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Organspendeausweis

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15.05.2019 07:59
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 07:39:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 14.05.2019 um 22:42:

Ich habe einen Organspendeausweis mit einem Kreuz bei nein!Der Grund ist ganz einfach:
Mein Vater hätte selber ein Organ gebraucht, und im Krankenhaus wurde zu einer großzügig Spende aufgerufen, an den Oberarzt, dann würde das ganze schneller gehen! Ja, ich war dabei!


Hast du das angezeigt? Der Ärztekammer gemeldet? Hat er es dir gegenüber selbst gesagt oder hast du es nur gehört?

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 06:42:

Auch wenn ich das "nur" einmal gesehen habe, so weiß ich es auch von den Menschen, die im Hospiz gearbeitet haben. Auch wenn es von meinem Fühlen her immer mehr zu einem "heiligen" Prozess wurde, so war da definitiv noch etwas, wie ein harter Prozess, bevor der Frieden im Gehen gefunden wurde. Ich fürchte u.a., dass den sterbenden Menschen dieser Prozess, den ich für wichtig halte, genommen wird.
Nach all den Berichten über Nahtoderfahrungen, gibt es Bewusstsein auch außerhalb unseres Hirns. Dieses Bewusstsein kann sehr wohl "das Ausschlachten" erleben. Dieses Risiko würde ich meinen Lieblingsmenschen und mir nicht zumuten wollen.

edit: ich empfehle das Buch von Eben Alexander, "Blick in die Ewigkeit", in dem er seine eigenen Nahtoderfahrungen teilt. Von diesen hörte er immer wieder von seinen Patienten. Er ist Neurochirurg (renommierte Harvard-Hirnexperte) und hat es vor seinen eigenen Erlebnissen immer versucht wissenschaftich zu erklären oder es als Phantasie abgetan. Mittlerweile denkt er anders darüber.
Kübler-Ross hat ebenfalls viel darüber berichtet und wusste von vielen unterschiedlichen Menschen zu schreiben, die Nahtoderfahrungen gemacht haben.
Auch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

noch mal edit: https://www.allgemeinarzt [...] 588246/a /neurophysiologisch-ist-das-nicht-alles-zu-e rklaeren-1804636


Ich glaube du gehst hier von falschen Vorraussetzungen aus. Mal abgesehen davon dass dies eine Einzelmeinung ist und egal wie renommiert jemand ist dieser sich ohne Belege für seine These durchaus auf dem Holzweg befinden kann wird ein Mensch der eine primäre oder sekundäre Hirnschädigung hat und dessen Hirn stirbt seltenst eine Nahtoderfahrung haben wenn er sich in intensivmedizinischer Behandlung befindet. Das Gehirn ist ja meistens schon vorgeschädigt ( Schlaganfall, Blutung, Trauma, Sauerstoffunterversorgung ) und man versucht mit tiefer Narkose zu verhindern dass das Hirn in der Nusschale Schädel schwillt und damit Harakiri begeht indem es sich langsam die Blutzufuhr abquetscht. Als Ultima ratio kann hier das Schädeldach chirurgisch entfernt werden um dem Hirn Platz zu schaffen. Wenn das Hirn aber schon direkt nach der Schädigung so angeschwollen ist dann kann es durchaus sein dass ein Mensch eine Nahtoderfahrung hat bevor er in medizinischen Kontakt kommt - alleine durch die verzweifelt feuernden Neurone eines sterbenden Hirns. Wenn wir Narkose machen , und zwar tiefe Narkose fahren wir teilweise die Stoffwechselleistung des Hirnes so weit herunter dass ein Nullinien EEG entsteht ( Burst suppression ) um zu verhindern dass das Hirn sich aufgrund seiner Stoffwechselbedürfnisse und des durch die Schwellung verminderten Angebots selbst schädigt. Konsens ist dass bei einem Nullinien EEG keine Wahrnehmung mehr möglich ist, weil die wahrnehmenden Zentren auf ein Minimum an Aktivität vermindert sind. Dass ein Hirn stirbt oder gestorben ist fällt dann meist auf wenn man diese Narkotika, Sedativa und Schzmerzmedikation weg nimmt und der Patient nach Abwearten einer angemesssenen Halbwertszeit der Medikamente im Blut noch keine Regung zeigt. Meist wird dann eine Bildgebung gemacht und da sieht man dann das ganze Ausmaß der Schädigung. Erst dann wird ein Hirntod Protokoll initiiert. Dieses greift aber nur wenn der Hirnstamm in einem Ausmaß betroffen ist dass Atemzentrum, Kreislaufzentren etc nicht mehr funktionieren und ein Funktionieren von Großhirn und Kleinhirn ausgeschlossen wurde ( Perfusionsstillstand, Nulllinien EEG, etc. )

Ich verstehe dass der Mensch an etwas glauben möchte , an ein danach, dass nicht einfach Schluss ist mit der eigenen Existenz - aber das ist Glaube. So wie der Glaube an einen/mehrere Götter oder das Spaghettimonster nicht beweisbar und eher eine philosophische Frage.



