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Der Hass auf nicht-feminine Lesben

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07.11.2019 22:57
HiddenNickname

Aloha!

Da ich gerade eine sehr verschrobene Interneterfahrung mit einer femininen Lesbe gemacht habe, die sich selbst für sehr hübsch hält und daher meint, es stünde ihr zu, auch bitte nur solche Frauen wie sie kennenzulernen, eben RICHTIGE Frauen, wie sie es nannte, wollte ich diese hier einmal offenlegen.

Nicht aus Kummer. Nein, wahrlich. Auf oberflächliche Püppchen kann ich verzichten.
Aber es fällt mir schon länger auf, dieser, ich nenne es mal Hass mancher femininer Lesben auf androgyne und maskuline Lesben und Frauen. Ich werde hier aus hoffentlich offensichtlichen Gründen nichts verallgemeinern oder über einen Kamm scheren.
Aber mir fällt es eben häufiger auf, dass einige Lesben, die sich als feminin definieren, einen wahren Koller bekommen, wenn sie erstmal "nur" androgyne oder maskuline Frauen kennenlernen. Als wären die irgendwie weniger wert.

Da ist dann schnell davon die Rede, eine "richtige" Frau kennenlernen zu wollen. Oder eben eine, die noch weiß, was eine "echte" Frau ist.

Ich bin ernstlich schockiert über diesen Scheiß. So viel Verachtung für andere Lebensmuster, so viel Verachtung für andere Frauen und ja auch Verachtung für das Queere in der lesbischen Vielfalt. Da schwingt aus meiner Sicht so viel internalisierte Homophobie, Frauenverachtung mit... das bin ich ja eher von einigen Heteromännchen gewohnt und wird entsprechend quittiert. Aber das aus den "eigenen Reihen"?

Ich habe das schon häufiger erlebt. Ich bin nicht unansehnlich und weiß nicht, warum ich das jetzt erwähnen muss (schaut gar nicht erst nach meinem Profilfoto, ich habe gerade keines hochgeladen). Aber mitgeteilt zu bekommen, man wäre nicht hübsch, weil man eben keine "echte" Frau sei, das irritiert. Und das lässt jedes Mal etwas Negatives in einem zurück.

Die Frau, die einen fragt, ob man wenigstens ab und zu mal einen Rock trage oder sich schminken würde... die Frau, die meint, ich müsse mir bitte die Fingernägel lackieren... die Frau, die mich abschätzig ansieht, weil ich gerade keine Lust auf lange Haare habe... die Frau, die meint ich wäre keine echte Frau, weil ich den gängigen Stereotypen für Frauen in unserer Gesellschaft nicht entspreche... jedes Mal nimmt man etwas mit. Und inzwischen mag ich im Strahl kotzen ob so viel Ignoranz.
Aus meiner Sicht meinen hier einige Teil irgendeiner Herrschaftsklasse zu sein, von der aus es ihnen erlaubt zu sein scheint, über alles andere zu richten, was nicht so ist wie sie selbst.

Es ist schon schlimm genug, dass mir aus der Heterowelt hin und wieder Unverständnis entgegenschlägt. Aber hey, diese Dyade ist man gewohnt. Leider. Aber ähnlichen Mist von anderen bestimmten Lesben zu hören, kommt unerwartet.

Misogynie unter Frauen scheint mir gar nicht so wenig verbreitet.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Thema?

edit, weil ich Misogynie falsch geschrieben hatte..

editiert am 07.11.2019 23:27 Beitrag melden Zitatantwort
07.11.2019 23:12
HiddenNickname

Aloha

Ja, gibt es immer wieder und ich finde es gut, dass du es offen ansprichst.
Obwohl ich nicht weiß, ob es denjenigen immer bewusst ist, dass sie misogyn handeln. Eigener Geschmack hin oder her - es gibt nicht die EINE Frau.

Genauso geht es aber auch in die andere Richtung - femininen Lesben wird es abgesprochen lesbisch zu sein, weil sie unlesbisch aussehen würden. Weiß nicht, wie man das nennt, aber nice ist das auch nicht.

Queerness ist nicht bei allen vorhanden, aber es sickert immer mehr durch

07.11.2019 23:20
HiddenNickname

Ich frage mich ob diese Frauen die glauben dass sie ihr wichtige Frauen sind sich im Klaren sind welches frauenbild sie nach außen verkörpern. Für mich sind alle Frauen richtige Frauen.

