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Schwiegertochter gesucht ...

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09.07.2018 22:43
von:
Cacil
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 09.07.2018 um 01:39:

ZitatCacil schrieb am 09.07.2018 um 00:58:

(...)
Ich dachte diese ganzen Sendungen laufen nach Drehbuch?? Sind das keine Schauspieler???
(...)


Ich bin mir nicht sicher, was du mit "ganzen Sendungen" meinst. Formate wie Bauer sucht Frau, Schwiegertochter gesucht oder Frauentausch werden mit realen Personen besetzt. Und ich sage zu Recht "besetzt" - da natürlich Drehbücher existieren, die je nach gefundener real existierender Person adaptiert werden. Der Job der Redakteure ist es dann, die Protagonisten da hin zu bringen, wo sie der Sender haben will. Und sei es z.B durch Provokationen. Das ist völlig normal in der deutschen Fernsehlandschaft. Ich selbst habe für ein ähnliches Format gecastet (ich war jung und brauchte das Geld ). Da besteht die Hauptaufgabe darin, Vertrauen zu den Protagonisten herzustellen und sie dazu zu verleiten, alles aus ihrem Leben zu erzählen. Manchmal glich es einer Beichte. Und genau darauf fahren die Sender ab. Das konnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren und meine Karriere als Casterin war früh beendet Es ist unglaublich, wie sehr manche Menschen an das "Gute" des Fernsehens glauben und sie glauben auch, dass ihnen jemand endlich zuhört und Aufmerksamkeit schenkt. Und klar, wer sich inszenieren will ("Komme ich ins Fernsehen?" ), findet auch sein Plätzchen. Wegen ca. 150 Euro Aufwandsentschädigung macht das niemand.

Dann gibt es z.B die ganzen "Richterformate" und "Psychologinnenformate". Darsteller sind meist Laiendarsteller (also "Schauspieler" ) und nur die Richter bzw. die Psychologen sind echt, um den ganzen einen Anstrich des Authentischen zu verpassen. Natürlich auch hier alles nur frei erfunden und in einem Drehbuch verpackt.



Vielen Dank für den Einblick ins Business. Für dein Karma sicher besser, den Job aufgegeben zu haben.
Also, ich kenn halt nur die Storys von irgendwelchen Studis, die sich an RTL etc. verkauft haben und einfach alles dargestellt haben, was die jeweils haben wollten. Das waren dann keine Schauspieler im eigentlichen Sinne, aber eben auch nicht die Leute, die sie vorgegeben haben zu sein. Hab aber keine Ahnung, um welche Formate es sich da gehandelt hat.


09.07.2018 22:44
von:
Werdenberg
Status: offline  

ZitatCakesFabrik schrieb am 09.07.2018 um 22:33:

Ich kenne die Sendung von ihm und hatte gehofft, dass endlich die Formate überdacht werden.
Aber sieh, so lange es vielen derartigen Menschen hämische Freude bereitet, werden die Formate weder verändert noch abgesetzt. Dieser Klüngel der ganz besonderen Art bedient die enormen Einnahmen. Wo Interesse, da Verdienst.
Koste es, was es wolle.

Mein Trost ist, dass die hämischsten zeitgleich die feigsten sind. Geht es ihnen mal ans Leder, wimmern sie wie Kleinkinder. Da offenbart sich einiges.

Ich finde es schade, dass Sozialkompetenz nicht jedem gegeben ist.

Eine Gesellschaft, die so einen entwürdigenden Zirkus nicht nötig hätte, wäre jedenfalls eine souveränere und glücklichere, glaube ich.

09.07.2018 22:47
von:
Cacil
Status: offline  

ZitatWerdenberg schrieb am 09.07.2018 um 22:44:

ZitatCakesFabrik schrieb am 09.07.2018 um 22:33:

Ich kenne die Sendung von ihm und hatte gehofft, dass endlich die Formate überdacht werden.
Aber sieh, so lange es vielen derartigen Menschen hämische Freude bereitet, werden die Formate weder verändert noch abgesetzt. Dieser Klüngel der ganz besonderen Art bedient die enormen Einnahmen. Wo Interesse, da Verdienst.
Koste es, was es wolle.

