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Gefühlte Gedanken 3

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26.12.2017 18:03
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Geschafft.
Erfolgreich überstanden. Nicht nur das.
Auch als schön empfunden.
Auf dem Weg zum Weihnachtsfest schnürte es mir die Kehle zu. Diese Bahn, die ich immer nahm, um meinen Menschen zu treffen. Diesmal fuhr sie mich zum Feste. Und mein Mensch ist nicht mehr. Tränen lautlos rinnend. Lähmend die vorbei rasenden Gebäude, Bäume und Sträucher. Ich kenne sie alle, fuhr ich doch lange lange Zeit diese Strecke.
Ihren Reiz haben sie nicht verloren, aber der Schmerz über den Verlust überdeckt ihn. Alles.
Das Herz erreicht haben so viele Dinge.
Diese kleinen Menschenkinder, juchzend, vom Schalk geküsst und so niedlich respektvoll dem Weihnachtsmanne vorsingend.
Die Geschenke.
Dieses Bettelarmband mit den Anhängern, die mich ausmachen. Die mich auszeichnen, darstellen..
Diese Gemeinsamkeit, Geborgenheit und Sicherheit. Gar nichts hat das mit Weihnachten zu tun. Mit Familie. Mit Familie hat es zu tun. Das weiß ich jetzt. Nach diesem schrecklichen Verlust.
In wenigen Tagen endet dieses trauervolle Jahr.
Furcht setzt sich fest.
Wenn es denn um ist,
das Alte
und
das Neue begrüßt wird,
wird nicht mein Telefon erklingen,
wird nicht die Stimme meines Menschen, das Beste zum Geburtstag und zum neuen Jahr wünschend, erklingen..
Nun.
Dafür habe ich, seit –zig Jahren das erste Mal wieder, Besuch zu Neujahr. Wie es wohl sein wird? Zu der Furcht gesellt sich Freude. Vorfreude. Und Spannung.
Vielleicht ist das ein guter Anfang für das neue Jahr.


editiert am 26.12.2017 18:12 Beitrag melden Zitatantwort
26.12.2017 19:04
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...


editiert am 06.05.2018 10:07 Beitrag melden Zitatantwort
09.01.2018 08:48
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...

editiert am 06.05.2018 10:07 Beitrag melden Zitatantwort
28.01.2018 13:57
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...

editiert am 06.05.2018 10:08 Beitrag melden Zitatantwort
28.01.2018 18:50
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Momente, längst vergangen
und doch strahlen sie hell
wie Sterne in der Nacht


29.01.2018 15:28
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...