07.11.2019 23:29
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.11.2019 um 23:12:

Aloha

Ja, gibt es immer wieder und ich finde es gut, dass du es offen ansprichst.
Obwohl ich nicht weiß, ob es denjenigen immer bewusst ist, dass sie misogyn handeln. Eigener Geschmack hin oder her - es gibt nicht die EINE Frau.

Genauso geht es aber auch in die andere Richtung - femininen Lesben wird es abgesprochen lesbisch zu sein, weil sie unlesbisch aussehen würden. Weiß nicht, wie man das nennt, aber nice ist das auch nicht.

Queerness ist nicht bei allen vorhanden, aber es sickert immer mehr durch


Yo, kenne ich auch Als ich vor Jahren mal recht langes Haar hatte, wurde ich von maskulinen Lesben gedisst, weil sie meinten, man sähe "es", das Lesbisch-sein mir nicht an.. war definitiv auch scheiße...

beides ist Mist.

Dieses feindselige dabei stört mich so. Ich durfte mich grad mehr oder weniger beschimpfen lassen, weil "wir" ja alle gleich wären... schlimm..



07.11.2019 23:32
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.11.2019 um 23:20:

Ich frage mich ob diese Frauen die glauben dass sie ihr wichtige Frauen sind sich im Klaren sind welches frauenbild sie nach außen verkörpern. Für mich sind alle Frauen richtige Frauen.


Ich glaube, für die gibt es nur richtig und falsch. Sie = richtig, Rest = falsch.
Da wird halt nichts hinterfragt, da haben weniger emanzipatorische Prozesse stattgefunden mMn.

Ich fand es wichtig, das Heteronormative zu erkennen, um es abzustreifen bis ich merke, was ich eigentlich bin und möchte.
Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, wenn das andere nicht können oder wollen, aber wozu dieser Hass, diese Verachtung? Und warum wird der Eindruck vermittelt, sie hätten ein Anrecht auf "echte" Frauen und darauf, alle anderen zu ächten.

Damit komme ich eher nicht so gut klar.

07.11.2019 23:37
HiddenNickname

Tut mir leid - wer auch immer dich beschimpft hat. Bei manchen lohnt es sich zu diskutieren, bei manchen eher nicht so.

Und deine Erfahrung kann ich teilen Je nachdem, wie ich modisch drauf bin oder welche Haarlänge ich habe, werde ich so oder so blöd angequatscht. Vielleicht kann man daraus einen Trend kreieren - welche Diskriminierung hätten sie heute gerne, wir kreieren ihnen den passen Look dazu

07.11.2019 23:42
HiddenNickname

So wahr!!!
Da bist du nicht die Einzigste fürchte ich. Aber leider scheint Oberflächlichkeit heute überhand zu nehmen.
Möglicherweise,ich sage Möglicherweise, liegt das ja an den unzähligen Schmuddelfilmchen in denen eben nur solche "Lesben" zu sehen sind...und wer jetzt behauptet er hat sowas noch nie geschaut und selbst in Serien und Filmen sind es immer wunderschöne langhaarige,ui,daher kommt wohl dieses Idealbild,ha,wieder was gemerkt^^...Ich war lange genug in der Szene unterwegs und kenne genügend die einen auf Etepetete machten,aussen hui aber innen sowas von pfui waren!
Es wird sich einfach nicht mehr die Zeit genommen jemanden wirklich kennenzulernen,der erste Blick und schon wird man abgestempelt und aussortiert.
Es sind aber nicht nur die Maskulinen oder Androgynen Frauen die aus den eigenen Reihen angefeindet werden.
Alleine die Kontaktanzeigen...suche schlanke sportliche intelligente feminine Frau...alle anderen,bitte seht davon ab auch nur mein Profil zu besuchen...
Die grosse Masse scheint wohl kein Anrecht darauf zu haben lesbisch zu sein.

Das heisst also...alle kleinen dicken,vermeintlich hässlichen,armen,kranken,unsportlichen Frauen gehen jetzt bitte ruhig und gesittet in den Keller und warten ab bis sich alle "femininen" die richtige Partnerin rausgepickt haben und dann dürfen immer eine handvoll auch wieder ans Tageslicht und ihr Glück versuchen...mit seeeeehr viel Charme,Esprit und Witz,ala "Clever und Smart"und wenn sie richtig "Dusel" haben erkennt die eine oder andere das dies vielleicht doch der richtige Deckel für ihren Topf ist....