Mein Trost ist, dass die hämischsten zeitgleich die feigsten sind. Geht es ihnen mal ans Leder, wimmern sie wie Kleinkinder. Da offenbart sich einiges.

Ich finde es schade, dass Sozialkompetenz nicht jedem gegeben ist.

Eine Gesellschaft, die so einen entwürdigenden Zirkus nicht nötig hätte, wäre jedenfalls eine souveränere und glücklichere, glaube ich.


Was brauchte es denn, um diesen Zustand zu erreichen? Und was war zuerst da: der Zirkus oder die Gesellschaft? Und hat es nicht schon immer entwürdigende Spektakel zur Unterhaltung des Volkes gegeben?

09.07.2018 23:35
von:
djsunshine
Status: mobile  

Teamhinweis:
Bitte an die AGB halten! (Ziffer 6)
09.07.2018 23:40
von:
CakesFabrik
Status: offline  

ZitatWerdenberg schrieb am 09.07.2018 um 22:44:

ZitatCakesFabrik schrieb am 09.07.2018 um 22:33:

Ich kenne die Sendung von ihm und hatte gehofft, dass endlich die Formate überdacht werden.
Aber sieh, so lange es vielen derartigen Menschen hämische Freude bereitet, werden die Formate weder verändert noch abgesetzt. Dieser Klüngel der ganz besonderen Art bedient die enormen Einnahmen. Wo Interesse, da Verdienst.
Koste es, was es wolle.

Mein Trost ist, dass die hämischsten zeitgleich die feigsten sind. Geht es ihnen mal ans Leder, wimmern sie wie Kleinkinder. Da offenbart sich einiges.

Ich finde es schade, dass Sozialkompetenz nicht jedem gegeben ist.

Eine Gesellschaft, die so einen entwürdigenden Zirkus nicht nötig hätte, wäre jedenfalls eine souveränere und glücklichere, glaube ich.


Unbedingt.

09.07.2018 23:45
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Zitatdjsunshine schrieb am 09.07.2018 um 23:35:
(...)
" Ich gehe in den Keller zum Lachen Forum "
verlegen

(...)


Also, ich habe Spaß Und falls es mit dem Musikauflegen nicht so läuft - versuche es doch mal bei RTL? Profilfoto plus Threadverlauf - ein Traum für jede Casterin

Natürlich nicht ernst gemeint - aber, vielleicht ist die dunkle Seite manchen merkwürdigen Humors erkenntlich geworden



editiert am 09.07.2018 23:51 Beitrag melden Zitatantwort
09.07.2018 23:45
von:
CakesFabrik
Status: offline  

ZitatCacil schrieb am 09.07.2018 um 22:47:

....

1Was brauchte es denn, um diesen Zustand zu erreichen? Und was war zuerst da: der Zirkus oder die Gesellschaft? 2 Und hat es nicht schon immer entwürdigende Spektakel zur Unterhaltung des Volkes gegeben?


zu 1
Wenn ich das so genau wüsste, hätte ich längst angemessen reagiert.
Mir wurde als Kind schon aufgezeigt, wie wichtig es ist, andere weder vorzuführen, noch sie auszulachen. Insofern staune ich jedesmal aufs neue, dass es Menschen gibt, die sich daran ergötzen.

zu 2

Brot und Spiele fürs Volk gibt es nun schon wirklich sehr lange. Deshalb muss man das aber nicht unbedingt beibehalten. Was länge währt, ist eben noch lange nicht gut.

09.07.2018 23:59
von:
Werdenberg
Status: offline  

ZitatCacil schrieb am 09.07.2018 um 22:47:

ZitatWerdenberg schrieb am 09.07.2018 um 22:44:

ZitatCakesFabrik schrieb am 09.07.2018 um 22:33:

Ich kenne die Sendung von ihm und hatte gehofft, dass endlich die Formate überdacht werden.
Aber sieh, so lange es vielen derartigen Menschen hämische Freude bereitet, werden die Formate weder verändert noch abgesetzt. Dieser Klüngel der ganz besonderen Art bedient die enormen Einnahmen. Wo Interesse, da Verdienst.
Koste es, was es wolle.

Mein Trost ist, dass die hämischsten zeitgleich die feigsten sind. Geht es ihnen mal ans Leder, wimmern sie wie Kleinkinder. Da offenbart sich einiges.

