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Klimaschutz..Bäume.. Gedichte-Zitate-Texte..

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31.10.2019 15:47
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Ruf der Linde

In deinem Schatten möcht ich ruhn,
ein Freund ist mir dein Rauschen,
ich möchte deiner Baummusik
mit meinem Herzen lauschen.

Du lädst mich ein, um auszuruhn,
du lässt mein Dasein schwingen,
derweil die Vögel in dem Nest
ein fröhlich Lied mir singen.

Du ziehst mich an mit deinem Ruf,
lass uns zusammen schweigen,
und dann möcht sich mein ganzes Sein
vor deiner Kraft verneigen.

Monika Schudel


01.11.2019 16:55
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Dienstag, 22.10.2019, 11:06

Kritik an AufforstungsplänenNeue Bäume als CO2-Killer? Forscher weltweit zweifeln an prominenter Klima-Theorie

Der Klimawandel kann durch nichts so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung - dieses im Sommer veröffentlichte Studienergebnis stößt auf Kritik anderer Forscher.


Das Potenzial von Baumpflanzungen zur Eindämmung des Klimawandels sei in der Studie dramatisch überbewertet, hieß es am Dienstag von der Leuphana Universität Lüneburg. Als Co-Autorin war die Leuphana-Forscherin Vicky Temperton an einer aktuellen Stellungnahme im Fachmagazin "Science" zu der Anfang Juli vorgestellten Analyse beteiligt.

Das Pflanzen von Bäumen an falschen Orten könne sogar Ökosysteme zerstören, die Intensität von Waldbränden erhöhen und die globale Erwärmung verschärfen, erläutern Forscher um Temperton und Joseph Veldman von der Texas A&M University in den USA. Auch Forscher zahlreicher anderer Universitäten und Institute wie etwa der LMU München, der Uni Bonn und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg äußern sich in "Science" kritisch zu der Studie.

Potenzial neuer Wälder wurde um ein Mehrfaches überschätzt

Die Erde könne ein Drittel mehr Wälder vertragen, ohne dass Städte oder Agrarflächen beeinträchtigt würden, hatten Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich im Sommer in "Science" geschrieben. Bäume zu pflanzen habe das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufnehmen. Die neuen Wälder könnten demnach 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern, wenn sie herangewachsen sind - etwa zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit der Industriellen Revolution durch den Menschen in die Atmosphäre gelangten.

Der Wert von 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff sei viel zu hoch angesetzt, heißt es nun in dem kritischen Beitrag der Forscher um Veldman. Schwerwiegende Mängel hätten zu einer fünffachen Überschätzung des Potenzials neu gepflanzter Bäume für die Eindämmung des Klimawandels geführt. So werde in der Studie etwa davon ausgegangen, dass Böden in Ökosystemen ohne Bäume keinen Kohlenstoff enthalten - in vielen Lebensräumen wie Savannen und Torfmooren sei aber mehr Kohlenstoff im Boden gebunden als in der oberirdischen Vegetation.

"Eine ökologische Sanierung könnte viel mehr zu natürlichen Klimalösungen beitragen, wenn wir uns nicht nur auf Wälder fokussieren, sondern uns auch um Grasland, Savannen, Buschland und Torfmoore kümmern", sagt Temperton.

-Online Focus

02.11.2019 17:03
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Ich mag das Thema dieses Threads.

Die Liebe

Die Liebe ein Baum,
mächtig,
verletzbar,
Äste wie Arme,
dem Ewigen entgegengestreckt,
in der Tiefe,
nach Erneuerung suchend,
die Wurzeln.
Blätter,
vom Pinsel des Lebens gefärbt,
raunen
in die Wellen des Windes
ihre zeitlosen
Melodien.
Zu Blüten geworden
die Zärtlichkeit,
erlösende Umarmung ihr Duft,
im Samen verborgen das Sein.
Kraftvoll der Stamm,
Bollwerk die Rinde,
Wunden,
vernarbt.
Axthiebe -
wieder und wieder geführt.
Einer zu viel,
der Fall!

