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Gefühlte Gedanken 3

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29.03.2019 03:25
HiddenNickname

Kalla - dieses Miststück von Katze - schreit vor meiner Schlafzimmertüre und trommelt mit ihren Pfoten dagegen. Nachts um 3 Uhr! Ich hab sie aus der Wohnung geschmissen. Jetzt bin ich wach. Ach, da trinke ich doch einen verfrühten Starterkaffee auf der Terrasse. Vereinzelt brennen Lichter in den umgebenden Häusern. Es ist alles still bis auf das Singen der Nachtigall auf der Suche nach einer Partnerin.

31.03.2019 18:50
HiddenNickname

Für C.

Wann schrieb ich das letzte Mal für dich?
Ohne dass es eine Wiederholung war.
Worte, die sich im Satz verlieren.
Durch ein Leck tropfen und tropfen und nichts mehr bedeuten.
Ich würde dir so gern etwas schreiben, das spürbar, zu schmecken ist, wenn du es aussprichst.
Der Biss in einen Apfel.
Auf das du zurückgreifen kannst, verweisen, wenn Unklarheit herrscht.
Die Straße am frühen Morgen im Dunst verwischt.
So etwas.
Ein Wegweiser, der gilt, über die Tage und Bestand hat.
Ein Straßenschild, das jeder von uns sagt, hier ist unser Treffpunkt.
Warte dort. Ich werde kommen.

Ich weiß nicht, warum.
Warum ich gern etwas hätte,
etwas sagen könnte,
das für dich und mich gleichermaßen und für uns steht.
Ein Zettel mit einem Satz.
Den ich halten kann, den ich geben kann.
Der Substanz ist, wenn alles andere nur gedacht und gefühlt.

Die Macht des Glücks scheint in seinem Vergehen zu liegen.
Und auch wenn es sich aus der selben Masse erneut bildet,
ist seine Form eine andere.
Und braucht andere Worte.
Ich habe sie noch nicht.
Aber wenn, gebe ich sie dir.

KarlOtto

editiert am 31.03.2019 18:56 Beitrag melden Zitatantwort
31.03.2019 21:04
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Für Epunkt

Da ist es wieder, dieses Gefühl, warm und weich, wie es schon immer war. Manchmal liegt es im Garten unterm Fliederbusch zusammengerollt wie die Katze, manchmal schläft es und manchmal ist es unterwegs, manchmal ist es von all den täglichen Unwichtigkeiten nach hinten verdrängt. Aber da ist es wieder, warm und weich, wie es schon immer war, wenn ich Deine Worte lese.

PS. Manchmal finden mich die richtigen Worte erst etwas später ; )

editiert am 01.04.2019 18:00 Beitrag melden Zitatantwort
31.03.2019 21:10
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 31.03.2019 um 21:04:

Für Epunkt

Da ist es wieder, dieses Gefühl, warm und weich, wie es schon immer war. Manchmal liegt es in irgendeiner Ecke, manchmal schläft es, manchmal ist es von all den täglichen Unwichtigkeiten nach hinten verdrängt. Aber da ist es wieder, warm und weich, wie es schon immer war, wenn ich Deine Worte lese.


😊 Das freut mich.

31.03.2019 21:11
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 31.03.2019 um 21:10:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 31.03.2019 um 21:04:

Für Epunkt

Da ist es wieder, dieses Gefühl, warm und weich, wie es schon immer war. Manchmal liegt es in irgendeiner Ecke, manchmal schläft es, manchmal ist es von all den täglichen Unwichtigkeiten nach hinten verdrängt. Aber da ist es wieder, warm und weich, wie es schon immer war, wenn ich Deine Worte lese.


😊 Das freut mich.


...und mich erst

04.04.2019 00:40
HiddenNickname

müde bin ich
geht' zur ruh'
augen wollen rollen
also schlag' sie zu
von da und dort
höre ich geräusche
ist das mord
oder einfach nur gescheuche?
nachsehen mag ich nicht
springt womöglich ein wicht
aus der tonne
das nenne ich
unvorhergesehenes
es fehlt die wonne



07.04.2019 14:45
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Die Gartenrotschwänzchen sind zurück und tummeln sich am Teich.
Eine Blindschleiche hat es sich im Kompost als Winterquartier bequem gemacht.
Vorsichtig setze ich sie in den zweiten Kompost daneben.
Zartes Grün wächst und die ersten Blüten wagen, sich zu offnen trotz der noch kalten Nächte.
Schön, dieser jährliche Neubeginn des Lebens.
Schön, das alles wahrnehmen zu dürfen.


07.04.2019 22:03
HiddenNickname

Meine bloßen Füße betreten die von der Sonne noch erwärmten Steine, fest ist der Grund, auf dem ich stehe.
Die Luft trägt einen leichten Gruß der Ferne zu mir heran, leise, sacht...so als ob der kleinste Windhauch ihn davontragen würde, wenn ich nicht versuchte, ihn aufzunehmen in mir.
Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit erscheinen vor meinem inneren Auge, verweben sich mit der sich verabschiedenden Sonne und wirbeln mein Innerstes kurz auf...behutsam, um den Kern nicht zu zerütten, der ich bin...