Ich finde es schade, dass Sozialkompetenz nicht jedem gegeben ist.

Eine Gesellschaft, die so einen entwürdigenden Zirkus nicht nötig hätte, wäre jedenfalls eine souveränere und glücklichere, glaube ich.


Was brauchte es denn, um diesen Zustand zu erreichen? Und was war zuerst da: der Zirkus oder die Gesellschaft? Und hat es nicht schon immer entwürdigende Spektakel zur Unterhaltung des Volkes gegeben?

Zur Huhn/Ei-Frage würde ich sagen, dass die Gesellschaft als erste da war.
Und ja, es gab lange entwürdigende Spektakel in unserem Kulturkreis. Nur waren sie in der damaligen Gesellschaft nicht als entwürdigend bewertet. Kein Jahrmarkt ohne ausgestellte „bärtige Damen“, Kleinwüchsige oder Schwarzafrikaner. Zum Bestaunen, Lachen und Schaudern und sich „richtig“ fühlen.
Das eigene Bild bestätigen.
Heutzutage ist das nicht PC, aber dennoch gibt es offensichtlich noch das Bedürfnis nach dieser Sensation. Also wird das ganze bemäntelt mit einem gesellschaftlich akzeptierten Wert (Liebe), und die Protagonisten werden anders verkauft (vermeintliche Freiwillige), damit es nicht mehr so diffamierend und verachtend rüberkommt.
Was es braucht, damit eine Gesellschaft dieses Spektakel nicht mehr braucht? Schwer. Eine andere, gefühlte Definition von Fremdheit, würde ich sagen. Und einen weiteren Horizont. Und weniger die Notwendigkeit, sich selbst über das Mittel der negativen Abgrenzung zu spüren. Also ein sicheres, positives Selbstbild.


10.07.2018 00:04
von:
CakesFabrik
Status: offline  

ZitatWerdenberg schrieb am 09.07.2018 um 23:59:

ZitatCacil schrieb am 09.07.2018 um 22:47:

ZitatWerdenberg schrieb am 09.07.2018 um 22:44:

(quote max. 3 Ebenen)CakesFabrik schrieb am 09.07.2018 um 22:33:

Ich kenne die Sendung von ihm und hatte gehofft, dass endlich die Formate überdacht werden.
Aber sieh, so lange es vielen derartigen Menschen hämische Freude bereitet, werden die Formate weder verändert noch abgesetzt. Dieser Klüngel der ganz besonderen Art bedient die enormen Einnahmen. Wo Interesse, da Verdienst.
Koste es, was es wolle.

Mein Trost ist, dass die hämischsten zeitgleich die feigsten sind. Geht es ihnen mal ans Leder, wimmern sie wie Kleinkinder. Da offenbart sich einiges.

Ich finde es schade, dass Sozialkompetenz nicht jedem gegeben ist.
(/quote max. 3 Ebenen)
Eine Gesellschaft, die so einen entwürdigenden Zirkus nicht nötig hätte, wäre jedenfalls eine souveränere und glücklichere, glaube ich.


Was brauchte es denn, um diesen Zustand zu erreichen? Und was war zuerst da: der Zirkus oder die Gesellschaft? Und hat es nicht schon immer entwürdigende Spektakel zur Unterhaltung des Volkes gegeben?

Zur Huhn/Ei-Frage würde ich sagen, dass die Gesellschaft als erste da war.
Und ja, es gab lange entwürdigende Spektakel in unserem Kulturkreis. Nur waren sie in der damaligen Gesellschaft nicht als entwürdigend bewertet. Kein Jahrmarkt ohne ausgestellte „bärtige Damen“, Kleinwüchsige oder Schwarzafrikaner. Zum Bestaunen, Lachen und Schaudern und sich „richtig“ fühlen.
Das eigene Bild bestätigen.
Heutzutage ist das nicht PC, aber dennoch gibt es offensichtlich noch das Bedürfnis nach dieser Sensation. Also wird das ganze bemäntelt mit einem gesellschaftlich akzeptierten Wert (Liebe), und die Protagonisten werden anders verkauft (vermeintliche Freiwillige), damit es nicht mehr so diffamierend und verachtend rüberkommt.
Was es braucht, damit eine Gesellschaft dieses Spektakel nicht mehr braucht? Schwer. Eine andere, gefühlte Definition von Fremdheit, würde ich sagen. Und einen weiteren Horizont. Und weniger die Notwendigkeit, sich selbst über das Mittel der negativen Abgrenzung zu spüren. Also ein sicheres, positives Selbstbild.