Die Liebe ein Baum

Renate Söllner
"Gedichte" (1992 - 1996)

02.11.2019 17:10
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BAUMLEIDENSCHAFT…

abende gleiten vorüber gehen nirgendwohin
bäume sind der leidenschaft fähig
die aprikose und die maulbeere
lassen kein auge voneinander
sie reisen zu zweit
und geben angeregte uralte laute von sich
wenn sie sich paaren
die nacht zerreißen
nicht anders als blitze

etel adnan
aus: jahreszeiten
schriftstellerin und malerin
geb. 1925 in beirut


02.11.2019 17:12
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bäume haben viel leben
dank ihres zusammenstoßes
jahr für jahr
mit dem frühling
sie sind im boden verwurzelt
im gegensatz zu den tieren
ihre seelen sind leichter
dem vergessenen ursprung näher
sie kennen jeden der kommt
und wissen
dasein heißt
das chaos zu umkreisen


etel adnan
aus: jahreszeiten
schriftstellerin und malerin
geb. 1925 in beirut


02.11.2019 17:14
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BÄUME UND MENSCHEN…


ab einer bestimmten Höhe
gleichen sich
Bäume und Menschen
Geduld in Hülle und Fülle
verschenkt
sind die Leidenschaften
der Tod
und die Liebe
so weit das Auge reicht
nur Ewigkeit


Djebel Toubkal
aus:
WO DIE BÄUME DAS SAGEN HABEN
Dietlind Kinzelmann


02.11.2019 22:03
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Gedanken eines Baumes

Ich bin nur ein Baum unter den Grazien aller Leichtigkeit und Flüchtigkeit,
doch kenne ich meine Wurzeln tief dem Erdreich verbunden.

Das Graziöse tanzt in seiner Leichtigkeit, flirrt und schwebt periodisch über
Felder, Wälder, Seen, durch Lüfte.

Ich bin nur ein Baum, rau – mal knorrig, mal biestig, kann selbst Jahrhunderte
überblicken, meine Blätter mit Winden auf Reisen schicken.

Samen der Grazien gereifter Blütenkelche kichern überheblich im Sonnenlichte:
Ach seht nur diese Bäume ohne Verve, klobig und träge, ihre Früchte fallen nicht
weit vom Stamm, fürwahr am Sprichwort ist vieles dran.

Ich bin nur ein Baum im Sonnenlichte, umwinden mich Rinden, umklammern mich Borken,
und doch lebt in mir der Welten Stolz und meine Ringe bergen der Menschheit Geschichte.

Die Grazien zerfallen, zerbrechen zu Staub ihren Hochmut fasst der Sänger, Poet in Gedichten.
Mein Schicksal liegt oft in Menschenhand, doch hat der Mensch auch meine Kraft erkannt
und sieht mich im neuen Lichte.

Jürgen Skupniewski-Fernandez



03.11.2019 19:43
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Ein Buchenblatt
Wie aus dem Wald
Meiner Heimatstadt
Fliegt in mein Zimmer

Es kam
Mich zu trösten

Jene junge Zeit
Ein Gedankenort
Da wohnen die verlorenen
Freunde und Berge

Feines Geäder
Eine Widmung für mich

-Rose Ausländer

04.11.2019 17:49
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Schwarzschattende Kastanie

Schwarzschattende Kastanie,
Mein windgeregtes Sommerzelt,
Du senkst zur Flut dein weit Geäst,
Dein Laub, es durstet und es trinkt,
Schwarzschattende Kastanie!
Im Porte badet junge Brut
Mit Hader oder Lustgeschrei.
Und Kinder schwimmen leuchtend weiß
Im Gitter deines Blätterwerks,
Schwarzschattende Kastanie!
Und dämmern See und Ufer ein
Und rauscht vorbei das Abendboot,
So zuckt aus roter Schiffslatern
Ein Blitz und wandert auf dem Schwung
Der Flut, gebrochnen Lettern gleich,
Bis unter deinem Laub erlischt
Die rätselhafte Flammenschrift,
Schwarzschattende Kastanie!



Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)


05.11.2019 15:48
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Verzweifle niemals.
Die Tage vergehen wie das im Wind fliegende Herbstlaub
und die Tage kehren wieder mit dem reinen Himmel
und der Pracht der Wälder.
Aufs Neue wird jedes Samenkorn erweckt,
genauso verläuft das Leben.

Indianische Weisheit
Zitate und Weisheiten.de

08.11.2019 19:54
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Manchmal spricht ein Baum durch das Fenster mir Mut zu.
Manchmal leuchtet ein Buch als Stern auf meinem Himmel.
Manchmal ein Mensch den ich nicht kenne,
der meine Worte erkennt.
-Rose Ausländer

10.11.2019 17:13
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Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann,ohne glücklich zu sein.
-Fjodor Dostojewskij


13.11.2019 18:39
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Bäume haben etwas Wesentliches gelernt:
nur wer einen festen Stand hat
und trotzdem beweglich ist,
überlebt die starken Stürme

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz


14.11.2019 16:39
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Tanz in der Nacht

von Tilly Boesche-Zacharow

Bibliothek


Vorm Fenster steht ein Tannenbaum,
dess' Röcke tragen hellen Saum.
Mir scheint, so weit ich sehen kann,
er tanzt heut Nacht einen CanCan