Zum Einen ist es keine Einzelannahme. Ca. 5% der Menschen hatten schon ein Nahtodeserlebnis. Das ist eine ganze Menge und kann nicht unter den Tisch gekehrt werden. Selbst renommierte Wissenschaftler beschäftigen sich seit Jahren mit dem Thema.
Zum Anderen "oder sekundäre Hirnschädigung hat und dessen Hirn stirbt seltenst eine Nahtoderfahrung haben" hier schreibst du "seltenst"...ausreichend für mich das Risiko nicht einzugehen...
und last but not least, beginnst du mit dem Satz "ich glaube"...

Lass uns darauf einigen, dass du glaubst, was du glaubst und anderen ihren Glauben und ihre Entscheidungen lässt.



15.05.2019 08:00
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Oh. Miss Garfield.
Wir wissen aber auch, dass der Placeboeffekt denen der Medikamente gleich gestellt ist.

Widerlege den Artikel
http://www.allgemeinarzt- [...] -1804636

15.05.2019 08:12
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 08:00:

Oh. Miss Garfield.
Wir wissen aber auch, dass der Placeboeffekt denen der Medikamente gleich gestellt ist.

Widerlege den Artikel
http://www.allgemeinarzt- [...] 88246/a/ neurophysiologisch-ist-das-nicht-alles-zu-erk laeren-1804636


Ehrlichgesagt das ist gerade wie mit Impfgegnern zu diskutieren - pure Zeitverschwendung.

Für einen Placeboeffekt bedarf es eines intakten Bewusstseins.Sonst gibt es keinen Placeboeffekt - nur rein pharmakologische Wirkung.
vgl Brandes, Lang, Schmidt - Physiologie des Menschen , 32. Auflage 2019 uva.

Es werden einfach Artikel hingeschmissen, welche nicht mit nachvollziehbaren medizinischen Belegen ( Studien, Fachartikeln, anderen Referenzen ) referenzieren, sich selbst referenzieren ( wenn du schaust in der Studienliste sind 5 Artikel oder Bücher des selben Autors ) und die Einzelmeinung eines Autors widergeben - am besten im Rahmen eines Interviews oder eines populärwissenschaftlichen Artikels. Und das soll man mal eben widerlegen. Andere schreiben darüber Doktorarbeiten, Übersichtsartikel oder gar Habilitierungen ... und ich soll mal schnell hier Artikel auseinandernehmen und widerlegen ?

Ich denke ich werde lieber etwas sinnvolles tun als hier weiterhin zu versuchen wertneutrale Aufklärung zu leisten - denn diese ist anscheinend nicht gewollt. Menschen wollen glauben was sie glauben wollen. Ich lerne mal dann lieber weiter für meine Facharzt.

editiert am 15.05.2019 08:16 Beitrag melden Zitatantwort
15.05.2019 08:35
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 08:12:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 08:00:

Oh. Miss Garfield.
Wir wissen aber auch, dass der Placeboeffekt denen der Medikamente gleich gestellt ist.

Widerlege den Artikel
http://www.allgemeinarzt- [...] 88246/a/ neurophysiologisch-ist-das-nicht-alles-zu-erk laeren-1804636


Ehrlichgesagt das ist gerade wie mit Impfgegnern zu diskutieren - pure Zeitverschwendung.

Für einen Placeboeffekt bedarf es eines intakten Bewusstseins.Sonst gibt es keinen Placeboeffekt - nur rein pharmakologische Wirkung.
vgl Brandes, Lang, Schmidt - Physiologie des Menschen , 32. Auflage 2019 uva.