Vielleicht auch noch die Fähigkeit, sich hineinzuversetzen. Die Fähigkeit zu empfinden, wie man sich selbst fühlen würde, plötzlich das vorgeführte Menschlein zu sein..

10.07.2018 00:07
von:
Werdenberg
Status: offline  

P.S.
Wobei es natürlich etwas kompliziert ist, das mit dem positiven Selbstbild, wenn die selben Medien, die Sendungen dieser Machart zeigen, gleichzeitig über die Werbung permanent suggerieren, dass du zu dick, zu faltig, zu einsam und zu arm bist, um werthaft zu sein... Ich würde sagen, dass dieses geschlossene System der Abwertung zwingend ist, befindest du dich da drin.

editiert am 10.07.2018 00:26 Beitrag melden Zitatantwort
10.07.2018 00:11
von:
Werdenberg
Status: offline  

ZitatCakesFabrik schrieb am 10.07.2018 um 00:04:

ZitatWerdenberg schrieb am 09.07.2018 um 23:59:

ZitatCacil schrieb am 09.07.2018 um 22:47:

(quote max. 3 Ebenen)Werdenberg schrieb am 09.07.2018 um 22:44:

(quote max. 3 Ebenen)CakesFabrik schrieb am 09.07.2018 um 22:33:

Ich kenne die Sendung von ihm und hatte gehofft, dass endlich die Formate überdacht werden.
Aber sieh, so lange es vielen derartigen Menschen hämische Freude bereitet, werden die Formate weder verändert noch abgesetzt. Dieser Klüngel der ganz besonderen Art bedient die enormen Einnahmen. Wo Interesse, da Verdienst.
Koste es, was es wolle.

Mein Trost ist, dass die hämischsten zeitgleich die feigsten sind. Geht es ihnen mal ans Leder, wimmern sie wie Kleinkinder. Da offenbart sich einiges.

Ich finde es schade, dass Sozialkompetenz nicht jedem gegeben ist.
(/quote max. 3 Ebenen)
Eine Gesellschaft, die so einen entwürdigenden Zirkus nicht nötig hätte, wäre jedenfalls eine souveränere und glücklichere, glaube ich.(/quote max. 3 Ebenen)

Was brauchte es denn, um diesen Zustand zu erreichen? Und was war zuerst da: der Zirkus oder die Gesellschaft? Und hat es nicht schon immer entwürdigende Spektakel zur Unterhaltung des Volkes gegeben?

Zur Huhn/Ei-Frage würde ich sagen, dass die Gesellschaft als erste da war.
Und ja, es gab lange entwürdigende Spektakel in unserem Kulturkreis. Nur waren sie in der damaligen Gesellschaft nicht als entwürdigend bewertet. Kein Jahrmarkt ohne ausgestellte „bärtige Damen“, Kleinwüchsige oder Schwarzafrikaner. Zum Bestaunen, Lachen und Schaudern und sich „richtig“ fühlen.
Das eigene Bild bestätigen.
Heutzutage ist das nicht PC, aber dennoch gibt es offensichtlich noch das Bedürfnis nach dieser Sensation. Also wird das ganze bemäntelt mit einem gesellschaftlich akzeptierten Wert (Liebe), und die Protagonisten werden anders verkauft (vermeintliche Freiwillige), damit es nicht mehr so diffamierend und verachtend rüberkommt.
Was es braucht, damit eine Gesellschaft dieses Spektakel nicht mehr braucht? Schwer. Eine andere, gefühlte Definition von Fremdheit, würde ich sagen. Und einen weiteren Horizont. Und weniger die Notwendigkeit, sich selbst über das Mittel der negativen Abgrenzung zu spüren. Also ein sicheres, positives Selbstbild.