editiert am 06.05.2018 09:33 Beitrag melden Zitatantwort
04.02.2018 10:59
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Ich sehe ein Photo von Dir und dem kleinen Kumpel. Es war ein Sommertag gewesen. Der Kleine hatte Faxen gemacht und Du ihn dabei gefilmt. Hier, auf dem Photo, sitzt Du in einem Gartenstuhl, der Kumpel hängt über der Armlehne. Er schaut lachend auf das Display der Kamera in Deinem Schoß, und über seinen Kopf hinweg schaust Du jemanden an und lachst aus vollem Herzen. Es ist ein wirkliches, echtes Lachen voller Freude. Vielleicht berührt es mich so, weil Du dabei jemandem in die Augen schaust, im Kontakt bist. Man sieht den Sommer auf dem Bild, alles scheint leicht.
Hier und jetzt, im Winter, konjugieren die kleinen Unglücklichen um mich herum Verben, lernen, was Präteritum ist und Futur II. Es ist still. Ich schaue wieder auf Dein lachendes Gesicht.
Ich hatte geliebt, ich habe geliebt, ich liebte, ich liebe, ich werde lieben, ich werde geliebt haben.
Der Wind drückt den Regen an die Fenster, es prasselt, dahinter wiegen sich kahle Äste. Ich habe meinen Mantel im Auto gelassen, gleich muss ich da raus.
Meine Seele konjugiert jetzt still mit, ich hatte den Sommer erlebt, ich habe den Sommer erlebt, ich erlebte den Sommer, ich erlebe den Sommer, ich werde den Sommer erleben, ich werde den Sommer erlebt haben.
Ich sinke zurück in vergangenes Sommererleben. Ein Gefühl ist plötzlich ganz präsent, ich sitze an einem Sommerabend im Auto, jemand fährt, ich lehne den Kopf gegen die Scheibe und schaue träge den vorbeifliegenden Bäumen zu, hinter ihnen glitzert eine tiefstehende Sonne. Ein Luftzug bewegt meine Haare. Schwer und müde von der Hitze bin ich, mein Körper ist zufrieden, und ich lasse den Tag nachklingen. Ich bin wunschlos, ungeteilt. Das kann ich jetzt spüren, im Winter. Kein Bedarf für ein Präteritum. Doch dann, jetzt im Winter, fällt mir ein, dass an einem zukünftigen Sommertag wieder dieser eine Gedanke kommen könnte, der sich in letzter Zeit häufiger einschleicht. Dass das alles einmal vorbei sein wird, dass ich sterben kann, dass ich sterben werde. Es könnte an einem zukünftigen Sommerabend träge das Glück durch mich hindurchfließen, und dann ist er da, der Gedanke.
Ich war gestorben, ich bin gestorben, ich starb, ich sterbe, ich werde sterben, ich werde gestorben sein.
Jetzt, in diesem Winter, erfüllt der Gedanke an meinen Tod mich mit diffusem Grauen, die Unfassbarkeit des Gedankens, dass mein Bewusstsein eines Tages erlöschen wird, dass eine Welt untergehen wird, mein Universum enden wird. Die Wucht macht mir Angst. Aber in der Zukunft, im Futur, an diesem kommenden Sommerabend, wird mich der Gedanke mit Wut und Hilflosigkeit erfüllen, das weiß ich. Mit Empörung darüber, dass dieses Sommererleben jemals enden wird. Dass dieses Leben enden wird.
Ich hatte mich empört, ich habe mich empört, ich empörte mich, ich empöre mich, ich werde mich empören, ich werde mich empört haben.
Ich rutsche durch die Zeiten, und jede Zeit berührt sich, so etwas müssen die Physiker meinen, die Entwürfe eines Universums zeigen, das ich nicht verstehe. Alles berührt sich. Alle Zeiten laufen nebeneinander.
Es gibt sie nicht wirklich, die Zeit. Auch, wenn die Kleinen um mich herum sie beugen müssen.
Die Ärmsten.

06.02.2018 21:18
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Einmal noch dieses Gefühl.
Betörenden Duft atmen und geschmeidige Bewegung sehen.
Fließend. Grazil. Weich. Sanft und zart. Schön.
Ohne aufgesetzt zu wirken.
Einmal noch berühren.
Sanft von der Schulter ab zu gleiten. Zu berühren. Zu spüren. Zarte, duftende Haut zu fühlen und zu schmecken.
Einmal noch.
Wogend zu gleiten. Zu betrachten und zu genießen….


07.02.2018 09:55
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Das möchte ich einfach kommentieren: Ein ganz wunderbarer Text, der mich in meinen Gedanken getroffen hat. Großartig...

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 04.02.2018 um 10:59:

Ich sehe ein Photo von Dir und dem kleinen Kumpel. Es war ein Sommertag gewesen. Der Kleine hatte Faxen gemacht und Du ihn dabei gefilmt. Hier, auf dem Photo, sitzt Du in einem Gartenstuhl, der Kumpel hängt über der Armlehne. Er schaut lachend auf das Display der Kamera in Deinem Schoß, und über seinen Kopf hinweg schaust Du jemanden an und lachst aus vollem Herzen. Es ist ein wirkliches, echtes Lachen voller Freude. Vielleicht berührt es mich so, weil Du dabei jemandem in die Augen schaust, im Kontakt bist. Man sieht den Sommer auf dem Bild, alles scheint leicht.
Hier und jetzt, im Winter, konjugieren die kleinen Unglücklichen um mich herum Verben, lernen, was Präteritum ist und Futur II. Es ist still. Ich schaue wieder auf Dein lachendes Gesicht.
Ich hatte geliebt, ich habe geliebt, ich liebte, ich liebe, ich werde lieben, ich werde geliebt haben.
Der Wind drückt den Regen an die Fenster, es prasselt, dahinter wiegen sich kahle Äste. Ich habe meinen Mantel im Auto gelassen, gleich muss ich da raus.
Meine Seele konjugiert jetzt still mit, ich hatte den Sommer erlebt, ich habe den Sommer erlebt, ich erlebte den Sommer, ich erlebe den Sommer, ich werde den Sommer erleben, ich werde den Sommer erlebt haben.
Ich sinke zurück in vergangenes Sommererleben. Ein Gefühl ist plötzlich ganz präsent, ich sitze an einem Sommerabend im Auto, jemand fährt, ich lehne den Kopf gegen die Scheibe und schaue träge den vorbeifliegenden Bäumen zu, hinter ihnen glitzert eine tiefstehende Sonne. Ein Luftzug bewegt meine Haare. Schwer und müde von der Hitze bin ich, mein Körper ist zufrieden, und ich lasse den Tag nachklingen. Ich bin wunschlos, ungeteilt. Das kann ich jetzt spüren, im Winter. Kein Bedarf für ein Präteritum. Doch dann, jetzt im Winter, fällt mir ein, dass an einem zukünftigen Sommertag wieder dieser eine Gedanke kommen könnte, der sich in letzter Zeit häufiger einschleicht. Dass das alles einmal vorbei sein wird, dass ich sterben kann, dass ich sterben werde. Es könnte an einem zukünftigen Sommerabend träge das Glück durch mich hindurchfließen, und dann ist er da, der Gedanke.
Ich war gestorben, ich bin gestorben, ich starb, ich sterbe, ich werde sterben, ich werde gestorben sein.
Jetzt, in diesem Winter, erfüllt der Gedanke an meinen Tod mich mit diffusem Grauen, die Unfassbarkeit des Gedankens, dass mein Bewusstsein eines Tages erlöschen wird, dass eine Welt untergehen wird, mein Universum enden wird. Die Wucht macht mir Angst. Aber in der Zukunft, im Futur, an diesem kommenden Sommerabend, wird mich der Gedanke mit Wut und Hilflosigkeit erfüllen, das weiß ich. Mit Empörung darüber, dass dieses Sommererleben jemals enden wird. Dass dieses Leben enden wird.
Ich hatte mich empört, ich habe mich empört, ich empörte mich, ich empöre mich, ich werde mich empören, ich werde mich empört haben.
Ich rutsche durch die Zeiten, und jede Zeit berührt sich, so etwas müssen die Physiker meinen, die Entwürfe eines Universums zeigen, das ich nicht verstehe. Alles berührt sich. Alle Zeiten laufen nebeneinander.
Es gibt sie nicht wirklich, die Zeit. Auch, wenn die Kleinen um mich herum sie beugen müssen.
Die Ärmsten.



07.02.2018 10:32
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.02.2018 um 09:55:

Das möchte ich einfach kommentieren: Ein ganz wunderbarer Text, der mich in meinen Gedanken getroffen hat. Großartig...


Allerdings... großartig.

07.02.2018 16:34
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@ Lionkid4 und KarlOtto:

Vielen Dank, jetzt bin ich etwas verlegen...

20.02.2018 17:13
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3

Sich greifend und haltend
führt sich durch das stille Zählen
gleitend ein Fließen hinein
zum dritten 1,2,3 ist es Schwung
der uns in die Rundung bringt
ins gemeinsam Schweben
und die Eleganz gesellt sich
beim vierten ruhig dazu
wenn wir kurz innehalten
und beide lächeln müssen
dass durchs Leben tanzen
so einfach sein kann.