Es werden einfach Artikel hingeschmissen, welche nicht mit nachvollziehbaren medizinischen Belegen ( Studien, Fachartikeln, anderen Referenzen ) referenzieren, sich selbst referenzieren ( wenn du schaust in der Studienliste sind 5 Artikel oder Bücher des selben Autors ) und die Einzelmeinung eines Autors widergeben - am besten im Rahmen eines Interviews oder eines populärwissenschaftlichen Artikels. Und das soll man mal eben widerlegen. Andere schreiben darüber Doktorarbeiten, Übersichtsartikel oder gar Habilitierungen ... und ich soll mal schnell hier Artikel auseinandernehmen und widerlegen ?

Ich denke ich werde lieber etwas sinnvolles tun als hier weiterhin zu versuchen wertneutrale Aufklärung zu leisten - denn diese ist anscheinend nicht gewollt. Menschen wollen glauben was sie glauben wollen. Ich lerne mal dann lieber weiter für meine Facharzt.


Sorry, aber wertneutral kam das alles nicht rüber.....

15.05.2019 11:45
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@Missgarfield, vielen lieben Dank für deine ausführliche Erklärung.


15.05.2019 12:39
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 08:12:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 08:00:

Oh. Miss Garfield.
Wir wissen aber auch, dass der Placeboeffekt denen der Medikamente gleich gestellt ist.

Widerlege den Artikel
http://www.allgemeinarzt- [...] 88246/a/ neurophysiologisch-ist-das-nicht-alles-zu-erk laeren-1804636


Ehrlichgesagt das ist gerade wie mit Impfgegnern zu diskutieren - pure Zeitverschwendung.

Für einen Placeboeffekt bedarf es eines intakten Bewusstseins.Sonst gibt es keinen Placeboeffekt - nur rein pharmakologische Wirkung.
vgl Brandes, Lang, Schmidt - Physiologie des Menschen , 32. Auflage 2019 uva.

Es werden einfach Artikel hingeschmissen, welche nicht mit nachvollziehbaren medizinischen Belegen ( Studien, Fachartikeln, anderen Referenzen ) referenzieren, sich selbst referenzieren ( wenn du schaust in der Studienliste sind 5 Artikel oder Bücher des selben Autors ) und die Einzelmeinung eines Autors widergeben - am besten im Rahmen eines Interviews oder eines populärwissenschaftlichen Artikels. Und das soll man mal eben widerlegen. Andere schreiben darüber Doktorarbeiten, Übersichtsartikel oder gar Habilitierungen ... und ich soll mal schnell hier Artikel auseinandernehmen und widerlegen ?

Ich denke ich werde lieber etwas sinnvolles tun als hier weiterhin zu versuchen wertneutrale Aufklärung zu leisten - denn diese ist anscheinend nicht gewollt. Menschen wollen glauben was sie glauben wollen. Ich lerne mal dann lieber weiter für meine Facharzt.




Viel Erfolg Dir.

15.05.2019 13:54
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@ Missgarfield

auch von mir ein grosses Dankeschön.



15.05.2019 14:25
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Auch von mir, viel Erfolg für Deine Facharztprüfung, missgarfield!!
Und danke für Dein Dicheinbringen!

Letztlich zeigen die unterschiedlichen Meinungen doch, dass es da viele Ängste und Zweifel gibt. Auch an der Wissenschaft und natürlich auch an, ich nenne es mal "spirituell anmutenden Argumenten" oder an eigenen Erfahrungen.

Als Abschiednehmende, habe ich mich dereinst gegen eine Obduktion entschieden, weil ich die Vorstellung, dass da noch mal rumgezergelt wird, auch wenn der Weg gegangen schien, nicht ertragen habe. Organentnahme hätte mich damals mitzerrissen. Nachhaltig.

Die Perspektive der Abschiednehmenden sollte man auf dem Schirm haben und kommunizieren!!
Ich finde es extrem wichtig, sich mit all dem auseinander zu setzen und für sich zu einer zumindest vorläufigen Meinung zu kommen.