Vielleicht auch noch die Fähigkeit, sich hineinzuversetzen. Die Fähigkeit zu empfinden, wie man sich selbst fühlen würde, plötzlich das vorgeführte Menschlein zu sein..

Absolut. Das ist gefühlsmäßig die erste Antwort. Sollte man meinen... Aber diese Fähigkeit scheint wohl schnell flöten zu gehen...

10.07.2018 00:13
von:
CakesFabrik
Status: offline  

Jedes Regime, jede Diktatur hat zu erst die Intellektuellen ausgeschaltet.

In einer Demokratie erledigen das die Medien.

10.07.2018 00:24
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Um etwas mitzumischen: Die Medien sind auch Spiegel der Gesellschaft. Menschen sind wie sie sind und sie brauchen Grenzen. Manchen wird das über Erziehung vermittelt, anderen wird das beschwerlicher beigebracht und bei manchen ist Hopfen und Malz verloren. Selbst der beste Mensch auf dieser Welt wird sicher Schadenfreude kennen. Vielleicht auch Hohn und Spott und sei es ausgedrückt über eine Moralkeule. Es gibt viele Wege, sich über andere zu erheben. Aber, da stimme ich Werdenberg zu - je mehr man sich selbst schätzt, um so weniger muss man für ein besseres Wohlbefinden andere abwerten. Aber, vielleicht schätzt man sich nicht so sehr, weil man abgewurtet wurde und versucht es zu kompensieren? Da ist jemand noch kleiner als ich oder dem geht es noch dreckiger oder über den wird mehr gelacht? Für mich alles nicht so einfach. Und ein Hoch auf die Öffentlich-Rechtlichen - sie dämmen die Verblödung der Medien etwas ein.

editiert am 10.07.2018 00:28 Beitrag melden Zitatantwort
10.07.2018 00:34
von:
Werdenberg
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 10.07.2018 um 00:24:

Um etwas mitzumischen: Die Medien sind auch Spiegel der Gesellschaft. Menschen sind wie sie sind und sie brauchen Grenzen. Manchen wird das über Erziehung vermittelt, anderen wird das beschwerlicher beigebracht und bei manchen ist Hopfen und Malz verloren. Selbst der beste Mensch auf dieser Welt wird sicher Schadenfreude kennen. Vielleicht auch Hohn und Spott und sei es ausgedrückt über eine Moralkeule. Es gibt viele Wege, sich über andere zu erheben. Aber, da stimme ich Werdenberg zu - je mehr man sich selbst schätzt, um so weniger muss man für ein besseres Wohlbefinden andere abwerten. Aber, vielleicht schätzt man sich nicht so sehr, weil man abgewurtet wurde und versucht es zu kompensieren? Für mich alles nicht so einfach. Und ein Hoch auf die Öffentlich-Rechtlichen - sie dämmen die Verblödung der Medien etwas ein.

Ja, ich denke auch, dass das alles mehr über Grautöne läuft. Es gibt soziologische Studien über Tratsch und seine Bedeutung. Über das sich selbst vergleichen. Solche Dinge sind legitim und menschlich. Aber in meinen Augen hat das nichts mehr mit den Dimensionen des Privatfernsehens zu tun. Da werden solche Bedürfnisse missbraucht und damit eine schlimme Rohheit und Taubheit geschaffen.

10.07.2018 00:46
von:
CakesFabrik
Status: offline  

@Weirdo

ZitatDie Medien sind auch Spiegel der Gesellschaft.


Das sehe ich nur bedingt so. Ich bin schon der Meinung, dass eine bewusste Steuerung über die Medien erfolgt.
Regelrechte NACHRICHTENSPRECHER gibt es kaum noch, hingegen Moderatoren, die ihre eigene oder geforderte Meinung gleich mit in die Berichterstattung einfließen lassen, sind deutlich in der Überzahl. Ich nenne das Meinungsmache. Ich beziehe auch die OnlineSchreiberlinge mit ein, die über HuffingtonPost und andere agieren.
Ich finde schon, dass die Medien gern darstellen wollen, dass wir ein Volk der Blöden sind und bespaßt werden müssen. Ist denn wirklich an dem? Mit dem Heer der Unbeschäftigten und/oder Leichtfertigen ist natürlich leichtes Spiel, die dann vor der Glotze hängen und sich bestätigt fühlen. Mit denen kann man leicht einen Krieg anzetteln, aber nicht gewinnen.
Ist es nicht auch an den Medien dafür zu sorgen, dass Bildung alle, wenigstens die meisten, erreicht? Ist es wirklich so, dass Medien nur zeigen, was das VOLK sehen will? Ich denke nicht