Ein "Hoch und Hurra" auf all die Schubladen in die wir uns heutzutage stecken...Chapeau!
Pling,das war jetzt das Wort zum Donnerstag-Abend


07.11.2019 23:51
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.11.2019 um 23:32:

(...)

Damit komme ich eher nicht so gut klar.


Verstehe ich - brauche selbst immer einige innere Gedenkminuten, dass das Gequatsche über "du siehst nicht lesbisch aus, weil du zu feminin wirkst, du siehst nicht wie eine "richtige" Frau aus, weil du zu unfeminin wirkst" absolut nichts mit mir zu tun hat. Und je nach dem, ist es einfach besser sich ähnlich tickende Menschen zu suchen. Bedeutet aber nicht, dass man alles über sich ergehen lassen muss und nicht allgemein darauf hinweist. Nur so verändert sich etwas

07.11.2019 23:53
HiddenNickname

Was macht ihr alle für komische Erfahrung kenn sowas nicht.

08.11.2019 01:17
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Diesen oben beschriebenen Hass habe ich nie erlebt, eher Unverständnis oder Verwirrung. Was man nicht kennt bzw. versteht, ist eben verwirrend. Irgendwie ist es für viele beruhigend, kann man den anderen einschätzen. Dass dabei oft nach dem Äußeren gegangen wird, ist schade. Lernt man die andere näher kennen, ergibt sich möglicherweise ein ganz anderes Bild.

Auf die Vielfalt!

08.11.2019 06:31
HiddenNickname

Ich war mal in einem Lesbenchor und hatte damals ziemlich langes Haar und ich war hin und wieder mal geschminkt. Nach dem Üben saßen wir zusammen an einem Tisch und eine sah mich dauernd ziemlich verächtlich an. Ich fragte sie was denn wäre und sie antwortete "du bist ja keine richtige Lesbe". Ich sagte "eine Lesbe macht doch aus, dass sie mit Frauen schläft.....ich glaube, was das betrifft, bin ich lesbischer, als du".... Zum Glück hatte ich eine gute Portion Selbstbewusstsein, gepaart mit einem dicken Fell....

Umgekehrt kenne ich es aber auch. Ein Mann, der wusste, dass ich eine Lesbe bin, meinte ich wäre ja keine richtige Frau.....

Für mich persönlich umfasst das Frau sein viele verschiedene Facetten, die ich selbst alle glaube in mir zu haben und mit denen ich durchaus auch spielen kann. Als ich das verstanden habe, fühlte ich mich befreit von den ganzen Klischees, wie eine Frau zu sein hat. Es gibt allerdings Grenzen in dieser Spielerei. Es gibt durchaus Frauen, die ich nicht nachempfinden kann. Damit meine ich, ich kann mich nicht identifizieren mit der Art Frau sein, die sie darstellen. Aber das macht ja nichts. Die Palette ist ja groß genug.

Ja, Geschmäcker sind verschieden, dabei aber jemandem etwas abzusprechen "du bist keine richtige Frau/Lesbe/dies/jenes", ist eine Frechheit und kann durchaus sehr verletzend sein.



08.11.2019 06:55
HiddenNickname

ich kenne einen feminin(identifiziert)en (nee nich infiziert ) (überwiegendselbstsoempfundenen mann der sich manchmal schminkt u den ich ungeschminkt femininer! finde. dann kenne ich nen anderen der definiert gar nüscht und den finde ich die femme vor dem herrn. un nu?

sorry, hab die frage vergessen.

08.11.2019 07:28
HiddenNickname

Das Beschriebene habe ich von femininer Seite nie erlebt, ab und zu jedoch von ebenfalls androgynen oder maskulinen Frauen.

08.11.2019 08:27
HiddenNickname

Ich find es betiteln sich viel zu viele Faruen als "feminin oder sogar femme" nur weil sie lange Haare haben
In der Realität stellt sich dann heraus das genau diese Frauen sehr rustikal und burschikos rüber kommen und rein gar nichts mit einer Femme zutun haben !
Genau diese femininen Frauen suchen aber ihres Gleichen sehr seltsam .
.Mädels lange Haare macht noch lange keine Dame aus euch Attitude fehlt den meisten.