Und ich habe mich ein bisschen bei den Buddhisten umgeschaut:

"In Deutschland werden jedes Jahr etwa 4500 Organ-
transplantationen vorgenommen. Doch der Bedarf ist
weitaus höher: Rund 12.000 Patienten warten auf ein
lebenswichtiges Organ. Aus religiöser und humanistischer
Sicht ist die Organspende ein Akt des Gebens, eine heil-
same Handlung, die Menschen aus einer verzweifelten
Lage rettet.
Trotz der medizinischen Möglichkeiten gibt es Kontro-
versen, die vor allem die zentrale Frage betreffen: Wann
ist der Mensch tot? Das Transplantationsgesetz von 1997
hat den Hirntod als den Zeitpunkt des Todes eines
Menschen festgesetzt. Danach ist der Mensch tot, wenn
keine Gehirnströme mehr gemessen werden können.
Professor Linus S. Geisler, ehemaliger Arzt und bis
2006 Mitglied der Ethik-Kommission des Deutschen
Bundestages, sagt dazu: „Der Hirntod ist eine Überein-
kunft. Er ist eine Phase im Sterben des Menschen und
damit Teil des Lebens.“
Die Entscheidung, wann ein Mensch tot ist, kann nicht
die Medizin und nicht die Wissenschaft fällen. Die
Gesellschaft als Ganzes muss darüber eine Übereinkunft
treffen, denn es geht um existenzielle menschliche Fra-
gen: Was ist der Mensch? Sein Körper, sein Gehirn, sein
Geist? Wie viel Freiheit haben wir über unser Leben und
Sterben? Sind wir glücklicher, wenn wir, unterstützt von
Apparaten und Technik, länger leben? Wie nutzen wir
unsere Lebenszeit? Wie dienen wir anderen?
Die Kirchen haben Positionen zur Organspende ent-
wickelt. Offiziell schließen sie sich der Hirntod-Festlegung
an und rufen zur Organspende als Übung der Nächsten-
liebe auf.
Eine offizielle Position des Buddhismus gibt es nicht,
doch auch hier wird das Geben zum Wohle anderer als
spirituelle Praxis gelobt. Wir tragen im Folgenden einige
Standpunkte von Buddhisten zusammen – von Betrof-
fenen, Ärzten, Praktizierenden."

Quelle, https://www.tibet.de/zeit [...] ai-lama/

Das oben stammt aus der PDF" Buddhistische Standpunkte zur Organspende".
Wer mag, kann da weiterlesen.

Letztlich kann es echt nur jede/r einzelne entscheiden.

15.05.2019 14:57
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Auch wenn es wieder halbseitig Offtopic ist:
Im traditionellen Buddhismus legt man sehr viel Wert auf den Vorgang des Sterbens selbst, weil auch dann noch (tiefere) Erleuchtung erlangt werden kann. Im tibetanischen Totenbuch hätte man darüber lesen können, hätte man vernünftige Recherche betrieben. Dort sitzen die Toten noch mehrere Tage bei der Familie und es wird ihnen auch Essen hingestellt beim Familienessen, weil man weiß, dass der Bewohner dieses Körpers noch nicht fort ist. Im verlinkten Beitrag geht es auch nur in der Überschrift um Organspende. Die Frage des Dienens ist für ihn eine völlig andere, als die, die ein Europäer verstehen kann. Da geht es nicht um Nützlichkeit.

editiert am 15.05.2019 15:01 Beitrag melden Zitatantwort
15.05.2019 15:30
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Last but not least finde ich es extrem wichtig, dass die Entscheidung - welche auch immer - eine persönliche bleibt und zu akzeptieren ist.

15.05.2019 16:45
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Ich denke man tut gutes daran diese Entscheidung nicht seinen Lieben aufzudoktrieren , sondern im Vorfeld sich entsprechend zu informieren und die Verantwortung selbst zu übernehmen. Das plakative Darstellen des Organspenderheldens sollte nicht alleinige Entscheidungsgrundlage sein , denn nüchtern betrachtet begibt man sich in die Abhängigkeit von Ärzten , die wiederum für Wirtschaftsunternehmen (Krankenhäuser/Krankenkassen) arbeiten. Ganz abgesehen von Vergütungsmodellen bei Erfolg . Und da wo es um Geld geht, lauert Gier und auf die ist immer Verlass 😉. Die langwierige Behandlung auf der Intensivstation mit schlechter Prognose ,ist einfach unwirtschaftlich im Vergleich zu einer zügigen Entnahme von Organspenden. Natürlich, warten schwerkranke Menschen auf ein Spenderorgan ( je schneller ein Organ zur Verfügung steht , desto günstiger die Behandlung)aber solang zwischen Spender und Empfänger ein wahnsinniger Profit steht ist schwierig dem Urteil von Ärzten zu vertrauen. Ärzte schwören den Eid Leben zu retten , Krankenkassen nicht. Es erklärt sich jedem von selbst, der die Behandlung von gesetzlich Versicherten und Privatpatienten beobachtet, längst stehen nicht allen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung...der Fehler liegt im System. Solang Krankenkassen pauschal diktieren, welche Behandlung, wie lang oder überhaupt bezahlt wird , wird sich ein Wirtschaftsunternehmen immer für die Profitabilität entscheiden und nicht für den individuellen Fall des Patienten.