ZitatSelbst der beste Mensch auf dieser Welt wird sicher Schadenfreude kennen. Vielleicht auch Hohn und Spott und sei es ausgedrückt über eine Moralkeule


Mhm. Hohn und Spott über die Moralkeule ist kein Zeichen vom besten Menschen. Eher fehlende Argumente, Aggression auf Grund von Wut, Abwehr eben und/oder so. Für mich verbinden sich Hohn und Spott nicht mit Moral.

ZitatEs gibt viele Wege, sich über andere zu erheben.


Eben. Aber muss man das Licht des anderen löschen, um seines zu erhellen?

10.07.2018 00:56
von:
Weirdo2013
Status: offline  

ZitatWerdenberg schrieb am 10.07.2018 um 00:34:

(...)
Ja, ich denke auch, dass das alles mehr über Grautöne läuft. Es gibt soziologische Studien über Tratsch und seine Bedeutung. Über das sich selbst vergleichen. Solche Dinge sind legitim und menschlich. Aber in meinen Augen hat das nichts mehr mit den Dimensionen des Privatfernsehens zu tun. Da werden solche Bedürfnisse missbraucht und damit eine schlimme Rohheit und Taubheit geschaffen.


Es wäre so schön, wenn man alles auf die Privaten schieben könnte, aber auch die Öffentlich-Rechtlichen blasten schon vorher in ein ähnliches Horn. Vielleicht nicht so krass, aber die Richtung wurde schon mal ins Visier genommen. Medien sind Fluch und Segen zugleich und zu etwas fast Unkontrollierbarem geworden - Institutionen haben Probleme etwas "einzudämmen". Wo verlaufen die Grenzen zwischen den Grautönen und zum absolutem Schwarz? In einer freiheitlichen Medienlandschaft soll es ja nicht nach Zensur müffeln. Ein Mittel ist, dass keine Monopolosierung eintritt - wie z.B in Italien. Oder dass alles rein privatwirtschaftlich in die Hände genommen wird. Da interessiert nur Kohle - und der Mensch ist schwach, sei es beim Zuckerkonsum oder bei Blödsinnssendungen. Um so mehr plädiere ich für Medienerziehung - wenigstens bei der jüngeren Generation. Etwas beurteilen und einordnen können - sei es Fernsehen oder das Internet. Ich war z.B Fan vom Dschungelcamp. Jetzt ist es raus Ich wußte ganz genau, was ich mir da ansehe - aber ich kam nicht von Dirk Bach und seinem schwarzen Humor los. Mir war völlig bewußt, dass da D-Z-Promis für mich als Zuschauerin bloßgestellt werden. Ich ekelte mich mit einem Vergnügen und ich beschwichtigte mich etwas damit, dass die D-Z-Promis genau wissen, auf was sie sich da einließen. Und ich war in bester Gesellschaft - gerade diese Sendung wird (oder wurde zumindest) auch gerne von Akademiker*innen geschaut. Seitdem Dirk Bach tot ist, habe ich mein Interesse verloren und ich bin vom Zucker losgekommen. Aber - ich bin durch die Sendung nicht "verroht", da ich verstanden habe, was ich mir da ansehe. Und ich befürchte, dass viele dies nicht wissen und auch noch glauben, es wäre "echt" und somit Realität und Fiktion miteinander vermischen.

10.07.2018 01:15
von:
Weirdo2013
Status: offline  

ZitatCakesFabrik schrieb am 10.07.2018 um 00:46:

@Weirdo

ZitatDie Medien sind auch Spiegel der Gesellschaft.


