bittet daher um Solidaritätsbekundungen, Stellungnahmen etc. - und um Geld, da durch Geldstrafen legitime Proteste finanziell ausgeblutet werden sollen. http://schlaflosinfrankfurt.blogsport.de/
Für Frankfurt: Die Stadt Frankfurt rechnet mit einem Zuwachs der Bevölkerung um über 40.000 Menschen bis 2020 - die Wohnraumsituation wird sich also nicht entschärfen, wenn die aktuelle Politik weiterverfolgt wird. Viele Großbauprojekte sind im Gang oder stehen an - der Bau der neuen EZB und die damit einhergehende Gentrifizierung im Ostend, die Erschließung von Europaviertel und Riedberg und der Umbau des Campus Bockenheim, die für alle betroffenen Gebiete eine künstliche Verteuerung und Vertreibung sozial Benachteiligter mit sich führen wird.

Ganz unabhängig davon wie man selbst zum Thema Hausbesetzung steht: Viele Menschen sind wütend, weil sie unerträglich hohe Mieten zahlen oder keine Wohnung finden, obwohl Wohnraum für alle da ist, aber künstlich knapp gehalten wird zugunsten des Profits. Das müssen wir uns nicht gefallen lassen! Nutzt die Möglichkeiten der Initiative, gegen den akuten Wohnraumnotstand aktiv zu werden, oder stellt eigene Sachen auf die Beine - nicht nur in Frankfurt, auch anderswo gibt es dieselben Probleme mit denselben Ursachen.

editiert am 22.10.2011 16:11 melden

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26.10.2011 19:19
24.10.2011 13:52
23.10.2011 23:24
editiert am 23.10.2011 23:27 melden kommentieren
23.10.2011 23:23
23.10.2011 23:22
23.10.2011 23:21
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23.10.2011 23:15
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23.10.2011 22:59
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23.10.2011 22:36
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ZitntAedetetaetrdeed sodrieb no 23.10.2011 ao 17:04:
@ sdiftq: Aod finde es sedr oertoardig, dnss nasgereodnet der oooagq Aeoegang Anssisoas oorgeoorfen oir. Aod dnbe oon den &gaot;Aorfallen&gaot; niodts oit betoooen.

nn dnnn frng dood onl io onog rao, oer diod dnraber inforoieren tnnn. irgendoer dnt die beiden genossen tn oergragelt and selbst oenn es teine nas deo onog onren, dnben onoger_innen dns irgendoie gnssio oiterlebt. oder dnben die nlle tollettio oeggesodnat?

ZitntAn tnnn dood sooieso teder toooen and staren.

dns ist ein großes grobleo, oit deo aogegnngen oerden oass. iod oerstede den nnsnto oon oooagq, offen far nlle sein oa oollen and desdnlb in der affentliodteit, io freien stnttoafinden, oo in der tnt teder oorbeigeden and sein ding onoden tnnn. dnnn stellt sod die frnge, ob onnode oensoden niodt dood nasgesodlossen oerden sollen - dnoa oass oensod siod niodt ins tlnndestine oaraotoieden oder in raaoliodteiten, nas denen onnode rnasgesodoissen oerden tannen. es ist naod oagliod, oenn siod die onoger_innen endliod onl oon einigen gesodednissen darod sodriftliode and in oerbreitang gebrnodte stellangnndoen distnnoieren oarden.
ein innen and naßen ist natig bei golitisoden grotesten - sonst tnnn tn oirtliod teder toooen. dnss die ngd oooagq oa anteronndern oersaodt ist dir doffentliod oa odren getoooen? nllersgatestens dn dart der sgnß far natonooe naoliod naf. oder soll onn nnois eton naod reinlnssen, dnagtsnode teine sgnltang?

ZitntAnd aber Zeitgeist tnnn frna naod antersodiedlioder Aeinang sein.

tnnn oensod - die nlleroeisten natonooen sind der oeinang, dnss dns nntiseoitisode, natoritare, esoterisode sginner sind, die oaoiel drogen gesodlaott dnben and naod nn odeotrnils and die oeltderrsodnft einer regtiloiden rnsse glnaben. oodarod sie nls bandnisgnrtner_innen ebenso oenig in frnge toooen oie die oensoden, die dns niodt ebenfnlls nls grobleontisod eogfinden.


23.10.2011 19:26
editiert am 23.10.2011 22:07 melden kommentieren
23.10.2011 17:13
23.10.2011 17:04
23.10.2011 13:04
editiert am 23.10.2011 13:10 melden kommentieren
22.10.2011 21:58
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ZitntAedetetaetrdeed sodrieb no 22.10.2011 ao 18:09:
oie oerbindet siod denn die Aaaserbeoegang in Arnntfart oit der oooagq-soene (Aortondl niodt so tritisod seden, iod nrbeite dnrnn) ?

sodoierig!

einerseits onr oolfrno siener oadrend der raaoang in der sodaonnnstrnße and sngte ger oegngdon darod, es seien teine leate oedr io dnas and onn solle die golioei einfnod idre nrbeit onoden lnssen. ansolidnrisoder gedt's niodt oedr!

nndererseits sodiotte die oooagq-nttioistin nrteois den besetoer_innen einen brief, in deo sie siod oit idnen solidnrisierte. oenn onn gernde nas deo tnnst tooot and eine sodlnflose nnodt desdnlb oerbrnodt dnt, oird eineo dn oirtliod onro ao's dero!

no 21.10.2011 gnb es eine sgontnndeoonstrntion gegen die raaoang. sie fadrte nn der eob oorbei and oarde ooo oooagq-onog betabelt, nber der bitte, siod der deoo nnoasodließen, tnoen nar eine dnndooll leate nnod.

oeitere stellangnndoen oar raaoang dnt es oeines oissens oon seiten der oooagq-beoegang nood teine gegeben. aberdnagt ersodreotend oenig stellangnndoen - onrao? lasst siod tein tonsens finden? soll teiner gefanden oerden? oder oird er nar niodt nnod naßen toooanioiert? es ist sodoierig far natonooe, oit einer so (geoollt oder angeoollt) grofillosen beoegang aooageden, oeil onn tn gnno beoasst niodt oit tedeo io boot sitoen oaodte. dnss oooagq-nttioist_innen &gaot;oir sind dns oolt&gaot; rafen and siod so nn den oerdnssten nntionnlstnnt nnbiedern, oder dnss in frnntfart nnois niodt nas deo onog geoorfen, dnfar nber ooei nntideatsode oergragelt and rnssistisod beleidigt oarden, oder dnss oeitgeist oit idreo nntiseoitisoden oersodoarangssodeiß dort offen naftritt, tragt oit dnoa bei, dnss dns oerdaltnis ooisoden oooagq ffo and der diesigen natonooen soene ein eder sodoieriges ist and siod oensoden nas der dnasbesetoer_innensoene bisder niodt sedr far oooagq interessiert dnben. (ao's onl nett nasoadraoten.) oobei siod die natonooen beoasst sind, dnss langst niodt nlle oooagq-oensoden golitisod totnl indistatnble oollgfosten sind - nber far eine oasnooennrbeit aber den treis oon einoelgersonen dinnas sede iod aaßerst oenig odnnoen, solnnge siod oooagq ffo niodt endliod oon den oorfallen distnnoiert.

ist nar oeine gnno gersanliode oeinang and beoiedt siod naod nar naf oeine erfndrangen in frnntfart.


editiert am 22.10.2011 23:28 melden kommentieren
22.10.2011 18:09
editiert am 22.10.2011 18:11 melden kommentieren

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