13.04.2019 13:32
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Durch alle Jahreszeiten hindurch blüht sie
die fehlende weiße Rose
steinern in meinem Garten


20.04.2019 20:35
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Die Kaffeemaschine steht still. Kein Blubbern, Brodeln, Dampfen, Sehnsucht stillen. Unerheblich ob sie jemand im dunkeln erfühlt, erspürt, ertastet. Stilleben. Ein Massenmord an Möglichkeiten und ich immer noch in Trauer. Who knew. Das Ding mit dem Widerhaken, der Stille, der Regression. Das Ub scheint langsam zur Ruhe zu kommen, der Rest ist Schweigen. Wünsche lassen sich formulieren, Begehrlichkeiten recken ihre Fühler. Neues hat nur kurzfristig aufgehört zu reizen. Das Mittel der Wahl rückt in greifbare Nähe. Ich kann es kaum erwarten. Beinahe scheint es als alleiniges Ziel. Auf eine Art ist es das auch. Besänftigung, Heilung, wohltuendes Dasein, tiefenentspannt. Mehr als ich zu hoffen wagte. So viel mehr. Und dabei ist es von einem Rosengarten noch Lichtjahre entfernt. Mehr geht wohl nicht. Ein Massenmord an Möglichkeiten. Und ich immer noch in Trauer. Tausche Kaffeemaschine gegen Klavier. Jawohl!

23.04.2019 21:21
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Ein rosa Schal flattert im Wind am Briefkasten,
der Ahorn blüht und im Westen färbt sich der Himmel rot


24.04.2019 06:51
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Jetzt und hier

Einfach sein
Einfach Ich sein
Einfach Ich selbst sein
Einfach ganz sein
Einfach Mensch sein

Jetzt und hier

Will ich dich küssen
Mit den Augen küssen
Mit den Lippen sehen
Gefühle die zehren
Gefühle die verletzen
Gefühle die einfach sind
Gefühle die vergangen sind

Jetzt und hier

Sehnsucht
Sehnsucht nach Vertrautem
Sehnsucht nach vertrautem Vertrauen
Sehnsucht nach Dir
Sehnsucht nach Mir
Zeit abzuschließen
Ein neuer Weg muss her

Jetzt und hier



25.04.2019 20:29
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20 Jahre in der Nachspielzeit
Ich freu mich über jedes neue Jahr

26.04.2019 09:12
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Auch wenn ich die Sonne liebe,
so freue ich mich über den Frühlingsregen.
Die Samen können endlich auskeimen
und die Risse in der Erde schließen sich.

28.04.2019 11:22
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Heute musste ich die Winterjacke herauskramen,
es ist kühl und nass.
Ich gehe immer die gleichen Wege
und doch sind sie immer wieder neu.
Mein Lieblingsplatz über dem Tal ist leer.
Die Menschen sitzen sicher noch beim Spätfrühstück
oder bereiten das Mittagessen vor.
Drei Tauben fliegen an mir vorbei
und in den Wiesen blüht schon der wilde Salbei.
Mein Blick schweift übers Tal.
Es ist Frühling.

28.04.2019 14:17
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Drei Rehe grasen am Hang vor dem Haus.
Die Hummel trotzt der Kälte und sammelt den Nektar vom blühenden Rosmarin.
Die Wolken geben die Sonne frei
für einen Moment

30.04.2019 22:44
HiddenNickname

hab dich bildhaft, gedanklich eingefangen und du bist so leicht schwebend geflogen durch lichtstrahlen und baumblättern schattentanzend hindurch.. ich hab dir noch lange nachgesehen und allein in diesem augenblick war alles vollkommen - wunschlos, wünschenswert(frei), gute reise auf deine weise, auf daz du landest in einer deiner grün-bunten lagune - anhaltender glücksgedanke; pusteblume

Oo.manchen fällt es schwer leicht zu sein - so bleibts fallend ohne fliegen.oO

01.05.2019 21:21
HiddenNickname

Gefunden und beim Lesen im Herzen so tief berührt, dass ich dieses Gedicht hier ablegen mag, weil auch mir ähnliche Gedanken im Zoo oft kamen und ich innerlich weinte, während andere laut krakeelend vor dem Käfig standen...

****

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

(Rilke)
Aus: Neue Gedichte (1907)

04.05.2019 23:54
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Der Kleine hat sich einen Kahn gekauft.

Er nennt es Boot.

Eisern, starr und ehemals weiß, die innere Holztäfelung sich wölbend und sich gegen Nässe auflehnend, mit diesem Geruch nach Diesel, Öl und leichtem Moder beißend, schippert es nun über die Kanäle und traute sich wahrhaftig auf die Müritz. Stolz sitzt der Kleine, an der Pfeife schmockend, am knarzenden Steuerrad und entlädt seine gequälte Seele. Im Leben nicht hätte ich mir dieses DING gekauft, er aber liebt es mit einer solchen Inbrunst, dass ich schwitzend die Planken schrubbe und versuche, dem gebeutelten Holz einen geringen Glanz abzugewinnen. Kombüse, Achterdeck und Bug glänzen nun, wenn denn das Licht richtig steht, man die Augen zu Schlitzen formt und das Ausblenden übt. Sein Stolz, seine Freude und seine Liebe sind so einnehmend, dass es nun auch für mich ein Boot ist.
Sein Boot.
Es scheint, als hätte er Jahrtausende gewartet. Worauf, ist völlig unwichtig. Jetzt, in diesem Moment, hat das zähe warten ein Ende. Eingetroffen ist die Erfüllung. Dass die Erfüllung ein Boot, DIESES Boot ist, hat niemand erwartet.
Boot.
Welch krasse Umschreibung für das Ding.
Und doch ist es ein Boot.
Doch, ich mag es auch. Vielleicht, weil es so uralt ist und doch nicht aufgibt. Vielleicht, weil es schippert und nicht an Untergang denkt. Irgendwie bezeichnend.


05.05.2019 08:05
HiddenNickname

Kalt ists,
wieder warm,
lau?
Drunter warm, draußen kalt, kalte Stellen drunter, warme draußen?
Sonntag Morgen...


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