Das sehe ich nur bedingt so. Ich bin schon der Meinung, dass eine bewusste Steuerung über die Medien erfolgt.
Regelrechte NACHRICHTENSPRECHER gibt es kaum noch, hingegen Moderatoren, die ihre eigene oder geforderte Meinung gleich mit in die Berichterstattung einfließen lassen, sind deutlich in der Überzahl. Ich nenne das Meinungsmache. Ich beziehe auch die OnlineSchreiberlinge mit ein, die über HuffingtonPost und andere agieren.
Ich finde schon, dass die Medien gern darstellen wollen, dass wir ein Volk der Blöden sind und bespaßt werden müssen. Ist denn wirklich an dem? Mit dem Heer der Unbeschäftigten und/oder Leichtfertigen ist natürlich leichtes Spiel, die dann vor der Glotze hängen und sich bestätigt fühlen. Mit denen kann man leicht einen Krieg anzetteln, aber nicht gewinnen.
Ist es nicht auch an den Medien dafür zu sorgen, dass Bildung alle, wenigstens die meisten, erreicht? Ist es wirklich so, dass Medien nur zeigen, was das VOLK sehen will? Ich denke nicht
(...)


Klar exisitieren noch reine Blattableser*innen - siehe Tagesschau. Aber der Text wird ja auch von jemandem geschrieben oder von ganzen Teams. Dann gibt es die Moderatoren, die kommentieren und eine Meinung vertreten - dies ist auch der Job eines Journalisten. Fakten einordnen und im Gesamtzusammenhang werten. Dies gab es immer schon - nur nicht in dieser Vielfalt. Deshalb frage ich mich, wer oder was all die tausenden Medienerzeuger steuern sollte? Dies wäre früher viel einfacher gewesen, da eben nicht so zahlreich. Wenn irgendetwas steuert, dann das Geld. Menschen wollen nicht für Zeitungen zahlen - nicht mal die GEZ-Gebühren. Dies verleitet zu Kostenersparnissen zu Lasten eines Qualitätsjournalismus. Gott sei Dank organisieren sich immer mehr Journalistinnen und Journalisten zu unabhängingen Organisationen, damit sie frei arbeiten können - mit Hilfe von freiwilligen Zahlungen der Leser. Und dies sind keine Anfänger, sondern renommierte Leute. Und genau dadurch kriegen die Leute etwas zu lesen oder zu sehen, was sie vielleicht nicht "bestellt" haben. Und die Öffentlich-Rechtlichen haben einen Bildungsauftrag - und dieser darf nicht verloren gehen. Ansonsten: Die Welt ist komplex geworden, genauso wie die Medien und hier muss der Einzelne sich entweder selbst schulen oder geschult werden, um sich darin zurecht zu finden. Wer nur Seiten oder Sendungen mit Verschwörungstheorien ansieht und daran glaubt - shit happens. Das ist Teil der Freiheit und diese Freiheit erzählt uns auch wertvolle Dinge, die vor 20 Jahren undenkbar gewesen wären.

editiert am 10.07.2018 01:18 Beitrag melden Zitatantwort
10.07.2018 01:24
von:
Weirdo2013
Status: offline  

ZitatCakesFabrik schrieb am 10.07.2018 um 00:46:

(...)
Eben. Aber muss man das Licht des anderen löschen, um seines zu erhellen?


Natürlich nicht, nur ich wüsste nicht, wie gänzlich verhindern. Wenn dies gelingen würde, gäbe es einen ganzen Batzen weniger Probleme auf der Welt.

10.07.2018 01:38
von:
CakesFabrik
Status: offline  

ZitatKlar exisitieren noch reine Blattableser*innen - siehe Tagesschau


Für mich klingt das abwertend. Sollte das so? Wenn ja, warum?
Ich mag die reine Berichtstattung des vorgefallenen, ohne dass jemand es grenzdebil grinsend kommentiert, dank einer Anweisung oder gar seinem eigenem kleinen Horizont geschuldet. Eine simple Benennung der Ereignisse, damit man seine eigene Meinung bilden kann, halte ich für korrekt.

Zitat- dies ist auch der Job eines Journalisten. Fakten einordnen und im Gesamtzusammenhang werten.


Ohne Frage. Nun ist es aber so, dass sich jeder Depp Journalist nennen darf. Insofern sehe ich wenig Kompetenz bei all den Moderatoren der Nachrichtensendungen der Privatsender. Auch nicht bei den vielen, damit allen, freien Mitarbeitern der Onlinezeitungen. Die wenigsten können ein Journalistikstudium nachweisen.
Ohne Frage gibt es einige, die ihrem Beruf alle Ehre machen, aber wie soll sich Lieselotte Schlommi da durchwurschteln und erkennen, was ihr ins Hirn getackert wird? Ich sehe die Medien da schon in der Verantwortung.