10.03.2018 10:46
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Ich hab dich lieb mein Herzensdieb

12.03.2018 20:28
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Die Welt ist an diesem Morgen in ein seltsames Licht getaucht,
Rötlich, unwirklich.
Die Luft ohne Bewegung, als stünde die Welt still.
Nichts ist auf der Haut zu fühlen, kein Warm, kein Kalt,
Als wäre Temperatur nur eine Illusion.
Der Raum scheint in die Zeit zu fließen - oder umgekehrt?
Kein Vogel schreit, kein Wasser plätschert,
Nur ferne Glocken, deren Gesang über die Bachauen weht.
Dort, ein Bussard, der an einem Huhn sich labt.
Und plötzlich Gegacker, das von neuem Leben kündet.
Ein Ei, Sinnbild des Lebens,
Hart und doch zerbrechlich.
Ein Spiegel meiner selbst.
Ich bin allein an diesem Morgen.
Der Eindruck ist so intensiv.
Mir ist, als ströme das rote Licht durch mich hindurch,
Als sei meine Haut keine Barriere mehr.
Und meine Seele fließt still in den lautlosen Morgen.

13.03.2018 22:19
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...

editiert am 06.05.2018 10:09 Beitrag melden Zitatantwort
13.03.2018 22:27
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.02.2018 um 10:32:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.02.2018 um 09:55:

Das möchte ich einfach kommentieren: Ein ganz wunderbarer Text, der mich in meinen Gedanken getroffen hat. Großartig...


Allerdings... großartig.


Ich schließe mich an, getroffen und .....wirklich großartig!

14.03.2018 20:43
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@Minerva
Danke!

10.04.2018 18:33
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 13.03.2018 um 22:27:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.02.2018 um 10:32:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 07.02.2018 um 09:55:

Das möchte ich einfach kommentieren: Ein ganz wunderbarer Text, der mich in meinen Gedanken getroffen hat. Großartig...


Allerdings... großartig.


Ich schließe mich an, getroffen und .....wirklich großartig!


Ich auch <3

22.04.2018 01:51
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Dieser Ort.
Den ich wieder in Besitz nehme, um Gast zu sein.
Tief atme ich ihn.
Dieses Grün.
Zart und kraftvoll. Baum und Boden sprießen.
Licht. Farbe. Intensität.
Und, endlich, die vier Räder, getrieben durch den Motor. Unabhängig, frei und haltlos.
Mich bringend, wann ich immer ich möchte, zu dem See, der lautlos spiegelt..


13.05.2018 23:25
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Diese Zeit.
Meine Zeit sie ist.
Stille- nur unterbrochen vom Gesang der Vögel.
Kein menschlicher Laut. Kein Motor, kein Gespräch. Nur das Geplänkel der Vögel.
Leise.
Laut zwitschernd.
Gar flüsternd dann wieder..
Während das Wild äst.

Wie schön dazu der Himmel scheint.
Im samtigen Blau.
Mit dem leichten Schimmer in Rosa.
Kitschig.
Und doch so schön.
Wirkt beruhigend. Fast schmeichelnd.

Abends dann, im Schein des Mondes, wackelt der Schein der Kerzen.
Flackert das Feuer berauschend sein Orange.
Um im Blaurot zu verglühen.
Farben sind es, die begleiten.

In dieser, meiner Zeit.

Und diesmal, nach fast 8 Jahren Leben in einer geschlossenen Wohnung, ist die Katz dabei. Völlig im Selbstverständnis nimmt sie die Umwelt nicht nur wahr, sie nimmt sie gar völlig für sich ein. Alles, alles passiert nur für und um sie.
Schnell passiert die Umstellung.
Von Flucht vor jedem Gast in der Wohnung auf Show für jeden Bewohner des Platzes.
Gekonnt. Im Sekundentakt.
So ist es- das freie, selbstbestimmte Leben.
Freude bereitet es.
Für jeden von uns….



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