15.05.2019 16:49
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Dem entnehme ich, dass möglicherweise unter anderen Bedingungen die eine oder der andere durchaus bereit wären, Organe zu spenden.
Oder?

15.05.2019 22:09
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 15:30:

Last but not least finde ich es extrem wichtig, dass die Entscheidung - welche auch immer - eine persönliche bleibt und zu akzeptieren ist.


und dss ist der spannende punkt:

ist nicht auch eine "nichtentscheidung" eine entsacheidung in diesem sinne?

darf der staat per gesetz eine eine solche "nichtentscheiedung" aim ergebnis als "ja" werten?

15.05.2019 22:15
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 22:09:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 15:30:

Last but not least finde ich es extrem wichtig, dass die Entscheidung - welche auch immer - eine persönliche bleibt und zu akzeptieren ist.


und dss ist der spannende punkt:

ist nicht auch eine "nichtentscheidung" eine entsacheidung in diesem sinne?

darf der staat per gesetz eine eine solche "nichtentscheiedung" aim ergebnis als "ja" werten?


Wenn es nach mir geht, definitiv nicht....Wie irrwitzig wäre es, das mit allen Entscheidungen so zu handhaben. Wer nicht explizit "Nein" zu etwas sagt, stimmt zu...wie absurd das wäre.

15.05.2019 22:28
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 08:12:

Für einen Placeboeffekt bedarf es eines intakten Bewusstseins.Sonst gibt es keinen Placeboeffekt - nur rein pharmakologische Wirkung.
vgl Brandes, Lang, Schmidt - Physiologie des Menschen , 32. Auflage 2019 uva.



Es ging um den unseligen "Glauben", dieser ist nachgewiesenermaßen wesentlicher Faktor bei vielen Medikamentengaben.

"Noch dramatisch geringer waren die Effekte von sowohl Placebo als auch Medikament, wenn die Patienten nicht wussten, ob überhaupt und wann sie ein Schmerzmittel bekommen sollten: im sogenannten "verdeckten" Placeboparadigma (hidden placebo paradigm) konnten Benedetti und Kollegen [12] zeigen, dass einem Schmerzmittel (Cholecystokinin, CCK) nach einer Operation keinerlei Wirkung mehr zukommt, wenn es verdeckt appliziert wird, so dass angenommen werden muss, dass die anti-nozizeptive Wirkung des CCKs ausschließlich auf Placeboeffekte zurückgeführt werden muss[/12]."

https://www.deutsche-apot [...] irkungen

mehr: https://www.bundesaerztek [...] inde.pdf

dauert ja lange, die M2.


15.05.2019 22:43
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 22:09:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 15:30:

Last but not least finde ich es extrem wichtig, dass die Entscheidung - welche auch immer - eine persönliche bleibt und zu akzeptieren ist.


und dss ist der spannende punkt:

ist nicht auch eine "nichtentscheidung" eine entsacheidung in diesem sinne?

darf der staat per gesetz eine eine solche "nichtentscheiedung" aim ergebnis als "ja" werten?


Ja, nun, wie sonst gewisse Herausforderungen meistern, die dümmstenfalls zu Lasten von Angehörigen fallen können? Es wurde im thread schon angesprochen - die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Ich habe mich bei Bekannten und Freunden schon fusselig geredet, dass ihre Eltern etc. eine machen sollten. Denn, wenn es ganz dumm läuft, haben selbst Kinder kein Mitspracherecht, wenn man nicht eins der Papiere in Händen hält. Davon abgesehen, dass man für Angehörge etc. Entscheidungen treffen muss, die man lieber nicht machen will. Angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft ist das eine Herausforderung, die irgendwie gelöst werden sollte.

Mir persönlich ist der Gegenentwurf zur Widerspruchslösung sympathischer - ein Online-Register und man wird zumindest alle 10 Jahre daran erinnert - ach, da war ja was.