Zitat Wenn irgendetwas steuert, dann das Geld.


Na kiek. Also doch
Ich schrieb auch nicht über die öffentlichen, sondern die privaten.

ZitatDie Welt ist komplex geworden, genauso wie die Medien und hier muss der Einzelne sich entweder selbst schulen oder geschult werden, um sich darin zurecht zu finden.


Eigentlich schrieb ich nichts anderes. Verantwortung. Und die fehlt mir bei Formaten der privaten Sender aber ganz gewaltig.

10.07.2018 02:25
von:
Weirdo2013
Status: offline  

ZitatCakesFabrik schrieb am 10.07.2018 um 01:38:

ZitatKlar exisitieren noch reine Blattableser*innen - siehe Tagesschau


Für mich klingt das abwertend. Sollte das so? Wenn ja, warum?
Ich mag die reine Berichtstattung des vorgefallenen, ohne dass jemand es grenzdebil grinsend kommentiert, dank einer Anweisung oder gar seinem eigenem kleinen Horizont geschuldet. Eine simple Benennung der Ereignisse, damit man seine eigene Meinung bilden kann, halte ich für korrekt.



Dann kam es falsch rüber, sollte überhaupt nicht abwertend gemeint sein - Nachrichtensprecher können "nur" Sprecher sein, welche ein Manuskript verlesen. Sie können aber auch Journalisten sein - wie z.B bei den Tagesthemen oder dem heute-journal. Selbst der "Grinsende", wie du es bennenst, muss nicht selbst die Texte geschrieben haben - auch hier kann ein ganzes Heer an Journalisten dahinter stehen.

Eine simple Bennung der Ereignisse existiert ja - nur eben nicht bei allen Sendungen. Und ich finde schon, dass Lieselotte meist erkennt, was der Unterschied zwischen der Tagesschau und RTL-News sind - aber, sie will vielleicht mehr Entertainment und Nervenkitzel als "trockene" Nachrichten. Natürlich kann man jetzt den Medien die ganze Schuld geben - aber spätestens seit der Erfindung des Internets ist eine "Kontrollierbarkeit" vorbei. Jede*r kann veröffentlichen, sei es über HP´s, Facebook, Twitter etc. Und hier kommt neben dem Geld noch ein zweites Problem - die Zeit. Die Medienrezipienten wollen Nachrichten in Echtzeit - ach, am besten bevor ein Ereignis eintritt. Mit kompletten Hintergrundinfos, Einordnungen, Kommentaren der wichtigsten Menschen des Landes etc. Journalisten konkurrieren nicht nur untereinander, sondern auch eben mit dem Twitterer, Möchtegernjournalisten etc. Auch dies kann zu weniger Qualität führen - und es gab unzählige Beispiele dafür. Deshalb schreiben manche Journalisten auch gerne voneinander ab - das spart Zeit und Geld und so entpuppt sich manche Nachricht als Fake-news, da nicht genügend geprüft und gecheckt wurde. Aber, sind dafür nur die Medien schuld oder auch der ungeduldige Konsument?

Natürlich wollen Medien Geld verdienen - und sie müssen sich untereinander unterscheiden, damit sie ein Verkaufsargument haben oder ein USP. Früher war es einfacher diese einzuordnen - z.B ist die BILD wie alt? Da brauchte es keine Medienerziehung, um das Blatt einzuordnen. Heute ist es viel schwieriger, aber auch vielfältiger. Ich persönlich mag lieber das Vielfältigere, aber bitte mit einer gesicherten Qualität oder zumindest einem Mindeststandard. Und gut, dass sich Medien auch gegenseitig bewerten und checken.

Ansonsten stimme ich deinen anderen Punkten zu - dennoch kann man aus meiner Sicht niemanden aus der Selbstverantwortung lösen. Zumindest nicht gänzlich - denn niemand zwingt einen die Privaten einzuschalten. Diese sind reine Wirtschaftsunternehmen - dies sollte man nicht vergessen.


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