08.11.2019 08:29
HiddenNickname

Es geht nichts über entspannte, in sich ruhende Frauen, die frei von Selbstverliebtheit/Arroganz andere Frauen respektieren und die Vielfalt der Schönheit wahrnehmen.


08.11.2019 08:53
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.11.2019 um 08:27:

Ich find es betiteln sich viel zu viele Faruen als "feminin oder sogar femme" nur weil sie lange Haare haben
In der Realität stellt sich dann heraus das genau diese Frauen sehr rustikal und burschikos rüber kommen und rein gar nichts mit einer Femme zutun haben !
Genau diese femininen Frauen suchen aber ihres Gleichen sehr seltsam .
.Mädels lange Haare macht noch lange keine Dame aus euch Attitude fehlt den meisten.



Ich finde jede darf sich betiteln wie sie möchte und dabei sein wie sie möchte und wie sie es für richtig hält. Weder du noch andere haben das Recht ihnen irgendetwas abzusprechen. Genau darum geht es nämlich in diesem Thread!

08.11.2019 08:57
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.11.2019 um 08:27:

Ich find es betiteln sich viel zu viele Faruen als "feminin oder sogar femme" nur weil sie lange Haare haben
In der Realität stellt sich dann heraus das genau diese Frauen sehr rustikal und burschikos rüber kommen und rein gar nichts mit einer Femme zutun haben !
Genau diese femininen Frauen suchen aber ihres Gleichen sehr seltsam .
.Mädels lange Haare macht noch lange keine Dame aus euch Attitude fehlt den meisten.



Dasselbe gilt auch umgekehrt oder nicht? Kurze Haare und ein paar Männerklammotten machen noch lange keine maskuline Frau aus.

Aber noch wichtiger ist ja wie definiert jeder für sich Femininität oder Maskulinität? Ich denke da liegt der Hase im Korn.

08.11.2019 09:05
HiddenNickname

Letztlich ist wohl alles Definitionssache, also sehr individuell. Gleichzeitig dabei nicht zu werten (vor allem andere be-werten!) fällt wohl vielen sehr schwer. Und dabei ist es meiner Erfahrung nach völlig egal, um welches Thema es eigentlich geht.

08.11.2019 09:10
HiddenNickname

Entspringen diese Formen von stereotypen Beurteilungen eines Menschen per se nicht grundsätzlich eingefrorenen und festgelegten Erwartungen?
Eine ablehnende Grundhaltung lässt dadurch demjenigen doch gar keinen Spielraum mehr frei, einen Menschen, egal welcher Coleur, entdecken zu können.
Zu forschen, was in ihm, hinter ihm, zwischen ihm steht, diesem Menschen.
Was ihn ausmacht, welche Sehnsüchte und Wünsche ihn durchs Leben treiben und genauso auf der Suche ist, wie derjenige, der ihn gerade aburteilt.
Tja, so kann Frau auch an allem vorbeilaufen, an den schönen Regenbogenfarben unseres Lebens und bleibt dadurch in seiner inneren „Eckkneipe“.


08.11.2019 09:55
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.11.2019 um 09:10:

Entspringen diese Formen von stereotypen Beurteilungen eines Menschen per se nicht grundsätzlich eingefrorenen und festgelegten Erwartungen?
Eine ablehnende Grundhaltung lässt dadurch demjenigen doch gar keinen Spielraum mehr frei, einen Menschen, egal welcher Coleur, entdecken zu können.
Zu forschen, was in ihm, hinter ihm, zwischen ihm steht, diesem Menschen.
Was ihn ausmacht, welche Sehnsüchte und Wünsche ihn durchs Leben treiben und genauso auf der Suche ist, wie derjenige, der ihn gerade aburteilt.
Tja, so kann Frau auch an allem vorbeilaufen, an den schönen Regenbogenfarben unseres Lebens und bleibt dadurch in seiner inneren „Eckkneipe“.


Täusche ich mich oder definierst du dich nicht selbst als butch? Diese Schubläden haben ja auch Sinn. Aber was die Grenzen angeht stimme ich dir zu. Aber wenn ihr keine Grenzen wollt dann lasst doch den ganzen Genderkram weg. Auch untergliederung von hetero oder homo sollte es nicht geben. Das wäre wahre Freiheit.


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