15.05.2019 22:46
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OH! bei stern tv (rtl) gehts heute/gleich um eine bereits erfolgte transplantation bei einem kleinen jungen einst und wie es ihm heute ergeht. habs nur im vorspann gesehen - weiß daher nicht was sie alles vom 'werdegang' bildlich mit einfließen lassen.

ich lass es mal wertfrei stehen - so wie jene entscheidung eines jeden einzelnen

15.05.2019 22:55
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 22:28:
(...)
Es ging um den unseligen "Glauben", dieser ist nachgewiesenermaßen wesentlicher Faktor bei vielen Medikamentengaben.

(...)


Wieviel ist "viele"? Funktioniert das auch bei toxischen Substanzen wie der Tollkirsche? Nur wenn ich an sie glaube, dann wirkt sie giftig? Arsen etc. auch? Der Glaube kann Berge versetzen, aber manchmal tut es auch ein Bagger. Und wie ich etwas schockiert lesen musste, liest nur jeder Fünfte den Beipackzettel. Das nenne ich mal ein Gottvertrauen oder in wen auch immer.

15.05.2019 23:24
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 22:55:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 22:28:
(...)
Es ging um den unseligen "Glauben", dieser ist nachgewiesenermaßen wesentlicher Faktor bei vielen Medikamentengaben.

(...)


Wieviel ist "viele"? Funktioniert das auch bei toxischen Substanzen wie der Tollkirsche? Nur wenn ich an sie glaube, dann wirkt sie giftig? Arsen etc. auch? Der Glaube kann Berge versetzen, aber manchmal tut es auch ein Bagger. Und wie ich etwas schockiert lesen musste, liest nur jeder Fünfte den Beipackzettel. Das nenne ich mal ein Gottvertrauen oder in wen auch immer.


Ich kenne Menschen, die die Zettel absichtlich nicht lesen, weil sie sich sonst über die vielen möglichen Nebenwirkungen Sorgen machen und Angst haben sich da unnötig rein zu steigern. Und es sind erstaunlich viele, die das so handhaben ( also in meiner kleinen Schmalspur Stichprobe, nicht repräsentativ natürlich).
Mir hat sogar schon mal eine Ärztin bei irgendeinem Medikament gesagt, ich soll nicht den Beipackzettel lesen, der würde nur beunruhigen.

Was die Frage nach dem Organspendeausweis angeht, empfinde ich es als unzulässig, dass Menschen darüber eine Entscheidung treffen sollen, zu einem Zeitpunkt, den sie nicht selbst bestimmen. Es gefällt mir nicht, dass Menschen dazu genötigt werden, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Ich glaube nicht, dass das die Spendenbereitschaft erhöht.

editiert am 15.05.2019 23:28 Beitrag melden Zitatantwort
17.05.2019 07:15
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 22:43:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 22:09:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 15.05.2019 um 15:30:

Last but not least finde ich es extrem wichtig, dass die Entscheidung - welche auch immer - eine persönliche bleibt und zu akzeptieren ist.


und dss ist der spannende punkt:

ist nicht auch eine "nichtentscheidung" eine entsacheidung in diesem sinne?

darf der staat per gesetz eine eine solche "nichtentscheiedung" aim ergebnis als "ja" werten?


Ja, nun, wie sonst gewisse Herausforderungen meistern, die dümmstenfalls zu Lasten von Angehörigen fallen können? Es wurde im thread schon angesprochen - die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Ich habe mich bei Bekannten und Freunden schon fusselig geredet, dass ihre Eltern etc. eine machen sollten. Denn, wenn es ganz dumm läuft, haben selbst Kinder kein Mitspracherecht, wenn man nicht eins der Papiere in Händen hält. Davon abgesehen, dass man für Angehörge etc. Entscheidungen treffen muss, die man lieber nicht machen will. Angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft ist das eine Herausforderung, die irgendwie gelöst werden sollte.

Mir persönlich ist der Gegenentwurf zur Widerspruchslösung sympathischer - ein Online-Register und man wird zumindest alle 10 Jahre daran erinnert - ach, da war ja was.


Das ist ganz einfach: Mein Körper ist meine Angelegenheit und wenn ich mich nicht äußere ist es als selbstverständlich zu betrachten, dass dieser, mein Körper nicht ausgeschlachtet wird! Wenn ich nicht zu Hause bin, muss ich auch nicht explizit Nein sagen, damit niemand in mein Haus einbricht. Es ist selbstverständlich, dass ich das nicht wünsche.

edit: und Angehörige haben schlicht Nein zu sagen, wenn sie nicht die Meinung der betroffenen Menschen kennen.

editiert am 17.05.2019 07:19 Beitrag melden Zitatantwort

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