Oder Kalinka kalinka maja,
ein Schneeballfest, das ich nie sah
Er hat mir schon so viel gezeigt,
und heute nacht, da wird gereigt …

Vielleicht erwächst mir dann im Traum
Der alte große Weltenbaum
Ich würd' mit ihm behende schweben
auf seinen Ästen, die leicht beben


Text:Tilly Boesche-Zacharow/Jürgen Wagner
Mehr hier: https://www.literatpro.de [...] er-nacht



14.11.2019 16:42
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Die Träume der Bäume

Sagen Sie mal – Sie Idiot!
Tut wohl ein solcher Unfug not?!
Der Hund dreht durch – in jeder Pfanne!
Sind Sie BLAU?! Alkohol?! Sie tumbe Tanne!

Man SCHÄMT sich! Für Sie Holzkopp-Teil!
Was soll DER Quatsch?! Mit diesem SEIL?!
WIR TANNEN HABEN TRADITION!
Wahrscheinlich sind SIE ein Clown-Klon ...

Das – gibt‘s – doch gar – nicht – ROSWITHA!
Unser – WEIHNACHTSBAUM! Ist – wieder – DA?!
Den warf ich eben – aus dem Fenster:
Ich glaube fast – ich seh – GESPENSTER?!

[OPA! DAS war MEIN Weihnachts-Traum!
Schließlich bin ICH der „BUNGEE-BAUM“ ...]
von Axel C. Englert
Mitglied, Moderator
[/OPA!]

14.11.2019 16:46
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Der Ginkgo biloba

Man pflanzte ihn als Tempelbaum,
den Ahn uralter Zeiten
voll Weisheit, Heilkraft, Resistenz
Sogar in uns'ren Breiten

grünt er an Straßen, blüht in Parks,
kann 1000 Jahr erreichen
Den Alten gibt er Kraft im Geist,
der Freundschaft Liebeszeichen

mit kleinen Fächern eingekerbt
Und hast du noch Beschwerden,
so hör die Blätter leis im Wind,
die reines Blattgold werden


Ein Baum besiegt die Zeit
Der Ginkgo ist ein lebendes Fossil. Er war schon im Erdmittelalter verbreitet vor 250 Millionen Jahren, in der Zeit der Dinosaurier. Die meisten seiner Arten starben zwar in den folgenden Eiszeiten aus, aber eine Art überlebte: der Ginkgo biloba. In den entlegenen Bergtälern er chinesischen Provinz Sichuan überlebte er. Er wächst heute nur in zwei kleinen chinesischen Provinzen noch wild, wo im Tian Mu Shun-Reservat die ältesten Ginkgos weltweit zu finden sind.
Alle anderen Bäume, selbst die Ginkgo-Veteranen, sind von Menschenhand vermehrt worden. Außerdem findet durch die Vorliebe für männliche Bäume, deren Blüten nicht so unangenehm riechen, eine generative Vermehrung nur noch selten auf natürliche Weise statt.
Bis vor ca. 30 Millionen Jahren war der Ginkgo vor den großen Eiszeiten auch bei uns in Europa heimisch, wo er vor allem im Gebiet des heutigen Frankfurt vertreten war. Im Londoner Becken bildete er vor 30 Millionen Jahren noch ausgedehnte Wälder. 1727 wurde er wieder nach Europa zurückgebracht, im Botanischen Garten von Utrecht gepflanzt und fand seitdem vor allem in Parkanlagen Verwendung. Sein Name stammt ursprünglich vom chinesischen Wort "ginkyo", das übersetzt Silberaprikose heißt: ein Hinweis auf die silbrig schimmernden Samenanlagen.

Immun gegen viele Weisen der Aggression
Der Ginkgo hat eine hohe Resistenz gegenüber Bakterien, Viren und Krankheiten. Für Pilze und Pflanzenfresser ist er durch einen wachsartigen Stoff und hohen Säuregrad in den Blättern praktisch immun. Selbst die Abgase und Luftverschmutzungen unserer Städte können ihm wenig anhaben. Blätter, Holz und Wurzeln sind für fast alle Insekten mehr oder weniger toxisch. Nur die Jungpflanzen sind sehr empfindlich und gegen Fraßfeinde noch ungeschützt. In Hiroshima hat er sogar die radioaktive Strahlung der Atombombe überlebt.

Berühmte Heilpflanze
Besonders in Südostasien können wir von einem Ginkgo-Kult sprechen. Man pflanzte ihn mit Vorliebe in Tempeln. Er ist als Heilpflanze im asiatischen Lebenskreis so fest verwurzelt wie Kamille oder Knoblauch in Europa. Mit der Verbreitung der traditionellen asiatischen Heilmedizin in Europa wurde der Ginkgo zur Entwicklung spezieller Medikamente auch bei uns bedeutsamer. Altersbedingte Gedächtnisschwierigkeiten werden auf diesem Wege gemindert. Auch bei Tinnitus wird Ginkgo eingesetzt.

Schönheit und Liebe
Aufgrund seiner Stärke und seiner Schönheit erfreut sich der Ginkgo vor allem in Asien seit jeher einer nahezu mythischen Verehrung. Und seit der Moderne ist der Baum auch in Europa in vielerlei Hinsicht von Interesse. Mit seinem Gedicht 'Ginkgo biloba' von 1815 gab ihm Goethe hierzulande die Ehre.
Die Ginkgoblätter, die sich im Laufe von Jahrmillionen von feingabligen, nadelgleichen zu den bekannten zweigeteilten, fächrigen Blättern entwickelten, trugen auch zur Symbolik bei: sie stehen für Yin und Yang, für Harmonie und Ausgleich, für Liebe und Freundschaft. Ausgestattet mit perfekten Überlebensstrategien, durchpulst von sensibler Kraft und von ästhetischer Schönheit, beeindruckt und fasziniert er weltweit die Menschen. Er inspirierte Schmuckhersteller, Botaniker, Künstler.

-Jürgen Wagner 'LiteratPro'





editiert am 14.11.2019 17:30 Beitrag melden Zitatantwort
14.11.2019 20:23
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Winterwald

Wie schön ist die Ruhe im Winterwald
Wenn weißer Schnee bedeckt die Erde
Die Luft ist klar und erfrischend kalt
Wenn es nur immer so friedlich wäre.

Leise quietscht der Schnee unter der Sohle
Du bist mit deinen Gedanken allein
Die ganze Schönheit der Welt hole
In deine Seele und dein Herz hinein.

Jetzt bist du eins mit der friedlichen Welt
Alles Böse hast du verbannt
Dein Kopf ist frei und das gefällt
Nicht nur dir, sondern dem ganzen Land.

Doch so schön ist die Welt in Wirklichkeit nicht
In der du so einsam gehst
Nur ganz selten scheint das helle Licht
Durch den Wald in dem du stehst.

Drum bewahre dir tief im Innern
Auch wenn es jetzt noch so kalt
Und lass dich immer erinnern
An die Schönheit des Winterwald.

(Copyright by Ludwig Strunz)





14.11.2019 20:26
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Winterzeit

Längst hat der Wind das letzte Blatt vom Baum gepflückt,
das lustig Lied der Vöglein ist verklungen,
schon früh am Morgen hatten sie gesungen
und meine Seele und das Herz beglückt.

Die Tiere rüsten schon zum langen Winterschlaf,
am Himmel noch ein letzter Drachen schwebt,
der widerwillig sich im kalten Wind erhebt,
im dürren Gras äst einsam noch ein Schaf.

Die Menschen die man sieht auf Straßen,
sind eingehüllt von Kopf bis zu den Füßen.
Nur solche, die nach draußen müssen,
holen kalte Ohren sich und rote Nasen.

Schneeflocken fallen wirbelnd weit und breit,
der erste Schneemann steht im Garten,
die Kinder konnten kaum erwarten
bis alle Straßen, Felder tief verschneit.

Die Tannen hüllen sich in weiße Kleider ein,
der Hauch des Atems schwebt in kalter Luft,
das Haus durchzieht vom Backen feiner Duft;
wie wunderschön kann doch der Winter sein.

-Heiner Hesselt

14.11.2019 20:28
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An jenes Waldes Enden,
wo still der Weiher liegt
und längs den Fichtenwänden
sich lind Gemurmel wiegt;

wo in der Sonnenhelle,
so matt und kalt sie ist,
doch immerfort die Welle
das Ufer flimmernd küsst.
Ein milder Wintertag

Wenn ich den Mantel dichte
nun legen übers Moos,
mich lehnen an die Fichte
und dann auf meinem Schoß.

Gezweig' und Kräuter breiten,
so gut ich's finden mag:
Wer will mir's übel deuten,
spiel ich den Sommertag?

Und hat Natur zum Feste
nur wenig dargebracht:
Die Luft ist stets die beste,
die man sich selber macht.

-Annette von Droste-Hülshoff

14.11.2019 20:30
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Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab' nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst sein Laub verstreuet.
Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seinen Wipfel sacht
und redet wie im Traume.
Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.

Joseph Freiherr von Eichendorff


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